Will Oldham alias Bonnie ‚Prince‘ Billy ist einer der allergrößten, beständigsten und erfreulicherweise auch produktivsten Singer-Songwriter dieser Zeit. Jene gut drei Jahrzehnte, seitdem sein legendäres Debüt „There Is No-One What Will Take Care Of You“ (damals noch unter dem Namen Palace Brothers) erschienen ist, sind gespickt mit Meisterwerken.
Zuletzt begeisterten insbesondere seine Alben „I Have Made A Place“ (2019) und „The Purple Bird“ (2025). Kein Wunder, dass beide nicht nur auf diesen Seiten angemessen gewürdigt wurden …
Das „gemeinsame Musizieren als Praxis des Überlebens“ wurde als explizites Motto für „We Are Together Again“ ausgegeben. Die Zeiten sind wahrlich hart und unübersichtlich, man könnte mitunter verzweifeln. Mit diesem Album wird ein vergnügliches Gegengift geboten. Es ist das harmonieseligste Werk des Barden bis dato.
Natürlich bleibt Bonnie ‚Prince‘ Billys eigentümliche Stimme zart und brüchig, bisweilen kippt sie weg. Und damit bleibt sie weiterhin Lichtjahre von Glätte und Gefälligkeit entfernt … Doch spürt man jederzeit die Mühe und bestimmt auch das Bedürfnis aller zahlreichen Akteure nach Wohlklang und Gemeinschaft. Melodien, die der Seele schmeicheln, finden sich zuhauf.
Schon die beiden dieses Werk rahmenden Tracks „Why Is The Lion?“ und „Bride Of The Lion“ wissen mit Schönheit zu überwältigen. Acht weitere Songs stehen diesbezüglich in nichts nach.
Etliche befreundete Gäste geben sich bei dieser musikalischen Zusammenkunft die Ehre. Jacob Duncan flötet und bläst das Saxofon, Thomas Deakin zupft seine elektrische Gitarre, Erin Hill spielt Harfe, Chris Bush brachte seinen modularen Synthesizer mit, Will Oldhams Bruder Ned seinen Bass, und Catherine Irwin singt seit vielen Jahren einmal wieder auf einem Album des Prinzen Billy. Die opulenten Streicherarrangements kommen von Ryder McNair.
Mit nichts wird hier gegeizt, am wenigsten mit Gefühl. Menschlich bleiben, freudvoll und hoffnungsvoll – so lautet die Einladung von „We Are Together Again“. Wer sollte diese ausschlagen?