Comic
Berlin feiert Lucky Luke
Seit 80 Jahren reitet er nach jedem Abenteuer in den Sonnenuntergang: Lucky Luke, der Mann, der schneller zieht als sein Schatten. Zum 80. Geburtstag des legendären Comic-Cowboys widmet das Museum für Kommunikation (Leipziger Straße 16, 10117 Berlin) dem Schöpfer Maurice de Bevere alias Morris eine große Hommage. Erstmals sind dabei in Deutschland rund 80 originale Comicseiten und Coverzeichnungen des Belgiers Morris zu sehen. Die Ausstellung eröffnet faszinierende Einblicke in die Entstehung und Entwicklung einer der erfolgreichsten Comicserien der Welt. Ergänzt werden die Originale durch ausgewählte Objekte aus den Sammlungen der Museumsstiftung Post und Telekommunikation, die technische Innovationen und Kommunikationsformen zeigen, die auch in Lucky Lukes Abenteuern eine Rolle spielen – von der Postkutsche über den „Singenden Draht“ bis zum Pony-Express. Die ebenso unterhaltsame wie überraschende Reise durch den Wilden Westen der Zeichenkunst und Technikgeschichte – kuratiert von Comiczeichner Flix und Dietrich Wolf Fenner – ist ab dem 2. Oktober zu sehen. Informationen: www.mfk-berlin.de
Gefängnis als Kulturort
Ein Stück Berliner Bau- und Zeitgeschichte hat eine neue Verwendung: Die Berliner Immobilienmanagement GmbH hat das ehemalige Frauengefängnis in der Lehrter Straße 61 in Moabit an die Kultur-Senatsverwaltung sowie die Kulturraum Berlin gGmbH übergeben. Nach einer denkmalgerechten Sanierung stehen in dem historischen Gebäude nun 49 geförderte Musikproberäume und 32 geförderte Ateliers zur Verfügung. Die Künstlerinnen und Künstler haben die offizielle Eröffnung nicht abgewartet und sind bereits im August eingezogen. Das denkmalgeschützte Gebäude mit rund 7.000 Quadratmetern Fläche wurde zwischen 1898 und 1900 nach Plänen des preußischen Regierungsbaumeisters Heinrich Adolf Holland errichtet und diente über viele Jahrzehnte dem Justizvollzug. Seit dem Ende des Gefängnisbetriebs 2013 wurde das Ensemble unter anderem als Filmkulisse genutzt, bevor 2022 die Entscheidung für eine kulturelle Nachnutzung fiel. Das Land Berlin investierte 17,7 Millionen Euro in die Sanierung.
Kulturverführung
Kinderbücher: In Pankow segelt eine ganz besondere Flotte ein – statt Ruder hat sie Bleistifte und Pinsel, statt eines Schiffs Geschichten, angetrieben wird sie von mächtigen Windböen der Fantasie. Es handelt sich um Illustratorinnen und Illustratoren von Kinderbüchern. Ihr Motto: „Ein gutes Buch hat eine ganz besondere Kraft – es nimmt uns mit auf eine abenteuerliche Reise, ohne dass wir uns dabei von der Stelle bewegen.“ Die Ausstellung „Ahóóóóój! Aktuelle tschechische Illustrationskunst für junges Publikum“ mit Werken von Darja Čančíková Bogdanová, Marita Kelbl, Lucie Lučanská, Jakub Plachý und Alžběta Zemanová ist bis zum 28. November zu sehen. Dazu gibt es einige Veranstaltungen. Bibliothek am Wasserturm, Prenzlauer Allee 227–229, 10405 Berlin, Informationen zum Begleitprogramm:
www.berlin.de/stadtbibliothek-pankow
Konzert: New Breed – das sind Matthias (Gitarre, Vocals), Björn (Bass, Vocals) und Armin (Drums, Vocals). Ein Berliner Trio, das Classic Rock nicht einfach nachspielt, sondern ihm einen frischen, eigenen Groove verpasst. Sie greifen Songs auf, die fast jeder kennt, aber die fast jeder noch nie oder viel zu selten live gehört hat. Wer schon mal dabei war, weiß: Die drei New Breeder haben Spaß auf der Bühne, weil sie genau das tun, was sie neben ihren Hauptjobs schon immer tun wollten: ehrlichen, handgemachten Rock liefern. Von Jimi Hendrix über Radiohead und The Police bis hin zu den Foo Fighters und Stone Temple Pilots gibt es eine satte Ladung Rock auf die Ohren. Das nächste Konzert ist am 1. Oktober. Art Stalker, Kaiser-Friedrich-Straße 67, 10627 Berlin, Informationen und Karten: www.art-stalker.de
Lesung: „Kästners Berlin“ bringt Katharina Thalbach in einigen Vorstellungen zwischen Ende September und Anfang Oktober auf die Bühne. Die Schauspielerin liest aus seinen Berlin-Romanen „Emil und die Detektive“, „Pünktchen und Anton“ und „Fabian“. Diese Bücher kennen viele, aber, fragt das Berliner Ensemble, das die Lesungen organisiert: „Kennen Sie auch seine Reportagen und Gedichte über Berlin? Seine Miniaturen über die Fantasie, den Mut oder darüber, was ihm als Kind das Lesen bedeutete und warum er der beste Sohn aller Zeiten werden wollte? Was hat es mit den weißen Mäusen eines Herrn Dr. Goebbels auf sich, und warum ist Erich Kästner, der dabei zusehen musste, wie 1933 seine Bücher auf dem damaligen Opernplatz verbrannt wurden, in Deutschland geblieben, obwohl er nicht mehr publizieren durfte?“ Kästner lebte weiter in Charlottenburg und arbeitete unter Pseudonym für die Unterhaltungsindustrie. Nachdem 1944 seine Wohnung durch Bomben zerstört worden war, verließ er die Stadt, die, wie er zwei Jahre später schreibt, „sozusagen meine Busenfreundin“ geworden war.
Berliner Ensemble, Bertolt-Brecht-Platz 1, 10117 Berlin, Tickets: www.berliner-ensemble.de • Martin Rolshausen