Tanzfestival
Tradition in Bewegung
Dass das Saarland arm an Traditionen und Festen wäre, kann man wirklich nicht behaupten. Eine dieser Traditionen rückt nun am Muttertag – außerhalb ihrer eigentlichen Hochphase – in den Mittelpunkt.
Im vergangenen Jahr wurde die saarländische Fastnacht als wichtige und lebendige regionale Tradition von der Unesco in das bundesweite Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes aufgenommen. Zu dieser lebendigen Tradition gehören nicht nur die typischen Faschingsumzüge, Kappensitzungen oder Büttenreden, sondern vor allem auch Garde- und Showtänze. Besonders Letztere bieten viel Raum für Kreativität und individuellen Ausdruck. Dass diese besondere Form des Tanzsports lebendig erhalten bleibt, verdankt sich in erster Linie dem großen und leidenschaftlichen Engagement vieler Ehrenamtlicher.
Der saarländische Landesverband für Garde- und karnevalistischen Tanzsport – 1997 als bundesweit erst dritter Verein dieser Art gegründet – bündelt dieses Engagement und hält die Tradition auch abseits der Faschingszeit lebendig. Seit 2003 veranstaltet der Verband jährlich am Muttertag das Show- und Dancefestival in der „Illipse“ in Illingen. Solisten, Paare und Gruppen aus dem gesamten südwestdeutschen Raum treffen sich zum tänzerischen Wettstreit und zum gegenseitigen Austausch. Auch Zuschauer sind dabei ausdrücklich erwünscht. Freunde des karnevalistischen Tanzes erwartet ein Programm mit außergewöhnlichen Choreografien und Kostümen.
Infos: 10. Mai, 14 Uhr, 21. Show- und Dancefestival, Illingen/Saar, Kulturforum Illipse. Einlass: 13 Uhr. Tickets gibt es online bei Ticket Regional sowie an den bekannten Vorverkaufsstellen.
Kulturverführung vom 30. April 2026
Experimentelle Musik: Kathrin Lambert, künstlerische Leiterin des Experimance Festivals hat an der HBKsaar Freie Kunst und an der htw saar Kulturmanagement studiert. Sie ist Medien- und Bühnenraumgestalterin, Klangkünstlerin, Performerin, Festivalleiterin. Ihrer Begabung wegen erhielt sie das Deutschlandstipendium und vom Goethe Institut eine Einladung in eine Künstlerresidenz nach Indien. Kulturgut Ost in Saarbrücken ist ein spannender Ort mit Entwicklungspotenzial und bald ein Raum für Erlebnis und Zusammenkunft durch experimentelle Musik, Sound Art, Performance sowie audiovisuelle Formate. „Raum für Erlebnis und Zusammenkunft“ ist, was Kathrin Lambert schaffen möchte. Programmhöhepunkte: „Byetone“, Olaf Bender, hat mit „Minimalismus, digitaler Präzision und immersiver audiovisueller Kunst die elektronische Musikszene nachhaltig geprägt“. Der iranische Künstler Saba Alizadeh spielt die Kamancheh, eine persische Stachelgeige. Die französisch-baskische Künstlerin Lamina lässt „fragile, imaginäre Klangräume“ entstehen. Wacklig sind die Zukunftsaussichten von Experimance. Können Sie sich engagieren, damit es im nächsten Jahr weitergehen kann? „Experimance Festival“, 8. bis 10. Mai, Karten und Lineup: https://rausgegangen.de/events/experimance-festival-2026-0/ Kulturgut Ost, An der Römerbrücke 5, 66121 Saarbrücken
Ausstellung: „Guernica“, Picassos Gemälde von 1937, wurde zum Antikriegssymbol und wirkt wie ein Aufschrei gegen die Grausamkeit des von den Faschisten entfachten Spanischen Bürgerkriegs. Kampfflugzeuge der deutschen „Legion Condor“ bombardierten mit italienischer Beteiligung die baskische Stadt Gernika. Das weiß man. Was ich nicht weiß: „Der spanische Künstler José Luis Rey Vila, Pseudonym SIM, zählt zu den prägnantesten visuellen Chronisten des Spanischen Bürgerkriegs. Er schuf 1936 mit der Mappe ‚Estampas de la Revolución Española, 19 Julio de 1936‘ eines der bekanntesten grafischen Zeugnisse der Revolution und des Bürgerkriegs.“ Die HBKsaar widmet dem Künstler, dessen Werk die Verbindung von Kunst und Zeitgeschichte verkörpert, eine Ausstellung, und stellt fest: „Kunst kann mehr sein als ästhetischer Ausdruck – sie kann Zeugnis ablegen, Stellung beziehen und politische Wirklichkeit sichtbar machen.“ Ist Wirklichkeit gleich Wahrheit? Wie stehen Wirklichkeit, Wahrnehmung und Bewusstsein zueinander? Um diese Fragen geht es in dieser Ausstellung nicht. „José Luis Rey Vila (SIM) – Die Rolle der Kunst in der Krise“, Ausstellung bis 9. Mai, geöffnet: dienstags 14–18 Uhr sowie mittwochs bis samstags 17–20 Uhr, Sonntag, 3. Mai, und Montag, 4. Mai, jeweils von 17–20 Uhr. Galerie HBKsaar, Keplerstraße 5, 66117 Saarbrücken, galerie.hbksaar.de/veranstaltungen Michaela Auinger