Ein ikonisch-sakrales Intro, kurz darauf der Einstieg schwerer Gitarren und schließlich der Einsatz einer göttlichen Melodie, wie sie nur Hauptsongwriter Gregor Mackintosh schreiben und spielen kann. So beginnt das 17. Album der britischen Gothic-Metal-Legende Paradise Lost und zeichnet den Weg vor für eine Stunde gelebter Melancholie und meisterhaft inszenierter Schwermut.
Seit über 35 Jahren sind Paradise Lost nunmehr ein fester Bestandteil der dunklen Metalszene. Frühe Meisterwerke wie „Gothic“, „Shades of God“ oder „Icon“ zementierten ihren Status als Vorreiter des Gothic Metals. Danach wurde ausgiebig experimentiert – bis hin zu Depeche-Mode-Pop.
In den vergangenen 15 Jahren fanden die Trauerrocker um Sänger Nick Holmes und Gitarrengott Gregor Mackintosh langsam, aber sicher wieder den Weg zurück zu ihren Ursprüngen beziehungsweise zu dem unverwechselbaren Sound, der sie in den 1990ern auszeichnete.
„Ascension“ (dt.: Himmelfahrt) ist nun der vorläufige Höhepunkt dieser Entwicklung. Womöglich mag die Neueinspielung von „Icon“ eine Rolle gespielt haben, was in einigen Interviews betont wurde. Jedenfalls haben Paradise Lost selten so spielfreudig und abwechslungsreich geklungen wie auf diesem Album.
Bereits der Opener „Serpents Like a Grave“ ist eine Wucht und besticht durch machtvollen Gothic Doom. Die Stimme von Nick Holmes durchläuft während der zwölf Songs alle Facetten seines Könnens – von tiefen Growls à la „Gothic“ über melodisch-rauen Gesang, wie auf „Icon“ oder „Shades of God“, bis hin zu wundervollem Klargesang.
Wo es auf anderen Alben den ein oder anderen durchschnittlichen Song gegeben hat, ist auf „Ascension“ kein Ausfall zu verzeichnen. Im Gegenteil, jede Komposition ist auf höchstem Niveau und steht für sich allein. Neben schweren Doomwalzen wie „Salvation“ oder „Dilivium“ stehen Gothic-Hits wie „Savage Days“, „Tyrant’s Serenade“ oder der grandiose Rausschmeißer „A Life Unknown“.
Paradise Lost haben sich zweifellos ein weiteres Denkmal gesetzt. „Ascension“ ist schon jetzt das Gothic-Metal-Album des Jahrzehnts und wird ganz sicher bald als später Klassiker angesehen.