Wie sieht würdevolle Pflege im ländlichen Raum von Morgen aus? Chantal Ostermann, Mitglied der Geschäftsführung der Victor’s Group, spricht darüber, wie aus regionaler Verbundenheit und architektonischer Weitsicht ein neues Zuhause für ältere Menschen entsteht.
der Alltag in Natur, Nähe und Verlässlichkeit eingebettet - Foto: FotoSchlichter
Frau Ostermann, Sie waren von Anfang an eng in die Entwicklung der Landhaus Seniorenwohngemeinschaften eingebunden. Was hat Sie persönlich an diesem Konzept überzeugt und was war für Sie der ausschlaggebende Impuls?
Schon seit längerer Zeit verfolgten wir bei Victor’s das Ziel, eine familiäre und zukunftsfähige Lösung für Pflege im ländlichen Raum zu schaffen, da deutschlandweit schlichtweg Pflegeplätze fehlen und der Pflegebedarf stetig ansteigt. Aktuellen Prognosen zufolge werden allein bis 2030 rund 290.000 zusätzliche Pflegeplätze in Deutschland benötigt, insbesondere auf dem Land.
Deshalb war es uns wichtig, ein Konzept zu realisieren, das bewusst auf kleinere, familiäre Einrichtungen mit starker regionaler Einbindung setzt. Niemand sollte gezwungen sein, im Alter aus seinem sozialen und ländlichen Umfeld in eine große, anonyme Einrichtung in der Stadt umziehen zu müssen. Unser Anliegen ist es, älteren Menschen zu ermöglichen, in ihrer gewohnten Umgebung wohnen bleiben zu können – dort, wo sie stark verwurzelt sind, wo sie ihre Freunde, Familie und Vereine haben.
In diesem Bestreben sind wir im Jahr 2021 durch einen glücklichen Zufall auf das Thüringer Unternehmen exsos aufmerksam geworden – einen erfahrenen, innovativen Bauträger, der seit vielen Jahren Pflegeimmobilien entwickelt. Schnell wurde deutlich, dass wir eine gemeinsame Vision verfolgen und wir waren begeistert von dem nachhaltigen Gebäude von exsos aus hochwertiger Holzmodulbauweise – klein, gemütlich und familiär und sehr durchdacht in der Ausführung. So gestalteten wir auf der Grundlage dieses Gebäudes und unserer Vision dann unser Landhaus-Konzept.
Was macht dieses Modell Ihrer Meinung nach so besonders und worin unterscheidet es sich konkret von klassischen Pflege- oder Betreuungseinrichtungen?
Meine Vision für die Landhäuser ist es, Pflege auf dem Land zu revolutionieren, durch die Verbindung von Tradition, Innovation und Nachhaltigkeit in einer herzlichen Gemeinschaft.
Im Mittelpunkt unseres Landhaus-Konzepts steht eine familiäre Gemeinschaft zwischen unseren Bewohnern, Mitarbeitenden und der lokalen Gemeinde. Es herrscht ein herzliches Miteinander, in dem man sich gegenseitig unterstützt, hilft und wertschätzt. Unsere Landhäuser sind bewusst klein und persönlich gehalten – mit 55 Plätzen in 47 Einzel- und vier Partnerzimmern – liebevoll eingerichtet im hellen, wohnlichen Landhausstil und in der schönen Natur gelegen, sodass sich unsere Bewohner von Anfang an wohl und geborgen fühlen.
Gleichzeitig wollen wir innovativer Vorreiter sein und setzen auf moderne Pflegekonzepte und Digitalisierung. Wir arbeiten mit der neuesten Pflegesoftware und nutzen Sprachdokumentation über Tablets, die unseren Mitarbeitenden mehr Zeit für echte Zuwendung lässt. Erste KI-Module und Telemedizin erproben wir ebenfalls. So verbinden wir Hightech mit Herzlichkeit.
Ein zentrales Fundament bildet zudem das Prinzip der Nachhaltigkeit. Wie unser Logo zeigt, beginnt jedes Landhaus symbolisch mit einem Baum – denn unsere Häuser entstehen nicht auf herkömmlichen Baustellen, sondern stammen aus nachhaltiger Forstwirtschaft in europäischen Wäldern. Die Bäume erhalten Zeit zu wachsen, binden CO₂ und werden schließlich zu einem Zuhause, das Wärme und Natürlichkeit ausstrahlt – mit sichtbaren Holzdecken, dem Duft von Holz und einer spürbaren Verbindung zur Umwelt.
