Immer wieder haben sogenannte All-Star-Bands, welche sich aus diversen „Fremdgängern“ verschiedener Stamm-Bands zu rekrutieren pflegen, die Pop-Geschichte auf erfrischend unbeschwerte Art und Weise bereichert: The Setters, Golden Smog, Danny & Dusty, Gone Fishin’ – um nur ein paar wenige zu nennen.
Auch The Minus 5 entstanden so. Tausendsassa Scott McCaughey genügte es vor 30 Jahren nicht, mit seinen wunderbaren Young Fresh Fellows die Pop-Szene aufzumischen. Ebenso ging es auch dem R.E.M.-Gitarristen Peter Buck. Schon waren beide ein Team, das regelmäßig weitere Sidekicks einlud, temporär einzusteigen, einfach mit- und draufloszuspielen.
Exakt hier liegt das Potenzial solcher Projekte: alles nicht zu ernst nehmen, gemeinsam Spaß haben, locker bleiben, vermeintliche (Band-)Korsetts sprengen.
Heuer sind es Debbi Peterson (Ex-Bangles), Jeff - Tweedy-Sohn Spencer und die Session-Cracks Kurt Bloch und Linda Pitmon, die ein neues, erneut begeisterndes The-Minus-5-Album mit ihren üppigen Kompetenzen vollmundig in Szene setzen. Von jeher fielen bezüglich dieser illustren, längst zu einer etablierten Combo gereiften Schar Vergleiche mit den Beatles, den Byrds, Giant Sand, den Beach Boys. Auch R.E.M. wurden immer wieder zu Recht in die Waagschale geworfen.
Dieses neue Werk mit dem entspannten Cover-Bild und dem schönen Titel „Oar On, Penelope!“ summiert all diese ehrenwerten Einflüsse erneut zu einem infizierenden Power-Pop, der Laune macht, weil er mit Melodien, forcierter Rhythmik, Weltumarmungs-Charme und stimmlicher Vielfalt gleichermaßen prahlt.
Mastermind McCaughey erlitt vor knapp acht Jahren einen Schlaganfall, von dem er sich gut erholen konnte.
So pflegt der 71-Jährige neben The Minus 5 seine weiteren Bands The Baseball Project und die Young Fresh Fellows mit gleichberechtigter Leidenschaft. Produziert hat das Sommer-Highlight „Oar On, Penelope!“ Ed Stasium, ein Meister seines Fachs. The Ramones, The Replacements und die Talking Heads zählten zu seinen Kunden.