Greenpeace ist so etwas wie die Mutter der Naturschutzorganisationen. Die Erfolgsgeschichte begann vor 55 Jahren. Seitdem haben die Mitarbeiter und Ehrenamtlichen weltweit einiges bewegt und verändert.
Man mag sich gar nicht vorstellen, wie unsere Erde heute aussehen würde, gäbe es nicht die vielen Natur- und Tierschutzorganisationen weltweit. Die Öko-Bewegung, die durch ihre spektakulären Aktionen und wissenschaftliche Arbeit den Umweltschutz auf eine neue Ebene gehoben hat, ist sicherlich Greenpeace. Eine kleine Gruppe entschlossener Menschen, die 1971 im kanadischen Vancouver mit einem klapprigen Schiff versuchten, Atomtests zu verhindern, bildete den Auftakt der Erfolgsgeschichte von Greenpeace. Was die Streiter für die Natur bis heute alles erreicht haben, sucht seinesgleichen. Mittlerweile ist die Organisation gewaltig gewachsen, ist in 55 Ländern vertreten, hat weltweit über drei Millionen Fördermitglieder, rund 620.000 in Deutschland. Das Markenzeichen von Greenpeace sind die aufsehenerregenden Aktionen, teilweise auch am Rand der Legalität, wie gerade aktuell das Überkleben der Verkehrsschilder an deutschen Autobahnen mit dem Tempolimit 100 km/h. Überhaupt sind es die Aktivisten, die beeindrucken. Die oft ehrenamtlich Tätigen nehmen bei Einsätzen auch immer wieder Risiken in Kauf, um auf Missstände aufmerksam zu machen.
„Protest ist ein erprobtes Mittel“
Doch genau das ist es, was die Menschen brauchen, um nicht gleich wieder zu vergessen. So wurde zum Beispiel auch der Schutz der Wale erreicht. Die Bilder und Videos der Greenpeace-Aktivisten in den 70er- und 80er-Jahren, wie sie in ihren kleinen Schlauchbooten auf offenem Meer versuchten, die Walfänger auf ihren großen Schiffen zu behindern, dazwischen immer wieder von Walblut gefärbtes Wasser oder ein gefangener und aufgeschlitzter Wal, schockten die Öffentlichkeit. Ein weltweiter Protest wurde entfacht, Politiker gerieten unter Druck. Schließlich wurde ein Verbot des kommerziellen Walfangs erlassen. Für ihre Aktionen erntet Greenpeace auch manchmal Kritik. Doch „Protest ist ein erprobtes Mittel in der Geschichte der Menschheit, um auf Missstände aufmerksam zu machen“, sagt Martin Kaiser, Chef von Greenpeace Deutschland. Und Protest kann heutzutage nicht drastisch genug sein, um aufzuschrecken. Denn in unserer schnelllebigen Zeit, in der die Menschen von medialer Überflutung auch teilweise abgestumpft sind, lockt man mit leisen Aktionen kaum mehr jemanden hinterm Ofen hervor.