Berliner Ensemble
Helene Weigel Theaterpreis
Der Helene-Weigel-Theaterpreis geht in diesem Jahr an die kroatische Dramatikerin Tena Štivičić, deren Stück „Die Verstreuten“ im März in der Regie von Laura Linnenbaum zur Uraufführung kam. Der mit 5.000 Euro dotierte Preis, der außergewöhnliche künstlerische Leistungen am Berliner Ensemble sichtbar machen will, wird zum vierten Mal vom Freundeskreis vergeben. Erstmals geht der Preis an eine Autorin. Tena Štivičić, 1977 in Zagreb geboren, ist Dramatikerin, Drehbuchautorin und Kolumnistin. Sie studierte Dramaturgie an der Akademie der Dramatischen Künste in Zagreb und szenisches Schreiben am Goldsmiths College in London. Für ihre Dialoge wurden ihre Stücke „Fragile!“ und „Three Winters“ mehrfach ausgezeichnet, weltweit übersetzt und gespielt. Seit 2024 ist die auf Kroatisch und Englisch schreibende Dramatikerin die Künstlerische Leiterin für Schauspiel am Nationaltheater Zagreb. „Die Verstreuten“ ist Tena Štivičićs neuestes Stück, das sie eigens für das Berliner Ensemble verfasst hat. In dieser Spielzeit wird außerdem zum ersten Mal der Helene Weigel Theaterpreis in der Kategorie Nachwuchs vergeben. Alleinjurorin und Ensemblemitglied Kathleen Morgeneyer zeichnet damit Amelie Willberg aus. Willberg, die 2023 ihr erstes festes Engagement am Berliner Ensemble antrat, begeisterte in dieser Spielzeit Kritik und Publikum unter anderem mit ihrer Darstellung der Katrin in Charlotte Gneuß’ „Gittersee“.
Schwanensee aus Kiew
Vom 22. bis 24. Januar gastiert das „Kyiv Classic Ballet“ im Berliner Admiralspalast mit Tschaikowskys „Schwanensee“. Das 30-köpfige Ensemble ist erstmals auf Deutschlandtournee. „Schwanensee“ zählt zu den bekanntesten und beliebtesten Ballettwerken der Welt. Die Handlung dreht sich um Prinz Siegfried, der sich in die Schwanenprinzessin Odette verliebt. Diese wurde vom bösen Zauberer Rotbart in einen Schwan verwandelt. Die verzauberte Prinzessin und ihre Gefolgschaft von Schwanenmädchen sind nur nachts menschlich und verbringen den Tag in ihrer schwanenhaften Gestalt am See. Siegfried schwört Odette ewige Liebe, um den Bann zu brechen. Rotbart will das nicht zulassen und lässt Siegfried vom „schwarzen Schwan“ Odile verführen, die dieser fälschlich für Odette hält. Diese Verwicklung führt zum dramatischen Kampf zwischen Siegfried und Rotbart und der Frage, ob die wahre Liebe siegen wird.
Karten und Infos gibt es im Internet: www.admiralspalast.theater
Kulturverführung vom 5. Dezember 2025
Theater: „Eine Stadt in Trümmern, zweieinhalb jüdische Schwestern zurück in ihrer ehemaligen Heimat, um zu schauen, ob man hier noch leben kann, ein Vater mit vielen Gedanken und Plänen, eine Mutter, die sie dann umsetzt, ehemalige und zukünftige Liebschaften, zwei Systeme voller Utopien, jede Menge Musik und – ach ja – der Holocaust war ja auch noch. Aber das waren andere Zeiten. Das war damals. Also vor einigen Monaten. Vielleicht sogar Jahren! Jetzt ist es Zeit, abzuhaken. Zeit für ein Wirtschaftswunder. Zeit für ein realsozialistisches Land. Zeit für einen Kalten Krieg. Zeit für ein Musical. Denn alles andere würde nur dazu führen, dass man sich mit der Realität auseinandersetzen muss. Und das will wirklich niemand. Denn auf der einen Seite der Stadt gibt es bereits Coca-Cola statt ,Heil Hitler‘, und auf der anderen dürfen Faschisten gar nicht existieren, also gibt es auch keine. Hereinspaziert!“ So beschreibt das Maxim Gorki Theater seine neue Produktion „East Side Story – A German Jewsical“. Der absurd-dramatische Musicalabend ist inspiriert von Hildegard Knef, South Park, Fritz Bauer, Billy Wilder und anderen. Premiere ist am 18. Dezember. Da gibt es zwar nur noch Restkarten, aber weitere Aufführungen sind geplant – unter anderem am 31. Dezember und am 1. Januar. Maxim Gorki Theater, Am Festungsgraben 2, 10117 Berlin, Karten und Informationen im Internet: www.gorki.de
Konzert: Tanja Tetzlaff und Kiveli Dörken spielen am 16. Dezember in Berlin. Tanja Tetzlaff bringt seit Jahren auch Themen wie Naturschutz und Klimawandel in den Konzertsaal. Für das Filmprojekt der Cellistin „Suiten für eine verwundete Welt“ entstand Thorsten Enckes „Black Ice“, dem Tetzlaff gemeinsam mit der Pianistin Kiveli Dörken ein Werk der mexikanischen Komponistin Diana Syrse gegenüberstellt. Cellosonaten aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts von Schostakowitsch und der Niederländerin Henriëtte Bosmans runden das Programm ab. Pierre-Boulez-Saal, Französische Straße 33 D, 10117 Berlin, Karten und weitere Informationen unter: www.boulezsaal.de
Ausstellung: Mit „I’m not here forrrrr…“ zeigt der Gropius Bau bis zum 18. Januar die bisher größte Einzelausstellung der Künstlerin und Choreografin Ligia Lewis. Die Ausstellung umfasst neue und bereits existierende Arbeiten, die im Erdgeschoss sowie im Lichthof des Gropius Baus zu sehen sein werden. Ligia Lewis lebt seit 2013 in Berlin und hat eine vielschichtige choreografische Praxis entwickelt, die Performance, Live-Installation und Film miteinander verbindet. Ihre Arbeiten kreisen um Themen wie Race, Gender, Gewalt und Widerstand und untersuchen, wie diese Dynamiken unsere Gegenwart immer wieder heimsuchen und prägen. Gropius Bau, Niederkirchnerstraße 7, 10117 Berlin, Informationen: www.berlinerfestspiele.de Martin Rolshausen