Es ist alles eine Frage des Vertrauens. Und das ist bekanntlich seit geraumer Zeit am Bröckeln.
Was aber, wie so vieles, keineswegs generell und überall gilt.
Forscher der Informatik an der Uni Saarbrücken haben in einer Studie festgestellt, das Programmierer einem KI-Assistenten offenbar mehr vertrauen als einem menschlichen Kollegen.
Was in etwa bestätigt, was eine frühere Studie ebenfalls an der Uni des Saarlandes festgestellt hat: Wenn Urlaubspläne von einem Computerprogramm erstellt werden, halten Mitarbeitende das für gerechter, als wenn darüber von einem Chef oder einer Chefin entschieden wird (sogar dann, wenn jemand sich selbst benachteiligt fühlt).
Kein Wunder also, dass Menschen auch KI-Antworten für bare Münze nehmen, obwohl nachgewiesen ist, dass die KI „halluziniert“, wie Experten das nennen, sprich: Zu einem hohen Prozentsatz sind Antworten falsch oder sogar frei erfunden. Algorithmen sind halt auch nur Menschen.
Nur: Würden Menschen dabei ertappt, wäre es mit dem Vertrauen vorbei. Die Technik scheint gegen Vertrauensentzug ziemlich immun.
Wieso eigentlich?
Und das, wo wir sonst zunehmend keinem und nichts mehr vertrauen? Außer natürlich dem, was uns unser Smartphone zeigt.
Dass das wiederum dazu neigt, uns etwa bevorzugt Clips von politischen Rändern anzuzeigen, ist jetzt – einmal mehr – durch eine Studie der Uni Potsdam und der Bertelsmannstiftung nachgewiesen worden.
Und jetzt?
Mehr Medienbildung!
Die Forderung kommt nach jeder neuen Studie so schnell, dass selbst der Algorithmus Mühe hat, nachzukommen und derlei Forderungen Nutzerinnen und Nutzern vorzuschlagen. Was auch wenig helfen würde. Selbst Forscher räumen ein: Wie genau die Algorithmen funktionieren, ist leider nicht öffentlich bekannt. Die Folgen allerdings schon.
Nun hilft aber auch kein dystopischer Kulturpessimismus. Davon gibt es schon genug. Und neu ist das in der Menschheitsgeschichte auch nicht. Steht nicht schon seit alten Zeiten so etwas geschrieben wie: „Macht Euch die Technik untertan“? Von „Macht Euch der Technik untertan“ war da keine Rede.