Attwenger ist eine österreichische Band, die 1990 gegründet wurde und dem Genre der „Neuen Volksmusik aus Linz“ zugeordnet wird, obwohl Letzteres mit seinem Start in den 1970er-Jahren gar nicht mehr ganz so neu ist.
Markus Binder bearbeitet ein Schlagzeug, diverse Elektronicas und die Maultrommel, Hans-Peter Falkner spielt eine steirische elektronische Knopfharmonika. Beide singen.
Ihre neun Vorgänger-Alben hießen „most“, „pflug“, „luft“, „song“, „sun“, „dog“, „flex“, „spot“, „drum“. Dieses neue heißt „wos“ – übersetzt: „was“.
Schräge Vögel? Kann man wohl sagen. Und auf der Bühne eine Wucht. Unfassbar cool, extrem tanzbar. Man muss sie erlebt haben – zum Beispiel beim Rudolstadt-Festival vor etwa zehn Jahren. „Eine wüste, schmutzige Musik“ befand „Der Spiegel“. „Schlagzeug-Quetschn-Gstanzl-Elektronik-Wahnsinn auf höchstem Niveau. Ein Teufelsritt“, sind die Worte von Radio Ö1. Und (nicht nur) die „Salzburger Nachrichten“ halten sie „unangefochten für die bedeutendste Band Österreichs“. Genug der – gleichwohl herrlich treffenden – Zitate.
„mia woin entschbauntn sozialismus / olle gratis in disco / oigemeinen feminismus / und weniger schdress / an gescheidn algorithmus / un kan nationalismus / und net so vü pessimismus / sonst wird olles witzlos.“ Dieser Sorte sind die Texte: wunderbar pointiert und – ja, man darf es so sagen: lebensnah.
Und die Rhythmen peitschen, knallen, klöppeln, schlingern, rattern, pulsieren, grooven. Die Knopfharmonika sorgt mitunter ebenfalls für (Stakkato-)Rhythmen, weiß aber auch melodisch zu glänzen. Manchmal ächzt sie geradezu. Oder sie jubiliert. Alles ist möglich. Und vergnüglich. Das ist meilenweit von Volkstümelei entfernt, auch wenn es mitunter lustvoll mit Klischees zu spielen weiß.
Auch ein paar Gäste an diversen Blasinstrumenten machen Freude. Hier noch die Geschichte, wie alles anfing: Attwenger bewarben sich beim Münchner Trikont-Label mit einer Kassette, einem VHS-Video und einer Karte, auf der stand: „Attwenger heißt im Dialekt denken, heißt den Schädel in den Most tunken.“ Die gegenseitige Liebe von Attwenger und Trikont hält seit 36 Jahren.