Es ist ein verzweifelter Kampf. In Spanien und Frankreich wüten Waldbrände in bislang nicht gekanntem Ausmaß. Wir sehen die Bilder und sind einigermaßen entsetzt. Wirklich vorstellen können wir uns kaum, wie den Menschen vor Ort zumute ist.
Vor einigen Jahren habe ich die verkohlten Hügel von Andalusien gesehen, nachdem dort schwere Brände große Landstriche verwüstetet hatten. Das Gefühl dabei ist schwer zu beschreiben. Und doch: Gegen das, was derzeit die betroffenen Regionen in Spanien und Frankreich erleben, kein Vergleich. Es sind die sichtbaren Folgen des Klimawandels. Weniger sichtbar, aber dafür umso erschreckender ist, was Meeresforscher inzwischen sehen.
Die Zahl der Menschen, die vom Menschen gemachten Klimawandel nichts wissen wollen, ist zuletzt wieder gestiegen. Das Klima hat sich schließlich immer schon verändert.
Stimmt.
Vor etwa drei Millionen Jahren, im Pliozän, wie das Erdzeitalter genannt wird, gab es CO2-Konzentrationen ähnlich wie heute, und die Temperaturen stiegen, Meere waren über 40 Grad warm. Mit entsprechenden Folgen für alles, was damals lebte. Bekanntlich hatte das Leben auch diese Zeit überstanden. Tiere und Pflanzen (Menschen gab es noch nicht) hatten viele zehntausend Jahre Zeit zur Anpassung an eine Entwicklung, die wir Menschen in gerade mal einem Jahrhundert geleistet haben.
Es gibt ernst zu nehmende Klimaszenarien, wonach wir in ein paar Jahren genau diesen Zustand der großen „Heißzeit“ erreicht haben könnten. Zeit zur evolutionären Anpassung: keine. Das haben wir in den vergangenen Hitzewellen gesehen und sehen es aktuell.
Wir sehen auch, welche Menschen jetzt besonders betroffen sind. Da wirkt es schon einigermaßen zynisch, wenn darüber gestritten wird, ob die Zahlen zur „Übersterblichkeit“ (ein fürchterlicher Begriff) tatsächlich so stimmen. Es sind ja schließlich „nur“ Schätzungen.
Da kann man auch schon mal die mühsam selbstgesteckten Klimaschutzziele reihenweise aufweichen. Schließlich muss die Wettbewerbsfähigkeit gesichert werden – und außerdem müssen ja auch noch „die Menschen mitgenommen werden“.
Die fragen sich allerdings schon länger: wohin?