Deutsches Theater
Bernd Wilms ist tot
„Verweile doch.“ Der Satz stand als Leuchtinstallation vor dem Eingang des Deutschen Theaters. Es war 2008 – ein besonderes Jahr in der Geschichte des Hauses. Denn Bernd Wilms, der Intendant des Theaters, hatte zum Ende seiner Intendanz das Theaterglück auf seine Seite gebracht. Das Haus wurde mit Auszeichnungen überhäuft. Und dieser Erfolg hatte Gründe: „Bernd Wilms war selbst kein Regisseur, aber ein uneitler Ermöglicher, ein Erfinder und Menschenkenner, ein Verfechter des Handwerks, einer, der aus Niederlagen stärker wurde.“ So formuliert es das Deutsche Theater im Nachruf auf seinen ehemaligen Chef. Nach schwierigen Anfangsjahren war Bernd Wilms weitsichtig genug gewesen, Regisseure wie Jürgen Gosch, Dimiter Gotscheff, Barbara Frey und Michael Thalheimer ans Haus zu binden und mit viel Freiheit auszustatten. „Das Ergebnis waren Sternstunden, getragen von einem unvergleichlichen Ensemble, das über die sieben Jahre seiner Intendanz aus Alt und Neu, Ost und West zusammengewachsen war.“ Am 21. Januar starb Bernd Wilms im Alter von 85 Jahren. „Mit seinem klugen Blick hat Bernd Wilms am Deutschen Theater eine Ära geprägt. Er hat das Haus zu großen Höhen geführt und aufgehört, als es am allerschönsten war. Das Deutsche Theater erinnert sich an ihn als einen Entdecker, Förderer und kollegialen Theaterleiter. Viele Menschen in unserem Haus sind Bernd Wilms in großer Dankbarkeit verbunden“, teilt das Theater mit.
20 Jahre Kulturprojekte
„Kulturprojekte Berlin“ feiert Jubiläum. Seit 20 Jahren entwickelt die gemeinnützige Gesellschaft Veranstaltungen und Projekte. Sie ist seit 2006 organisierend, kuratierend und vermittelnd tätig. Mit Projekten wie der „Langen Nacht der Museen“, den „Mauerfall-Jubiläen“ oder dem „Uefa-Euro-Festival“ am Brandenburger Tor erreicht „Kulturprojekte Berlin“ jährlich Millionen von Menschen. Mit einem breiten Profil arbeitet „Kulturprojekte Berlin“ seit der Gründung als landeseigene Gesellschaft mit dem Ziel, die Berliner Kultur zu stärken und zu vernetzen. Sie kooperiert mit fast allen Berliner Museen, Bühnen und Gedenkstätten und arbeitet mit Bildungseinrichtungen, Vereinen, Wissenschaft und Politik. Einige Projekte gibt es seit Beginn – darunter der „European Month of Photography“, die „Art Week“, „Diversity Arts Culture“, „Tanz im August“, die „Transmediale“, die „Music Week“, „Creative City Berlin“, der „Museumssonntag“, „Berlin Global“ im Humboldt Forum, das Kultursommerfestival und diverse Städtepartnerschaften.
Kulturverführung vom 30. Januar 2026
Theater: Volksbühnen-Ensemblemitglied Benny Claessens, der unter anderem in den René-Pollesch-Arbeiten „Die Gewehre der Frau Kathrin Angerer“ und „Fantômas“ sowie in „Weiße Witwe“ von Kurdwin Ayub zu sehen ist, bringt in „Böses Glück/Cult of the Daughter“, seiner ersten Regiearbeit an der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz, literarische Texte der dänischen Autorin Tove Ditlevsen mit einem originären Drama der dänischen Gegenwartsautorin Olga Ravn zusammen. In „Böses Glück“ seziert Benny Claessens das weitgehend autofiktionale Werk Ditlvesens und ergänzt eigene und fremde, um ihre Lebensthemen kreisende Texte. Olga Ravn schreibt in ihrem experimentellen Text „Cult oft the daughter“ Ditlevsens Erfahrungen im Zusammenhang mit Sucht, Depression und psychiatrischer Klinik weiter, indem sie ihre Protagonistinnen zu einer Gemeinschaft zusammenführt. „Cult oft the daughter“ ist die erste Auftragsarbeit Olga Ravns an einem deutschsprachigen Theater. Premiere ist am 26. Februar; Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz, Linienstraße 227, 10178 Berlin, Karten und Informationen: www.volksbuehne.berlin
Ausstellung: „Der Kopf als Ort des Denkens und der Orientierung“ ist das Thema der ersten Ausstellung in der Alten Feuerwache in diesem Jahr. Mit „Mind Shapes – von Köpfen, die dazwischen sind“ ist die Ausstellung überschrieben. Sie bringt elf Künstlerinnen und Künstler zusammen, die – wie Kurator Harald F. Theiss es formuliert – „das Motiv des Kopfes zwischen Denken, Wahrnehmen und gesellschaftlicher Zuschreibung neu befragen“. Zu sehen sind bis zum 15. März Werke von Mehtap Baydu, Rebekka Benzenberg, Patricia Dreyfus, Ilse Henin, Marianna Ignataki, Sabrina Jung, Olena Pronkina, Heidi Sill, Charlie Stein, Anna Steinert und Andrea Winkler. Der Sound zur Ausstellung stammt von der Band Wallners. Alte Feuerwache, Marchlewskistraße 6, 10243 Berlin. Informationen: www.alte-feuerwache-friedrichshain.de
Konzert: Vor über 40 Jahren hat Manfred Mann seine längst legendäre „Earth Band“ gegründet. In den 70ern und Anfang der 80er-Jahre war er mit ihr regelmäßig in den Charts und spielte europaweit in ausverkauften Hallen. Berühmt wurde die Earth Band damals durch ebenjene Livekonzerte. Gründungsmitglied 1971 war auch Mick Rogers, der immer noch in der Band spielt. Anfang 1992 wurde die 1988 aufgelöste Gruppe von Manfred Mann wiederbelebt. Im Dezember 2005 hat Manfred Mann mit seinem ehemaligen Sänger Chris Thompson bei der „Night of the Proms“ gespielt, das Publikum mit seinen Riesenhits begeistert und wurde mit Standing Ovations verabschiedet. Seit 2011 ist „Manfred Mann’s Earth Band“ mit neuer Besetzung auf Tour. Am 9. Februar spielt die legendäre Band nun endlich wieder in Berlin. Admiralspalast, Friedrichstraße 101, 10117 Berlin, Karten und Informationen: www.admiralspalast.theater Martin Rolshausen