Nicole gilt als eine der bekanntesten Schlagersängerinnen – und hat ihre Wurzeln im Saarland, wo sie immer noch lebt. Mit ihrem Song „Ein bisschen Frieden“ avancierte sie 1982 zu einer der beliebtesten Sängerinnen, die dennoch immer Wert darauf legte, ihre Bodenhaftung nicht zu verlieren. Es folgte eine langjährige Karriere ganz ohne Skandale. Vor ein paar Jahren wurde es ruhiger um sie.
Nach einer Krebserkrankung meldet sich Nicole nun mit einem Live-Album zurück. Die Doppel-CD trägt den Titel „Carpe Diem – Live 2025“.
Nun könnte man denken, dass Nicole sich mit ihren persönlichen Schicksalsschlägen auseinandersetzt, aber stattdessen widmet sie sich produktiveren Dingen.
Auf dem Live-Album befinden sich einige Songperlen, welche das Leben, andere Kulturen – und den (interkulturellen) Dialog feiern. Unter anderem hat sie das alte und berühmte Antikriegslied „Sag mir, wo die Blumen sind“ neu aufgenommen. Man merkt ihrer Interpretation an, dass dieses Thema ihr persönlich am Herzen liegt, sie kämpfte während ihres Liveauftritts mit den Tränen. Auch ihr Song „Ein bisschen Frieden“ ist selbstverständlich auf dem Album vertreten.
Der moderne Titel „Nie mehr …“ richtet sich gezielt gegen rechte Gewalt –
und plädiert für eine ausgeprägtere Erinnerungskultur. Gute Laune soll bei einem Party-Medley, aber auch bei dem bekannten Song „Papillon“ aufkommen. Der Titel „Papillon“ ist eine Hommage an die Freiheit. Nicole erzählte einmal in einem Interview, dass sie diesen Song unter anderem in der ehemaligen DDR gesungen habe, um den Menschen Mut zu machen.
Auch der Titelsong „Carpe Diem“ („Nutze den Tag“) fordert dazu auf, optimistisch in die Zukunft zu blicken, im Hier und Jetzt zu leben und das Beste aus der Situation zu machen. Die Sängerin weiß, wovon sie redet respektive singt. Genau deswegen wirken und sind ihre Songs auch (fast) immer glaubwürdig. Ein Lied beschreibt Nicoles eigenes Seelenleben während der Krise: „Ich will Musik“.
Ein gelungenes Livealbum einer Kult-Sängerin, die immer noch gern – und zu Recht – auf der Bühne steht.