Unsere Landhäuser sind mit der höchsten Energieeffizienzklasse ausgestattet, verfügen über Wärmepumpen, Photovoltaikanlagen und E-Ladestationen. Auch im Betrieb achten wir auf einen ressourcenschonenden Umgang. Soziale Nachhaltigkeit ist uns ebenso wichtig: Wir schaffen Ausbildungsplätze, fördern unsere Mitarbeitenden, gestalten ein gesundes Arbeitsumfeld und engagieren uns aktiv im Gemeinwesen.
Dies spiegelt sich in unserem Fokus auf Regionalität und Tradition wider: für uns ist es selbstverständlich, ein aktiver und integraler Teil der Gemeinde zu sein. Unsere Landhäuser stehen in enger Verbindung zu lokalen Kindergärten, Schulen, Kirchen und Vereinen wie dem Sportverein oder Heimat- und Kulturverein. Unsere Häuser sind offen für alle Generationen und ein Ort, an dem regionale Bräuche und Traditionen gemeinsam gelebt und gefeiert werden. Das zeigt sich auch in der Küche – denn in Thüringen darf die berühmte Thüringer Bratwurst bei keinem Fest fehlen.
In Ihrer Arbeit und Vision spielt das Wort „Würde“ eine zentrale Rolle. Was bedeutet für Sie ein würdevoller Lebensabend?
Ein würdevoller Lebensabend bedeutet für mich, dass man auch im Alter und bei Pflegebedarf selbstbestimmt leben kann, nach den ganz individuellen Bedürfnissen.
Dass man weiterhin eigenständig seinen persönlichen Interessen, Hobbys und Gewohnheiten nachgehen, den Alltag mitgestalten und dabei die individuelle Unterstützung und den Service erhält, den man braucht und wünscht.
Viele ältere Menschen vereinsamen heutzutage, gerade wenn sie allein leben. In unseren Landhaus Seniorenwohngemeinschaften sind sie in eine herzliche Gemeinschaft eingebunden und können am sozialen Leben teilnehmen, in dem Maß, das sie sich wünschen.
Viele Menschen sprechen von „guter Betreuung“. Was heißt das für Sie konkret im Alltag Ihrer Landhaus-Wohngemeinschaften?
Gute Betreuung bedeutet für mich, dass in unseren Landhaus Seniorenwohngemeinschaften Leben und Lachen herrscht.
Es finden regelmäßig Veranstaltungen statt – ob Fachvorträge, Konzerte, Feste oder gemeinsame Ausflüge. Wir waren mit unseren Bewohnerinnen und Bewohnern bereits im Fußballstadion bei Rot-Weiß Erfurt, im Museum oder zum Spargelessen unterwegs. All das gehört zum Lebensgefühl in unseren Landhäusern.
Hinzu kommt ein vielfältiges Alltagsprogramm mit sportlichen Aktivitäten, Kreativangeboten, Gesellschaftsspielen, Filmvorführungen, Handwerksgruppen für die Herren und Beauty-Abenden für die Damen. Die Betreuung richtet sich dabei immer nach den individuellen Bedürfnissen der Menschen, die bei uns leben. Auch hauswirtschaftliche Tätigkeiten wie die gemeinsame Zubereitung von Mahlzeiten, Backen oder Wäsche zusammenlegen stehen auf unserem Programm. Sie fördern die Feinmotorik und Erinnerungen, geben Struktur und das Gefühl, gebraucht zu werden.
Zur Betreuung zählt für uns auch die medizinische Versorgung. Hierzu kooperieren wir mit verschiedenen Fachärzten, Zahnärzten sowie mit Physio- und Ergotherapeuten.
Und selbstverständlich gehört zu einer guten Betreuung eine sehr hohe pflegerische Qualität nach den neuesten Expertenstandards, die wir durch kontinuierliche Schulung und Fortbildung unserer Mitarbeiter sicherstellen.
Wie erleben Sie die Reaktionen von Angehörigen, wenn sie zum ersten Mal eines Ihrer Landhäuser betreten?
