Es geht ein Gespenst um in Europa, das es zu vertreiben gilt! Ach was, Europa – an ziemlichen vielen Ecken der Welt. Und es ist nicht nur ein Gespenst, das da rumgeistert.
Eigentlich sind die närrischen Tage dazu da, um über den Unfug der Welt zu lästern und zu lachen. Nur kann einem bei dem exorbitant groben Unfug das Lachen selbst an diesen Tagen vergehen.
Wenn der üblicherweise besonnene Chef der Münchner Sicherheitskonferenz von einer „Politik mit der Abrissbirne“ spricht, ist es vielleicht schon weiter gekommen, als wir so gemeinhin mitkriegen. Und das ist eigentlich schon mehr als genug.
Von wegen „Abrissbirne“: Der Anteil der Menschen wächst, die enttäuscht sind und demokratischen Institutionen nicht mehr viel zutrauen, schon gar nicht, dass sie gute Reformen hinkriegen und es künftigen Generationen besser geht. Gründe dafür gibt es reichlich, berechtigte und eingebildete, objektive Probleme und subjektiv empfundene, und eine ganze Menge Stellen, an denen sich beides untrennbar vermengt. Dass Vertrauen schnell verloren gehen kann, aber unvergleichlich viel mehr Zeit braucht, um wieder zu wachsen, ist eine Binsenweisheit allgemeiner Lebenserfahrungen. Es darf jedenfalls nicht wundern, wenn Menschen inzwischen allein schon das Wort „Reformen“ mit allem verbinden, nur nicht damit, dass sich für sie etwas zum Besseren wendet. Die jüngsten „Reform-Vorschläge“, im Kern mehr zu arbeiten und dafür den Zahnarzt selbst bezahlen zu müssen, triggern geradezu die Aversion. Zumal das schon seit geraumer Zeit in diesem Stil so geht.
Da wünscht sich so mancher die Abrissbirne samt Kettensäge gegen derartige Debatten und könnte dazu neigen, sich Handwerker mit derartigem Gerät zu bestellen. Dass niemand, der mit derartigem Werkzeug zugange ist, sagen kann, wie es in der anschließenden Trümmerwelt irgendjemandem außer ein paar Kriegsgewinnlern besser gehen soll, stört erstmal nicht. Ich würde mir jedenfalls keine Handwerker ins Haus bestellen, die mit derartigem Werkzeug anrücken. Auch wenn davon gefühlt derzeit mehr unterwegs sind als Fachleute, die ihr Handwerk verstehen.
Wäre schön, wenn die Narren auch echte böse Geister in die Flucht schlagen könnten und an Aschermittwoch alles vorbei wäre. Probieren sollten wir es jedenfalls. Alleh Hopp.