Berliner Ensemble
Medea ist zurück
Jason hat Medea verlassen, ihr und den Kindern droht Verbannung. Jason hingegen erhält durch die Heirat mit der Tochter Kreons definitiv das Bleiberecht und eine sozial und wirtschaftlich gesicherte Stellung. Von diesem Verrat zutiefst verletzt und gnadenlos verstört ob Jasons schamloser Missachtung von Ehebund und Treueeid, entwirft Medea einen grausamen Racheplan. Darum geht es in „Medea“ von Euripides. Michael Thalheimer verbindet in seiner Inszenierung des Klassikers die großen Fragen. Aus maßloser Liebe wird maßloser Zorn: Medea beschließt, die gemeinsamen Kinder zu töten. Was kann ein Mensch alles aufgeben, was kann ihm alles genommen werden, bevor er gnadenlos um sich schlägt? Die Inszenierung am Berliner Ensemble wurde 2013 zum Berliner Theatertreffen eingeladen, und Constanze Becker erhielt für ihre Darstellung der Medea den deutschen Theaterpreis „Der Faust“ als beste Schauspielerin. Ab dem 6. März steht das Stück nun als Wiederaufnahme auf dem Spielplan des Theaters am Schiffbauerdamm. Constanze Becker spielt wieder die Medea, Marc Oliver Schulze Jason, Martin Rentzsch Kreon.
Karten und Informationen: www.berliner-ensemble.de
Kino für die Ohren
Was wären cineastische Meilensteine wie „Once upon a time in the West“ (in Deutschland bekannt als „Spiel mir das Lied vom Tod“), „The Good, the Bad and the Ugly“ („Zwei glorreiche Halunken“), „Once upon a time in America“ („Es war einmal in Amerika“) oder „The Godfather“ („Der Pate“) ohne die jeweilige Musik, die sie emotional und untrennbar ergänzt und unverwechselbar macht? Das Luca Artioli Cult Movie Orchestra spielt am Samstag, 7. März, ab 20 Uhr in der Apostel-Paulus-Kirche in Schöneberg (Grunewaldstraße 77a) diese und andere ikonische Soundtracks. Luca Artioli konzertiert seit 30 Jahren in Italien und Deutschland: Zusammen mit dem in Berlin lebenden italienischen Schlagzeuger Paolo Eleodori gründete er das Ensemble. Zu der Formation gesellen sich klassische Gitarre und E-Gitarre, E-Piano, Posaune, Akkordeon, Kontrabass, Perkussion sowie diverse Soloinstrumente wie Mandoline, Banjo, Panflöte, Harmonika und Okarina.
Informationen und Karten: www.ev-apg.de
Kulturverführung vom 27. Februar 2026
Musik: Steht auf der „Eigentlich müsste man mal“-Liste „ein Musikinstrument lernen“? Dann könnte der 7. März ein wichtiger Tag sein. Denn an diesem Samstag lädt die Musikschule Friedrichshain von 14 bis 18 Uhr zum Tag der offenen Tür ein. Die Besucherinnen und Besucher erwartet ein Programm rund um das Instrument des Jahres – das Akkordeon. Neben Konzerten gibt es ein Instrumentenquiz, und Besucher haben die Möglichkeit, selbst Instrumente auszuprobieren. Musikschule Friedrichshain-Kreuzberg, Zellestraße 12, 10247 Berlin, der Eintritt ist frei.
Archiv: Am 7. März gibt es einen zweiten Tag der offenen Tür: Von 10 bis 16.30 Uhr öffnet das Landesarchiv Berlin anlässlich des bundesweiten Tags der Archive seine Räume. Das diesjährige Thema ist „Alte Heimat – neue Heimat“. Bei Führungen gibt es Einblicke in die vielfältigen Aufgaben eines Archivs. Vorträge und Gespräche vor Ort ermöglichen einen Austausch zu Recherche- und Arbeitsthemen im Landesarchiv. Ausgewählte Archivalien zum diesjährigen Motto werden an diesem Tag in der Dauerausstellung präsentiert. Im Rahmen dieses Themas stellen Stiftungen und Vereine ihre Arbeit im Landesarchiv vor, und langjährige Nutzerinnen und Nutzer der Archivquellen berichten im Lesesaal von ihrer Recherchearbeit. Zudem werden Führungen über das Gelände der ehemaligen Deutschen Waffen- und Munitionsfabriken (DWM) angbeoten, auf deren Gelände sich die Archive befinden. Landesarchiv Berlin; Eichborndamm 115 – 121; 13403 Berlin, der Eintritt ist frei.
Ausstellung: Im Bärenzwinger ist bis zum 10. Mai die Ausstellung „Weirder, Taller, Uglier, Louder – Feral Possible, um die Karl-Marx-Straße und die Carrer Cobalt“ zu sehen. Hier dreht sich alles um Unkraut und die Frage, was wir von diesen unbequemen Pflanzen lernen können, aber auch um Wildwuchs im übertragenen Sinne. Dafür bietet der Bärenzwinger mit seiner Vergangenheit als Tiergehege, also mit der Kontrolle über die Natur, die dort ausgeübt wurde, einen besonderen Rahmen. Die in Berlin lebende Künstlerin Ran Zhang und das Duo Lolo & Sosaku aus Barcelona haben für diese Ausstellung Fundstücke von der Neuköllner Karl-Marx-Straße und der Carrer del Cobalt in der katalanischen Metropole zusammengetragen. Die Ausstellung ist Teil eines Kooperationsprojekts, das wie Unkraut seine Sprossen in der ganzen Stadt treiben soll: Begonnen im Xanadu in Neukölln, hat es zuletzt im Kunstraum Kreuzberg/Bethanien Station gemacht und wird auch in der Galerie im Turm in Friedrichshain und der Galerie im Körnerpark in Neukölln stattfinden. Kuratiert wird die Ausstellung von Anaïs Senli, Lorena Juan, Sofia Fernández Pan und Sylvia Sadzinski. Bärenzwinger, Rungestraße 30, 10179 Berlin, Öffnungszeiten: Mo. bis So. 10 bis 18 Uhr, Eintritt frei, Informationen: www.baerenzwinger.berlin Martin Rolshausen