Das Jahr hat gerade mal angefangen, die großen Neujahrsempfänge sind absolviert. Trotzdem kommt es so vor, als wäre Silvester schon Monate her.
Absurditäten werden immer absurder. Der König der Vereinigten Staaten – offiziell (noch) Präsident – erklärt sich kurzerhand auch noch zum Herrscher über Venezuela, und will sich als Belohnung dafür, dass er auch noch die größte Insel der Welt „besitzen“ will, einen bereits anderweitig verliehenen Friedensnobelpreis schenken lassen. Einen goldenen Golfball hat er ja schon.
Das ist leider nicht nur das schlechteste Drehbuch aller Zeiten oder putziger Anachronismus, sondern brandgefährlich. Damit aber auch eine der Bedingungen, unter denen wir in Europa und im Saarland stehen.
Hierzulande gibt es schon erste Wahlkampfsignale für die Landtagswahl im nächsten Jahr. Im Zentrum die wirtschaftliche Entwicklung, Sorge Nummer eins, zu Recht. Die letzten Zahlen zur Entwicklung waren wenig erbaulich, aber im gesamten Umfeld der Entwicklungen nicht wirklich überraschend.
Oppositionsführer Stephan Toscani (CDU) hat schon mal seine Skizzen für ein „neues Geschäftsmodell“ für das Land mit dem heimischen Mittelstand im Fokus vorgestellt.
Ein Wahlkampf mit Wettstreit um gute Ideen, die das Land weiterbringen können, wäre aller demokratischen Ehre wert. Jedenfalls mehr als ohnehin durchschaubare Manöver und schrille Attacken.
Wobei aber auch klar ist, dass die (wirtschaftspolitischen) Möglichkeiten des Landes von Rahmenbedingungen abhängen, die an anderen Stellen geschaffen werden, in denen sich das Land wiederum mit seinen Stärken behaupten muss. Auch im Wettbewerb um neue Ansiedlungen.
Programme und Papiere sind das eine. Das andere ist die Frage, ob es uns gelingt, unser Land nach innen und außen so attraktiv wirken zu lassen, dass Menschen Lust haben, hier zu leben und zu arbeiten, sich hier anzusiedeln oder hier zu bleiben. Dass bislang „weiche“ Standortfaktoren längst „harte“ sind, dürfte sich herumgesprochen haben.
Wenn allerorten und in allen Bereichen Klage über Fachkräftemangel geführt wird, ist eine Willkommens- und Bleibekultur vielleicht entscheidender als ausgetüftelte Modellkulissen – so notwendig die auch selbstredend sind.