Die Reaktionen der Angehörigen sind für mich immer etwas Besonderes. Wir laden sie regelmäßig zu Veranstaltungen ein – wie zu unseren Sommerfesten oder zum Oktoberfest – und erleben dabei, wie erleichtert und dankbar viele von ihnen sind, ihre Angehörigen gut aufgehoben zu wissen.
Unsere Landhaus Seniorenwohngemeinschaften sind alle im hellen, gemütlichen Landhausstil eingerichtet. Gerade bei unseren Eröffnungsfeiern, wenn Gäste das Haus zum ersten Mal betreten, hören wir dann oft Sätze wie: „Das ist ja wie im Hotel“ oder „Wie schön es hier eingerichtet ist“. Viele sagen sogar: „Hier würde ich im Alter auch einziehen wollen.“
Außerdem sieht man immer wieder Gäste, die einzelne Deko-Stücke umdrehen oder fragen, woher diese stammen, weil ihnen diese für zu Hause auch gefallen würden.
Wir freuen uns natürlich sehr über dieses positive Feedback zu unseren Angeboten und der Atmosphäre.
Warum ist es Ihnen wichtig, mit diesen Konzepten vor allem in ländliche Regionen zu gehen, zum Beispiel künftig auch ins Saarland und nach Bayern?
Wir haben festgestellt, dass die Versorgungslücke im ländlichen Raum am größten ist – deshalb gehen wir genau dahin.
Außerdem begeistert mich der große Zusammenhalt, der in den ländlichen Gemeinden spürbar ist. Die Menschen stehen füreinander ein, sie helfen sich gegenseitig, es gibt eine starke Gemeinschaft. Das passt hervorragend zu unserem Konzept.
Und ich habe natürlich auch einen ganz persönlichen Bezug zum Saarland, wo ein Großteil meiner Familie lebt und unser Firmenhauptsitz ist und meiner Heimat Bayern, wo ich geboren und aufgewachsen bin. Obwohl Thüringen durch meine Arbeit in den Landhäusern inzwischen auch schon mein zweites Zuhause geworden ist.
Was bedeutet Expansion für Sie persönlich? Geht es dabei um Wachstum, um Verantwortung – oder um beides?
Für mich beides. Der Pflegebedarf in Deutschland nimmt rasant zu, gleichzeitig mussten nach der Corona-Pandemie mehrere Pflegeheimbetreiber schließen.
Deshalb sehen wir es als unsere Verantwortung und als unseren Auftrag, als Victor’s Group mit unseren Landhäusern eine Gegenbewegung zu dieser gesellschaftlichen Herausforderung zu starten und für unsere Senioren in Deutschland unser Bestes zu geben und zwar nicht irgendwann, sondern jetzt.
Die standardisierte Holzmodulbauweise von unserem Kooperationspartner exsos ermöglicht es, innerhalb eines Jahres ein vollständig funktionales Haus zu errichten. Diese Geschwindigkeit verschafft uns die Möglichkeit, kontinuierlich zu wachsen und dort zu handeln, wo Bedarf besteht.
Zudem bringt uns eine regionale Bündelung viele Vorteile: Wenn mehrere Landhäuser in einer Region entstehen, können sich die Teams untereinander austauschen, unterstützen und voneinander lernen. Jedes Team hat seine besonderen Stärken, von denen die anderen profitieren. Das fördert nicht nur die Qualität, sondern auch die Stabilität im Alltag.
Expansion bedeutet für uns also nicht nur gesundes Wachstum, sondern vor allem Verantwortung gegenüber unserer Gesellschaft.
Sie sind Unternehmerin, aber auch Ehefrau, Schwester und Tochter. Wie persönlich ist dieses Projekt für Sie?
Im eigenen Familienunternehmen mit meinem Vater, meinem Mann und meinen Geschwistern zu arbeiten und dieses gemeinsam zu führen ist eine wirklich wunderschöne Aufgabe.
Wir haben das große Privileg, in der Pflegebranche tätig sein zu dürfen, wo wir mit unserer Arbeit jeden Tag Menschen helfen.
