Die meisten Geflüchteten in Deutschland arbeiten, so die Zahlen des Bundesamtes für Migration und des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung. Dabei gilt: Je länger sie im Land sind, desto höher die Chance auf einen Job.
Laut Statistik leben in Deutschland derzeit etwa 3,4 Millionen Geflüchtete, die meisten davon aus der Ukraine – dies sind alleine bereits 1,33 Millionen Menschen, darunter viele Mütter mit Kindern – und Syrien. 2025 stammten die meisten Asylanträge laut Bundesamt für Migration von Menschen aus Afghanistan, Eritrea und Somalia.
Die meisten von ihnen arbeiten: Etwa die Hälfte der in Deutschland lebenden Ukrainerinnen und Ukrainer arbeiten, von den übrigen Asylsuchenden arbeiten circa 800.000. Damit hat sich der Anteil der in Arbeit befindlichen Asylsuchenden seit 2014 mehr als verzehnfacht. Die meisten von ihnen arbeiten als sozialversicherungspflichtig Beschäftigte (693.000), ein kleinerer Teil als geringfügig Beschäftigte (105.000). Die Beschäftigungsquote liegt bei 50,7 Prozent (Stand: Dezember 2025). Der Anteil der Personen in Arbeit ist damit höher als der Anteil der Menschen aus Asylherkunftsländern, die Sozialhilfen beziehen (40,5 Prozent). Die Arbeitslosenquote liegt bei rund 25,6 Prozent.
Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung hat dies 2024 untersucht: Je länger sich Geflüchtete in Deutschland befinden, desto besser ist ihre Chance, eine Arbeit zu finden. Rund zwei Drittel (64 Prozent) der Geflüchteten, die 2015 kamen, sind erwerbstätig, davon fast drei Viertel in Vollzeit. Ihre Beschäftigung ist in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen. Nach acht und mehr Jahren Aufenthalt haben geflüchtete Männer eine höhere Erwerbstätigenquote (86 Prozent) als die durchschnittliche männliche Bevölkerung in Deutschland (81 Prozent). Bei geflüchteten Frauen liegt die Quote deutlich niedriger (33 Prozent). Kurz nach ihrer Ankunft in Deutschland haben noch die wenigsten Geflüchteten Arbeit, denn sie unterliegen einerseits einem Arbeitsverbot, andererseits haben sie noch keine Sprachkenntnisse. Im ersten Jahr haben nur sieben Prozent von ihnen eine Stelle, nach sechs Jahren sind es 54 Prozent, nach sieben Jahren 62 Prozent.
Beschäftigungsquote steigt kontinuierlich
Im Februar hat Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) einen Aufnahmestopp für freiwillige Sprachkurse verhängt, wie es heißt aus Spargründen. Betroffen davon sind Asylbewerber, Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine und Menschen, die mit einer Duldung in Deutschland leben. Es trifft aber auch Arbeitsmigranten aus EU-Mitgliedsstaaten.
Das Problem für diese Menschen ist, dass an Ausbildungsstellen oder Schulen in aller Regel ein Sprachnachweis (B2 oder C1) erwartet wird oder sogar gefordert ist. Wer trotzdem einen Sprachkurs machen will, müsste den aus eigener Tasche bezahlen, Kosten: zwischen 1.500 und 2.000 Euro. Für Menschen in diesen Situationen in der Regel also nicht leistbar.
Die Kritik an diesen Kürzungen kommt von unterschiedlichen Seiten. Der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städtetags, Christian Schuchardt, sieht in den Zugangsbeschränkungen „kein gutes Signal“. Jeder Geflüchtete in Arbeit entlaste die Sozialkassen, aber ohne Integrationskurse werde eine Arbeitsaufnahme fast unmöglich.
Genauso argumentiert auch der Städte- und Gemeindebund. Dessen Hauptgeschäftsführer André Berghegger sprach ebenfalls von einem „vollkommen falschen Signal“ und forderte, die Zulassungsbeschränkungen wieder rückgängig zu machen.
Und selbst die Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration, Natalie Pawlik (SPD), wird mit den Worten zitiert: „Mittel- und langfristig gesehen schaden wir uns damit selber, weil wir die Menschen eben in Abhängigkeit belassen, statt ihnen durch den Zugang zur Sprache den Weg in die Selbstbestimmung und den Zugang auf dem Arbeitsmarkt zu ebnen.“