Wie Künstliche Intelligenz immer mehr unseren Alltag bestimmt
Künstliche Intelligenz (KI), etwa Chat-GPT, beherrscht als Thema landauf, landab die deutsche Medienlandschaft. Die Gesellschaft ist aufgeschreckt, Meldungen über Fake-Recherchen, künstliche Bilder und Gemälde machen die Runde. Vor Kurzem kam selbst Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt – ob der Aberkennung seines Doktortitels durch die Technische Universität Chemnitz ohnehin unter Druck – abermals in den Verdacht, viele seiner Reden mithilfe von KI angefertigt zu haben – natürlich ohne entsprechende Kenntlichmachung.
Das bringt die Problematik auf den Punkt. Immer steht die Frage im Raum: Macht die Maschine den Menschen überflüssig? Wird sie ihn Schritt für Schritt ersetzen? Wird der Mensch, werden Generationen von Berufszweigen wie Journalisten, Grafiker, Autoren, Filmemacher durch KI und künstlich erzeugte Videos, Bilder, Beiträge arbeitslos? Haben nur noch Handwerker und manuelle Dienstleister eine Chance?
Wenig diskutiert und von den Verantwortlichen der KI-Industrie meist unterdrückt ist jedoch eine nicht minder wichtige Frage: Macht KI uns dumm? Beide Fragen sind verknüpft, daher zunächst zu den Befürchtungen und der absehbaren Entwicklung, die sich bei KI abzeichnet.
Auch wenn es paradox ist, so kommen die heftigsten Proteste gegen KI vor allem von der Jugend, die eigentlich liebend gerne Chat-GPT nutzt. Viele Größen der sozialen Medien werden inzwischen bei Vorträgen über den Aufstieg der KI von der studentischen Jugend ausgebuht. In den USA wird das KI-optimistische Tech-Bro-Narrativ schon seit Längerem angefeindet. Dort macht das Wort von einem sogenannten „AI-Backlash“ die Runde, das heißt die Ablehnung von KI und den Konzern-Giganten, die dahinterstehen. Europa wird folgen, das ist absehbar.
Befeuert wird der KI-Hype aktuell vor allem von China. Dort kann man als letzten Schrei für wenig Geld per Fernzugriff auf dem eigenen Laptop einen sogenannten KI-Agenten namens Openclaw einrichten, der im Chatfenster nicht wie bisher nur Fragen beantwortet, sondern tatsächlich konkrete Aufgaben selber übernimmt: E-Mails formulieren, Arbeitsabläufe organisieren, Dateien ordnen und vieles mehr. Openclaw ist kein Chatbot, der Fragen extern beantwortet, sondern seine Software läuft auf dem eigenen Rechner, hat Zugriff auf interne Dateien und Schnittstellen und erledigt Aufgaben selbständig. Kurz: Es ist ein System, das nicht antwortet, sondern selbst handelt und quasi als Projektmanager fungiert.
Der ursprüngliche Zweck von KI war es, das Leben des Nutzers zu verbessern und zu vereinfachen. Nicht ihn zu ersetzen! Die Gefahr ist mit ChatGPT und Ähnlichem virulent geworden. Eine noch größere Gefahr in KI sehen Intellektuelle darin, dass die künstliche Intelligenz die natürliche verdrängt. Zur Beantwortung der Frage, ob KI uns dümmer macht, müsste man wissen, was Intelligenz eigentlich ist. Für Intelligenz gibt es keine allgemeingültige Definition. Gemeinhin wird der Begriff umschrieben als die geistige Leistungsfähigkeit, Probleme zu lösen. Annäherungsweise zur inhaltlichen Bestimmung hat die Wissenschaft den Intelligenztest und die IQ-Quote erfunden.
Legt man den IQ-Test zugrunde, so könnte KI durchaus schon einen negativen Einfluss haben, sieht man in Deutschland einmal vom Schulsystem in gewissen Bundesländern ab. So war in der Zeitung zu lesen, dass Menschen in den Industrieländern im IQ-Test immer schlechter abschnitten. Für einen Beweis reicht das aber noch nicht. Da sich die Probleme des sogenannten „modernen Menschen“ seit 300.000 Jahren ständig verändert haben und komplexer geworden sind und er damit immer besser und auf höherem Niveau fertiggeworden ist, besteht die Wahrscheinlichkeit, auch KI in den Griff zu bekommen. Zumindest ist das die Erwartung!
Ein Wermutstropfen bleibt dennoch. Es gibt andererseits auch Studien, die zum Ergebnis kommen, dass bei Menschen, die sich ständig auf KI verlassen, nicht nur die kognitive Leistung und das kritische Denken abnehmen, sondern auch zwischenmenschliche Kompetenzen wie Empathie und Fürsorge. Und das wäre wirklich zum Fürchten.