Berlin Art Week
120 Orte der Kultur
Vom 9. bis zum 13. September präsentiert die Berlin Art Week mit rund 120 Museen, Privatsammlungen, Projekträumen, Galerien sowie der Kunstmesse Positions Berlin Art Fair ein umfangreiches Programm in der ganzen Stadt. In diesem Jahr wird der Garten am Kulturforum mit der Neuen Nationalgalerie und der Gemäldegalerie zum zentralen Treffpunkt des Festivals. Mehrere rote Fäden ziehen sich durch das Programm. Da sind zum einen „geschichtsdurchdrungene Blicke auf Gegenwart und Zukunft“. Zum anderen richtet sich der Blick auf geteilte Geschichte, Migration, Beziehungen zu Nachbarregionen und dekoloniale Perspektiven. Und da sind, wie die Festivalleitung ankündigt, „kraftvolle politische Statements von feministischem Widerstand bis zu ökologischer und geopolitischer Dringlichkeit“. Im Theater feiert die Berlin Art Week gleich mehrere Premieren: Anlässlich der Festivalwoche bespielt das Berliner Ensemble in Kooperation mit der Gemäldegalerie erstmals deren Räume: Ersan Mondtag und Nadim Samman zeigen dort die Premiere von „Alternde Meister“. Am HAU – Hebbel am Ufer eröffnen Sophia Süßmilch mit „Etwas Schreckliches wird passieren: Die Menschenfresserin“ und Theresa Reiwer mit „Internet Explorer“. Am Gorki wird eine neue Wand am Platz der Märzrevolution erstmals als öffentliche Ausstellungs- und Aufführungsfläche aktiviert.
Info: www.berlinartweek.de
Weißenseer Kultursommer
„Jacobs Langer Kieztisch“ als Auftakt, ein Freundschaftskonzert der Musikschule mit Pankows Partnerstädten im „Peter Edel“, das Kiezfest auf der Freilichtbühne Weißensee oder eine Ausstellung mit Fotografien von Harald Hauswald im Atelierhaus der „cultur-LAWINE e. V.“: Mehr als 100 Veranstaltungen hat der sechste Weißenseer Kultursommer vom 28. August bis 27. September im Programm, von Musik bis Tanz, von Film bis True Crime, von thematischen Spaziergängen bis zu Ausstellungen und Diskussionsabenden an mehr als 40 Veranstaltungsorten. Neben bekannten Veranstaltungsformaten wie dem „Brass Festival Berlin“ oder Spaziergängen auf den Spuren jüdischen Lebens in Weißensee gibt es auch neue Ideen. Darunter sind eine Führung in der „Weißensee Kunsthochschule Berlin“, Schlager-Veranstaltungen im Kaufmuseum Weißensee und ein Konzert am Bethanien-Turm am Mirbachplatz mit der Uraufführung einer Auftragskomposition von Franz-Michael Deimling.
Info: weissensee-kultur.de
Kulturverführung vom 28. August 2026
Ausstellung: Das Mitte Museum zeigt ab dem 10. September eine Ausstellung zur Schriftstellerin und Journalistin Susanne Kerckhoff (1918–1950), einer prägenden Stimme der frühen Nachkriegszeit. Zwischen 1948 und 1949 veröffentlichte Kerckhoff unter dem Titel „Menschen in unserer Zeit“ in der Berliner Zeitung fiktive Porträts, die zentrale Fragen der frühen Nachkriegsgesellschaft verhandelten: Schuld, Entnazifizierung, Antisemitismus, Demokratie. Die Ausstellung erschließt dieses Werk erstmals systematisch. Den Hintergrund beschreibt Kuratorin Heike Albrecht so: „Berlin war kurz nach Kriegsende Schauplatz einer noch offenen Zukunft Deutschlands – und die Sprache selbst wurde zum Austragungsort der Debatten über diese Zukunft und den Umgang mit der Vergangenheit. Kerckhoffs Überzeugung, dass sich Veränderung nur über Sprache erreichen lasse, steht im Zentrum der Ausstellung.“ Fünf eigens für die Ausstellung entstandene künstlerische Arbeiten von Jeanno Gaussi, likabari aka Melika Akbari, Eric Meier, Peter Wawerzinek und Jens-Karsten Stoll setzen Kerckhoffs Texte bis zum 21. Februar in einen Dialog mit der Gegenwart. Mitte Museum, Pankstraße 47, 13357 Berlin, Informationen: www.mittemuseum.de
Konzert: Die Actors sind eine „Post-Post-Punk“-Band aus Vancouver. Stilistisch nutzen die vier Kanadierinnen und Kanadier das Spektrum von Post-Punk bis zu Dark und New Wave und formen so ihren „treibenden und cinematischen Post-Punk mit Einflüssen von Bowie und Roxy Music“ – so beschreiben es Musikkritiker. Die Actors spielen am 4. September in Berlin. Im Vorprogramm tritt Justin Chamberlain aka Soft Vein auf. Lido, Cuvrystraße 7, 10997 Berlin, Infos und Tickets: www.lido-berlin.de
Literatur: Das Literarische Colloquium Berlin und die S. Fischer Verlage veranstalten am 5. September ein Sommerfest mit vielen Autorinnen und Autoren. Freuen können sich Besucherinnen und Besucher ab 12 Uhr auf Literatur und Begegnungen mit Cordelia Borchardt, Engin Çatık, Elisa Diallo, Christina Dohmann, Jorinde Dröse, Katrin Eigendorf, Friederike Emmerling, Heide Franck, Rebekka Frank, Yelenah Frahm, Ines Geipel, Valeria Gordeev, Sebastian Guggolz, Andy Hahnemann, Sybille Hein, Albert Henrichs, Judith Hermann, Marcel Hopp, Elisa Hoven, Hamza Howidy, Vigdis Hjorth, Florian Illies, Caren Jeß, Iris Kirschenhofer, Felix Lindner, Wolfram Lotz, Bernd Moss, Jutta Müller-Tamm, Sharon Dodua Otoo, Katerina Poladjan, Eva von Redecker, Emily Rudolf, Marianne Sax, Lena Schätte, Juliane Schindler, Anna Schneider, Lea Schneider, Ingo Schulze, Natali Seelig, Daniel Speck, Peter Stamm, Thomas von Steinaecker, Victoria Steiner, Bettina Walther, Alexander Weber, Simon Weinert, FishinMotion und Little Nats. Literarisches Colloquium Berlin, Am Sandwerder 5, 14109 Berlin, Informationen: www.lcb.de Martin Rolshausen