Was für ein Jahresbeginn! „Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne“, hat einst Hermann Hesse gedichtet. Dabei hat er kaum an die „Zaubereien“ gedacht, die uns die Weltpolitik in den ersten Tagen dieses Jahres liefert. Da waren die Neujahrsansprachen mit ihren Aufrufen zu mehr Zuversicht noch gar nicht alle gehalten.
Es fällt schon etwas schwer, sich noch einigermaßen auf die noch bevorstehenden Empfänge zu konzentrieren und auf das, was dabei zu den Herausforderungen in diesem Jahr für das Land gesagt wird. Zumal niemand wirklich abschätzen kann, wie die bösen Zaubernummern der Weltbühne durchschlagen.
Einfacher wird es nicht. Dafür braucht es keine prophetische Gabe.
Auch nicht, um die entscheidende Herausforderung für das Land festzumachen. Der große Transformationsprozess mit seinen Auswirkungen ist Sorge Nummer eins. Das immerhin teilen Saarländerinnen und Saarländer mit den Verantwortlichen in Kammern, Verbänden, Institutionen und, ja, auch der Politik, ob nun in Regierungs- oder Oppositionsverantwortung. Das könnte eigentlich, wie in der Vergangenheit, dazu führen, dass wir bei allen Diskussionen über die richtigen Wege im Grundsatz für das gleiche Ziel zusammenhalten.
Leichter gesagt als getan in einem Jahr mit unverkennbaren Zeichen des aufziehenden Wahlkampfs.
Die Ausgangslage dafür hat der Saarland-Trend Ende letzten Jahres skizziert.
Unzufriedenheiten und Verunsicherungen dürften dazu beitragen, dass Parteien, die sich nicht gerade mit konstruktiven Vorschlägen hervortun, Zustimmung bekommen. Beim Überbietungswettbewerb schriller Töne profitieren sie am ehesten. Eine These, die der Saarlandtrend durchaus nahelegt.
Womit der Wahlkampf ein Test auf die politische Kunst wird, sich dieser Falle zu entziehen. Zumal nicht ausgeschlossen ist, dass man sich nach der Wahl wieder zusammensetzen muss.
Und eine letzte These: Gerade in einem Jahr, das derart begonnen hat und in dem die Herausforderungen so klar sind, ist Besonnenheit als besonderes Gut mehr als willkommen. Das bringt auf den ersten Blick nicht gerade allzu viele Klicks und Likes, aber vermutlich etwas mehr Ruhe, vielleicht sogar etwas Zuversicht, und im Idealfall auch wieder Vertrauen.
Gutes Neues Jahr – und schönen Wahlkampf!