Seit exakt drei Jahrzehnten versorgt uns Todd Thibaud mit unverändert frischem Gitarren-Rock – und der ist sendungsbewusst, wunderbar popaffin und köstlich rock-’n’-rollend.
„Favorite Waste Of Time“ hieß das allererste Meisterstück. Mit „Little Mystery“ (1999), „Squash“ (2002), „Broken“ (2009) und „Waterfall“ (2013) folgten in den folgenden Jahren weitere.
Unvergesslich bleibt auch Thibauds fulminanter Auftritt an seinem 37. Geburtstag beim Glitterhouse-Festival in Beverungen 1999. „Todd’s Birthday Party“ dokumentiert als Live-CD diese mitreißende Show. Ein Schnappschuss ins Publikum wurde als Cover gewählt. Was dem in der ersten Reihe stehenden Rezensenten seinen ersten und einzigen Auftritt auf einem Plattencover einbrachte.
Dieses aktuelle, erneut beim schwäbischen Blue-Rose-Label veröffentlichte Album mit dem passenden Titel „Alchemy“ macht ebenso Laune.
„Follow“ eröffnet den fabelhaften Reigen mit brillant treibender Saitenpracht und offensiver Rhythmik. Der US-Amerikaner lässt seine Gitarre hier – wie so oft – genauso intensiv und melodisch singen, wie er es mit seiner charismatischen Stimme tut. Chorus-Stimmen verdichten diesen Effekt noch.
„Fight Or Flight“ schrammelt und schneidet mit Wucht und Finesse gleichermaßen, und der Refrain von „Burn“ transportiert sein Thema mit himmelwärts strebender Pracht: Die allgegenwärtige, bisweilen aber eben viel zu oft verdrängte Liebe siegt über alle Ängste, die uns so regelmäßig im Nacken sitzen. Nun, mit solcher Musik ist das vergleichsweise einfach. Kein Song fällt ab, die komplette Laufzeit von „Alchemy“ ist euphorisierend. Selbst wenn es einmal getragener zugeht, wie auf dem sehnsüchtig appellierenden „Wait For Me“. Thibauds samtig-rauer Gesang geht ohnehin immer unter die Haut.
Einen weiteren Höhepunkt hat das Werk mit dem hochmelodischen, ungemein kraftvollen „Alchemist“ – „Fleetwood Mac trifft die Lemonheads“, fantasiert der Info-Zettel dazu treffend. Und auch „Good Things Now“ mixt anschließend Sixties, Surf, Tropical, Pop und Country ganz vorzüglich.