Julie Legouez (37)
Bildende Künstlerin | Britz
Eigentlich wollte sie Bühnenbildnerin werden, hat sich dann aber für die Bildende Kunst entschieden. Zweidimensionales Arbeiten reicht ihr heute nicht mehr. Sie „inszeniert“ räumliche Bilder. Mit Möbeln, aber auch mit Alltagsobjekten. Dazu kommen Fotos, Sound und sogar Gerüche. Ihre sehr persönliche multimediale Solo-Ausstellung „Your empty chair“ war ihrer im vergangenen Herbst verstorbenen Oma gewidmet. Bilder von ihr wurden per Fototransfer auf einen Wandschirm übertragen. In einem medizinischen Rollwagen lagen ihre Groschenromane. Etwas weiter ihre Schuhe. Die Künstlerin, die sich ehrenamtlich in der Hospizarbeit engagiert, ließ die Oma dank Videosequenzen und Tonaufnahmen ein Stück weit wieder lebendig werden. Besucher hörten ihre letzten Atemzüge. Auf Original-Taschentücher der Oma hatte Julie Legouez ihre Abschiedsworte gestickt. „Was bleibt übrig von einem Leben und wie verbindet sich Erinnerung mit Bildern, Dingen und Räumen?“, fragt sie sich. Eigentlich sind die Arbeiten der Meisterschülerin von Werner Liebmann immer persönlich. In ihrem Buch „The Cure“ verarbeitet sie etwa mit Fotos häusliche Gewalt, die sie selbst erlebt hat. Und weil Kunst immer auch politisch ist, hat sie mit Künstlerin Evelina Reiter die feministische Ausstellungsreihe „Fight or Flight“ (Kampf oder Flucht) ins Leben gerufen. In diesem Jahr geht es um Sex. julielegouez.de