Die Landhäuser sind dabei mein absolutes Herzensprojekt. Ich habe das Projekt vom ersten Tag an begleitet und jedes Detail mitgestaltet. Angefangen von der Farbe des Bodens, der Platzierung der Steckdosen, die Form der Stühle bis hin zu unserer Markenidentität, der Ausgestaltung unserer Dienstleistung und unserer Landhaus-Werte.
Selbstverständlich mit der großartigen Unterstützung und in Zusammenarbeit mit meinem herausragenden Team. Denn Pflege ist immer Teamarbeit. Sie lebt von Menschen, die sich mit Überzeugung und Herz einbringen. Ohne dieses gemeinsame Engagement wäre das Projekt in dieser Form nicht möglich gewesen.
Zugleich haben unsere Landhaus Seniorenwohngemeinschaften auch eine große Relevanz für die Zukunft unserer Victor’s Group. Mein Vater hat unser Familienunternehmen in den letzten 50 Jahren aus dem Nichts aufgebaut und mit über 130 Einrichtungen und 12.500 Mitarbeitern zu großem Erfolg geführt. Meine Geschwister und ich möchten dieses Lebenswerk auch mindestens die nächsten 50 Jahre so erfolgreich weiterführen und weiterentwickeln und ich bin überzeugt, dass unsere Landhäuser dabei eine ganz bedeutende Rolle spielen werden.
Was war bislang einer der bewegendsten oder prägendsten Momente für Sie in einem Ihrer Landhäuser?
Die Eröffnungen unserer Landhäuser sind für mich immer bewegende Erlebnisse. Nachdem man über viele Monate hinweg mit großem Einsatz auf die Eröffnung hingearbeitet hat und man schließlich die ersten Bewohner strahlend vor einem sitzen sieht und das neue, engagierte Team, das man gewinnen konnte, um unser Haus mit Leben zu füllen, ist dies für mich immer ein einzigartiger Augenblick, der für immer in Erinnerung bleibt.
Außerdem war ein ganz besonderer Moment für mich vor Kurzem in unserem Landhaus in Schkölen. Dort traf ich mehrere Bewohnerinnen, die sich jeden Nachmittag zum geselligen „Klatsch und Tratsch“ treffen. Eine Dame, die seit Eröffnung vor mehreren Monaten bei uns lebt, sagte mir: ‚Ich fühle mich hier wie die Queen. Morgens werde ich angekleidet und schick zurechtgemacht, ich habe meine Köche, die für mich kochen, Hausdamen, die alles sauber halten…‘ Somit sei es auch die beste Entscheidung ihres älteren Lebens gewesen, ins Landhaus zu ziehen. Diese Aussage hat mich wirklich sehr berührt und stolz gemacht – denn genau dafür arbeiten wir jeden Tag mit vollem Engagement.
Eine besondere Herausforderung stellt der Fachkräftemangel dar. Wie begegnen Sie diesem Thema und was tun Sie, um Mitarbeitende langfristig zu binden?
Bislang hatten wir das große Glück, dass wir für unsere Landhäuser stets ausreichend qualifizierte Fachkräfte gewinnen konnten, trotz der ländlichen Lage. Unser Konzept zieht Menschen an und bietet viele Vorteile für Mitarbeitende zum Beispiel die Möglichkeit, wohnortnah zu arbeiten, oftmals sogar fußläufig in der eigenen Gemeinde.
Ganz besonders schätzen unsere Mitarbeiter das sehr familiäre Miteinander und große Gemeinschaftsgefühl in unserem Landhaus Team. Außerdem setzen wir auf die neueste Pflegesoftware und digitale Ausstattung, um die administrativen Aufgaben zu erleichtern und unseren Mitarbeitern mehr Zeit für das wesentliche Zwischenmenschliche mit den Bewohnern zu schaffen, was die Arbeit bei uns besonders schön macht.
Gerade weil unsere neuen Teams aus Mitarbeitenden mit unterschiedlichen beruflichen Hintergründen bestehen, legen wir von Beginn an auch großen Wert auf aktives Teambuilding. Von kleinen Teambuilding-Aktionen und Ritualen im Alltag bis zu größeren Veranstaltungen wie unserer Teilnahme am Stadtlauf, gemeinsamen Ausflügen und Mitarbeiterfesten. Einmal im Monat bieten wir auch ein gesundes Frühstück an und im Sommer werden wir ein freiwilliges Fitnessprogramm starten.
