Ja, ist es denn schon wieder so weit? Das war es dann bald mit dem ersten Viertel des 21. Jahrhunderts. Wir könnten schon mal den Rückblick anfangen.
Spannender ist vielleicht ein Ausblick:
Zur Hälfte des Jahrhunderts, also in noch mal 25 Jahren, leben wir alle friedlich in einer Welt, die die Klimakrise im Griff hat. Wir produzieren nicht mehr so viel Zeugs, das wir sowieso nicht brauchen, alles andere ressourcenschonend und klimaneutral. Neue Technologien, die wir im Griff haben, erleichtern das Leben ungemein. Wir halten uns an das alte Motto: Macht euch die KI untertan – und nicht umgekehrt.
Wenn dann die jetzt noch etwas Jüngeren ihren Enkeln erzählen, was für wirre Zeiten das um das Jahr 2025 herum waren, werden die glauben: Opa (oder Oma) übertreibt mal wieder hoffnungslos mit den Horrormärchen von Milliardären, die sich die Welt mit Autokraten und Diktatoren aufteilen wollten, so wie es Jahrhunderte zuvor schon mal in gepflegten Umgangsformen zu Hofe üblich war.
Und dann war da noch die Geschichte von goldenen Golfbällen, die man den Herrschern zur Besänftigung geschenkt haben soll. Das hatte doch wenigstens Stil!
Aber zugegeben: Es war schon ziemlich knapp. Eigentlich war die Welt schon an allen Ecken und Enden im Krieg, im Cyberraum sowieso. Geregelte Ordnungen wurden ziemlich zertrümmert. Parteien, die noch mehr Zertrümmerung versprachen, fanden Zulauf. Das „Ende der Geschichte“ schien genau gegenteilig zu kommen, als es der Autor des Begriffs einst gemeint hatte.
So gegen Ende 2025 war die Stimmung hierzulande ganz merkwürdig. Einerseits sagte eine klare Mehrheit der Menschen, dass es ihnen persönlich eigentlich recht gut geht, gleichzeitig herrschte große Sorge, fast Weltuntergangsstimmung.
Es kam dann doch anders. Und das fing so um 2026 an, als sich die Menschheit einmal mehr in einer tiefen Krise selbst zu überraschen begann.
Schöner Traum!
Aber warum eigentlich nicht?
Wir könnten damit anfangen, nicht alles noch schlechter zu reden, als es ist, und stattdessen mal wieder selbstbewusst etwas von dem rausholen, was außer Jammern an Kreativität und Power in uns steckt. Und uns nicht immer selbst kleinreden. Und sei es nur aus Trotz gegen den ganzen Irrwitz, der uns 2025 zu erdrücken schien.
Auf ein gutes 2026!