So also sehen sie aus, die „demokratiegefährdenden Diffamierungen“ und der „autoritäre Umbau“ der Gesellschaft. Betrieben vom Verfassungsschutz mit seiner gutachterlichen Feststellung, dass die AfD als Partei „gesichert rechtsextremistisch“ ist.
Was die AfD-Spitze für einen „schweren Schlag gegen die Demokratie“ hält und weshalb sie selbst von ihren Rechten in einem funktionierenden demokratischen Rechtsstaat Gebrauch macht und sich juristisch gegen das Gutachten zur Wehr setzt.
Das wiederum findet weltweit Beachtung. US-Vizepräsident Vance meint, das „deutsche Establishment“ würde mit dem Gutachten die Berliner Mauer wieder aufbauen. Muss man nicht verstehen. Dafür erklärt US-Außenminister Rubio etwas klarer, das alles sei „verdeckte Tyrannei“. Woraufhin das Auswärtige Amt dem Kollegen höflich erläutert, es handele sich um „Demokratie“ und überhaupt hätten „Gerichte das letzte Wort“.
Fast zur gleichen Zeit gibt Rubios Chef, US-Präsident Trump, in einem Interview (mit NBC) völlig überraschend zu, von etwas mal keine Ahnung zu haben. Auf die Frage, ob er sich an die Verfassung halten müsse, antwortete er: „Ich weiß nicht.“ Das hat schon was von Satire, nur leider ist es fürchterlich ernst mit brandgefährlichen Folgen.
Dabei die Nerven zu behalten, mal keine Schnellschussdiskussionen über Verbotsverfahren zu führen, ist schnell geraten, aber zugegeben auch eine Zumutung.
Natürlich stellt sich jetzt auch die Frage nach Extremisten im öffentlichen Dienst ganz neu. Es ist aber nicht die einzige. Eine wesentliche Frage ist, wie umgehen mit denen, die die Partei gewählt haben, ohne gleich deren extremistisches Gedankengut zu teilen.
Mich treibt ein Gespräch mit einer solchen Person um, die mir gesagt hat: Was die da politisch so sagen zu Flüchtlingen und so, interessiere sie eigentlich gar nicht, aber sie fühle sich gut aufgenommen.
Ein Einzelfall? Einer von vielen Einzelfällen? Einer von denen, die sich nicht „mitgenommen“ fühlen wollen, die nicht etwas nur „besser erklärt“ haben wollen, sondern denen es schon reichen würde, es wäre jemand da, der sie erst mal wahr- und ernst nimmt?
Wie wäre es an dieser Stelle einfach mal mit weniger Talkshow – dafür mehr mit Gesprächen? Nur so als Idee einer empathischen Alternative zu den extremistischen Alternativen.