Ebenso wichtig ist uns die fachliche Weiterentwicklung. Wir fördern und finanzieren Fort- und Weiterbildungen und schaffen echte Aufstiegschancen. So haben wir in jedem Haus Pflegedienstleitungen im Trainee-Programm, die sich weiterentwickeln und später in der nächsten Einrichtung Führungsverantwortung übernehmen.
Ein zentraler Baustein ist für uns außerdem die Ausbildung. Wir bieten in den Landhäusern jedes Jahr acht bis zehn Ausbildungsplätze und legen großen Wert darauf, unseren pflegerischen Nachwuchs bestmöglich zu begleiten und selbst heranzuziehen. Diese Verantwortung liegt mir persönlich sehr am Herzen.
Für die Finanzierung kontaktieren Sie auch private Interessenten. Was möchten Sie diesen Menschen mit auf den Weg geben?
Unser Partner exsos, der zugleich Eigentümer der Immobilie ist, plant künftig die Landhaus-Immobilie auch als Pflegeappartements an private Käufer und staatliche Pensionsfonds zu veräußern.
Viele Menschen stellen sich die Frage, wie sie ihr hart erarbeitetes Geld sinnvoll und zukunftssicher anlegen können. Während einige bereits in Eigentumswohnungen oder andere klassische Anlageformen investiert haben, ist das Konzept von Pflegeimmobilien oder Pflegeapartments vielen noch wenig bekannt, obwohl diese soziale Investition sehr attraktiv ist.
Sie ermöglicht eine gute, verlässliche Alterssicherung, verbunden mit einem langfristigen, sicheren, unkündbaren Nutzungsverhältnis. Zudem betreibt man Vorsorge für den eigenen Lebensabend oder wenn nahe Angehörige im Alter auf Pflege angewiesen sind. Denn als Käufer erhält man ein bevorzugtes Belegungsrecht auf einen Pflegeplatz in den 130 Einrichtungen der Victors Group.
Gleichzeitig leistet man einen Beitrag für die Gesellschaft und für die Region. Eine Investition in Pflegeimmobilien bedeutet daher nicht nur wirtschaftliche Sicherheit, sondern auch gesellschaftliche Verantwortung. Sie schafft Lebensräume für Menschen und gestaltet Zukunft mit.
Als Vorstandsvorsitzende von „proud to care“ setzen Sie sich für bessere Bedingungen in der Pflege ein. Wie fließen die Erfahrungen und Ziele dieser Initiative in Ihre Arbeit mit den Landhaus Wohngemeinschaften ein?
Ein zentrales Anliegen von „proud to care“ ist es, den Stolz auf den Pflegeberuf zu stärken und die gesellschaftliche Wertschätzung zu fördern. Dieses Selbstverständnis leben wir auch in unseren Landhäusern und geben es aktiv an unsere Mitarbeitenden weiter.
Aus der Initiative sind verschiedene Formate entstanden, die gezielt auf Mitarbeiterbindung, Anerkennung und Berufsstolz ausgerichtet sind. Diese Konzepte übertragen wir nun schrittweise auf unsere Landhäuser. So führen wir aktuell einen monatlichen Aktionstag ein, der kleinen Gesten der Wertschätzung Raum gibt und das Gemeinschaftsgefühl im Team stärkt.
Unsere enge Verbindung zu den Gemeinden ermöglicht es uns zudem, Pflege sichtbar zu machen, als Beruf mit Anspruch, Verantwortung und Sinn. Durch die Zusammenarbeit mit Schulen, Vereinen und anderen lokalen Partnern können wir jungen Menschen zeigen, wie vielfältig, erfüllend und zukunftsfähig eine Tätigkeit in der Pflege sein kann.
All diese Erfahrungen fließen unmittelbar in unser Landhauskonzept ein. proud to care prägt unsere Haltung, unsere Kultur und unser tägliches Handeln.
Und zuletzt Frau Ostermann, wenn Sie in 2035 auf die letzten zehn Jahre zurückblicken: Was würden Sie sich wünschen, erreicht zu haben?
Ich bin eine sehr ehrgeizige Person und ich liebe meine Arbeit. Mein persönliches Ziel ist, dass wir in etwa zehn Jahren die Eröffnung unseres hundertsten Landhauses feiern können.