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WAS MACHT EIGENTLICH...

Nach der Ehe mit Dennis Hopper, die nur acht Tage dauerte, war Sängerin Michelle Phillips zweitweise mit Jack Nicholson liiert. Hier im Jahr 1971
Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS

Michelle Phillips?

Sie ist das einzige noch lebende Mitglied der legendären 60er-Jahre-Folk-Gruppe The Mamas and the Papas und hatte nach deren Ende als Schauspielerin Erfolge mit Filmen wie „Jagd auf Dillinger“. Heute lebt die 81-Jährige nach drei Ehen und zahlreichen Promi-Beziehungen zurückgezogen in Los Angeles.

Nach einem bewegten Leben zwischen Hippie-Musikszene und Film- und Fernsehbusiness genießt Michelle Phillips heute ihr Leben in ihrem relativ bescheidenen Haus in Los Angeles. Aus ihrer großen Karriere in der Flower-Power-Musikszene schmücken heute noch Erinnerungsstücke die Wohnzimmerwände, etwa der Grammy für das von ihr mitkomponierte „Monday Monday“, mehrere Goldene Schallplatten oder gerahmte Zeitungsausschnitte aus den 70er- bis 90er-Jahren. Über ihrem Piano hängt ein gemeinsames Foto mit ihrem verstorbenen Ex-Mann und Bandkollegen John Phillips, an den sie sich heute mit Bewunderung und Respekt erinnert.

Sang nie gern vor Publikum

Vom früheren Glamourleben der Musik- und Filmbranche hat Phillips sich weitgehend zurückgezogen. Seltene Schnappschüsse zeigten sie etwa jüngst beim Einkaufen in L.A., beim Betanken ihres 1989er Mercedes 560SL oder 2024 bei der Grammy-Verleihung. Wichtig seien ihr jetzt nur noch „die Kinder und Enkelkinder. Der Rest ist Vergangenheit.“ Ihr Wunsch, vielleicht doch noch mal vor der Kamera zu stehen, blieb bisher unerfüllt, das sei eben „sehr schwer für eine ältere Schauspielerin.“ Viel Zeit verbringt Phillips mit ihrer 57-jährigen Tochter Chynna, die es als großes Glück bezeichnet, „eine solche Mutter zu haben.“ Chynna war Mitglied der Anfang der 90er-Jahre erfolgreichen Girlgroup Wilson Phillips, worüber ihre Mutter anfangs gar nicht glücklich war und vergebens versucht hatte, sie davon abzuhalten. Weil der Apfel aber oft nicht weit vom Stamm fällt, landeten etwas später auch ihr Sohn Austin Hines (aus der Beziehung zu Schauspieler Grainger Hines) als Darsteller und ihr Adoptivsohn Aron Wilson als Produzent im Showbusiness.

Michelle Phillips (81) lebt heute zurückgezogen in Los Angeles. Hier besuchte sie 2025 die 14. LACMA-Gala in L.A.
Michelle Phillips (81) lebt heute zurückgezogen in Los Angeles. Hier besuchte sie 2025 die 14. LACMA-Gala in L.A. - Foto: picture alliance / NurPhoto

Michelle Phillips, von der Fachpresse oft als „reinste Sopranstimme der Popmusik“ bezeichnet, stand bei den The Mamas and the Papas oft im Schatten von Kollegin „Mama“ Cass Elliot. Nur beim Hit „Dedicated to the One I Love“ übernahm Michelle die Solostimme. Sie selbst bezeichnete sich aber auch eher als „Gruppensängerin“, die sich im mehrstimmigen Gesang am wohlsten gefühlt hat. Trotzdem veröffentlichte sie 1977 ihr einziges Solo-Album „Victim of Romance“, hat aber darauf verzichtet, es durch Konzerte zu promoten: „Ich singe wirklich nicht gern vor Publikum.“ Zudem bekannte sie 2022 im „Rolling Stone“, dass sie ohnehin die Schauspielerei lieber gehabt habe als das Singen.

Vor ihrer Musikkarriere hatte Phillips einen gut dotierten Vertrag mit einer Modelagentur und posierte vor allem für Teenager-Dessous. Ihr Mann John überredete sie dann zu ihrer Verblüffung, Mitglied seiner neuen Gruppe Mamas and Papas zu werden, obwohl sie selbst sich gar nicht als Sängerin gesehen hat. Das erwartete „große Geld“ floss aber erst, als das Ehepaar Phillips den gemeinsam geschriebenen Song „California Dreaming“ aus der Schublade holte und 1965 damit einen Riesenhit landen konnte. Von da an war das Folk-Quartett mit seinem ungewöhnlichen Gesang mit je zwei Frauen- und Männerstimmen drei Jahre lang aus den Hitlisten nicht mehr wegzudenken, bis es an einer Beziehung Michelles mit dem anderen „Papa“, Denny Doherty, zerbrach. Phillips hat ihre Erinnerungen an diese stürmische Zeit im kalifornischen, von zahlreichen Prominenten bevölkerten Hippie-Viertel „Laurel Canyon“ in ihren 1986 erschienenen Memoiren „California Dreaming“ festgehalten.

Durchaus noch offen für Dates

Michelles schon länger gehegter Wunsch, an einem echten Biopic über die Mamas and Papas mitzuarbeiten, blieb bisher unerfüllt, obwohl unter ihrer Mitwirkung zumindest einige Dokumentationen und Sonderprojekte (zuletzt 2023 die Doku „California Dreaming“) über die einflussreiche Band entstanden sind.

Nach drei Ehen – darunter eine achttägige mit Kollege Dennis Hopper – und zahlreichen Beziehungen zu Prominenten wie Jack Nicholson oder Warren Beatty, war Phillips zuletzt seit Ende der ­90er-Jahre bis zu dessen Tod 2017 mit dem Schönheitschirurgen Steven Zax liiert. Seitdem lebt sie allein, ist nach eigenen Worten für Dates durchaus offen, möchte aber nicht mehr von einem Mann abhängig sein. Michelle ist froh, dass sie seit dem Ende der Corona-Pandemie wieder ihre beliebten Dinner-Partys veranstalten kann, zu denen sie regelmäßig ein gutes Dutzend Bekannte in ihr Haus in L.A. einlädt. An die Covid 19-Einschränkungen denkt sie ungern zurück: „Ich lief tagelang zu Hause im Pyjama rum und habe schon zum Frühstück Rotwein getrunken“, beschreibt sie ihre damalige Pandemie-Routine.

Michelle wurde 1998 in die Rock-’n’- Roll-Hall-of-Fame aufgenommen und rangiert unter den Top-100-Frauen des Rock ’n’ Roll auf Platz 23. 

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