Mit modernen Waschmaschinen lassen sich Energie, Wasser und oft auch Waschpulver sparen. Smarte Geräte können sogar noch mehr. Darauf lohnt es sich beim Kauf zu achten.
Bei der Suche nach einer passenden Waschmaschine gilt es zunächst herauszufinden, welches Modell überhaupt infrage kommt. Soll es ein Toplader oder ein Frontlader sein, welche Trommelgröße ist die richtige, und passt die neue Waschmaschine an den gewünschten Standort? Denn die Größe der Waschmaschine muss zum Haushalt passen. Toplader haben oft eine kleinere Trommel und sind auch schmaler als Frontlader. „Für Haushalte mit ein bis zwei Personen reichen sie in der Regel“, sagt Stephan Scherfenberg, Redakteur bei der Stiftung Warentest. Die meisten Frontlader haben heute Trommeln, die acht bis neun Kilogramm Wäsche fassen. Da stellt sich die Frage: Fällt überhaupt regelmäßig so viel Wäsche an? Bei einer Familie sicherlich eher als bei einem Single-Haushalt.
Effizientes Schleudern ist so wichtig wie Verbrauch
„Wir empfehlen für große Haushalte, in denen viel Wäsche anfällt, Waschmaschinen mit etwa acht Kilogramm Trommelvolumen“, erklärt Scherfenberg. „Größere Trommeln benötigen weniger Strom und Wasser je Kilogramm Wäsche und waschen damit effizienter als kleinere.“ Wichtig fürs Energiesparen: Möglichst immer mit voller Trommel waschen, wenn es das Programm erlaubt. „Unsere Tests haben gezeigt, dass kaum gefüllte Trommeln pro Kilogramm bis zu doppelt so viel Strom und Wasser verbrauchen im Vergleich zu voll beladenen Maschinen“, erklärt der Experte weiter.
Orientierung beim Kauf einer Waschmaschine bietet das Energieeffizienz-Label. „Verbraucher können darauf erkennen, wie energieeffizient und leise ihr Gerät arbeitet und wie viel Wasser es verbraucht“, sagt Carine Chardon vom Verband der Elektro- und Digitalindustrie ZVEI. Seit März 2021 gelten für Elektrogeräte neu geordnete Energieeffizienz-Klassen. Sie reichen von A bis G. Die früheren Höchstklassen wurden damals gestrichen, etwa „A+++“. Der Buchstabe „A“ steht jetzt für besonders sparsame Produkte und „G“ für wenig energieeffiziente Modelle, wobei die Klassen G und F nicht mehr in den Verkehr gebracht werden dürfen. Somit stehen aktuell „die Energieeffizienzklassen A bis E zum Verkauf, die meisten Waschmaschinen haben A bis C“, erklärt Chardon.
Außerdem steht auf dem Label die Schleuder-Effizienzklasse. Auch sie wird mit A bis G bewertet und gibt an, mit welcher Effizienz die Waschmaschine die Feuchtigkeit aus der Wäsche entfernt. Dazu erklärt Claudia Oberascher, Fachgebietsleiterin bei der HEA – Fachgemeinschaft für effiziente Energieanwendung: „Eine gute Schleuderklasse wird dann erreicht, wenn die Maschine nach einem Schleudergang mit 1.400 oder 1.600 Umdrehungen pro Minute möglichst wenig Restfeuchte in der Wäsche hinterlässt.“ Allerdings nennt die Schleudereffizienz nur den Spitzenwert während des Schleuderns. „Ich würde aber nicht allein auf die Drehzahl achten, sondern auch auf die Schleuderwirkung“, rät Stephan Scherfenberg von Stiftung Warentest. „Aus unseren Tests wissen wir: Nicht jede Maschine schleudert mit der angegebenen Drehzahl.“
Der Vorteil einer gründlich geschleuderten Wäsche ist, dass sie im Anschluss weniger Zeit und Energie beim Trocknen im Wäschetrockner braucht. Wer seine gut geschleuderte Wäsche in der beheizten Wohnung auf dem Wäscheständer trocknet, spart ebenfalls Energie. Denn je feuchter die Wäsche, umso mehr muss gelüftet werden – um Schimmel zu vermeiden. Damit geht zumindest in der kalten Jahreszeit Heizenergie verloren.
Ein anderer Parameter, auf den Käufer achten sollten, ist die Lautstärke der Maschine. „Vor allem, wenn das Gerät in der Küche oder im Bad steht, ist es angenehmer, wenn es leise arbeitet“, gibt Claudia Oberascher zu bedenken. Bei Waschmaschinen, die weit entfernt vom Wohnbereich stehen, etwa im Keller oder in einer Waschküche, sei die Geräuschdämmung nicht so entscheidend. Leise Maschinen weisen der Verbraucherzentrale zufolge einen Lärmpegel beim Waschen von weniger als 50 Dezibel und beim Schleudern von weniger als 75 Dezibel auf. Auf dem Label wird die Lautstärke mit den Buchstaben A bis D angegeben. Die Stiftung Warentest erklärt dazu: A bekommen Maschinen, die leiser als 73 Dezibel schleudern. D gibts ab 81 Dezibel. Wichtig zu wissen: Schon eine kleine Steigerung – etwa von 50 auf 60 Dezibel – kann einen großen Unterschied machen. Denn dieser Sprung entspricht gefühlt einer Verdopplung der Lautstärke.
Gute Geräte halten mindestens zehn Jahre
Wer sich aktuell eine neue Waschmaschine kaufen will, hat sein altes Gerät in der Regel zehn Jahre oder noch viel länger. Was hat sich in der Zwischenzeit sonst auf dem Markt getan? Seitdem gebe es zwar keine bahnbrechenden Entwicklungssprünge, aber durchaus interessante Neuheiten, betont Claudia Oberascher. Insbesondere im Bereich Nachhaltigkeit habe sich bei den Geräten viel getan. Denn Ziel der Entwickler ist es, immer energiesparendere Geräte herzustellen, die möglichst wenig Wasser und Waschmittel verbrauchen, leise sind und auch die Textilien schonen. „Auf diesem Weg gibt es durchaus Erfolge“, erklärt Oberascher. So könne man den Energieverbrauch etwa mit Programmen, die auch bei niedrigen Waschtemperaturen saubere Ergebnisse liefern, reduzieren.
Wer jetzt also eine neue Waschmaschine kauft, kann davon ausgehen, dass das Gerät mindestens zehn Jahre hält – im Idealfall natürlich noch viel länger. Oberascher rät Verbrauchern, beim Kauf auf Qualität und Nachhaltigkeit zu setzen. Vor allem Markenhersteller achten auf Langlebigkeit ihrer Geräte und legen viel Wert auf einen guten Kundendienst.
Wenn einmal etwas kaputtgeht, sollten Verbraucher zunächst grundsätzlich prüfen, ob eine Reparatur möglich ist. Denn mittlerweile sei auch per EU-Verordnung geregelt, dass wichtige Ersatzteile für eine Reparatur zehn Jahre lang nach dem letzten Maschinenverkauf erhältlich sein müssen, betont Oberascher.
Eine Programmierung der Waschmaschine ist schon lange möglich. Doch seit einiger Zeit werden die Geräte auch immer intelligenter. „Smarte, vernetzbare Waschmaschinen lassen sich beispielsweise in ein Energiemanagementsystem einbinden“, erklärt Carine Chardon. Solche Systeme erkennen etwa, wann die Photovoltaikanlage auf dem Dach Strom produziert, und starten dann passend dazu das Waschprogramm. Das funktioniert auch, wenn Verbraucher flexible Stromtarife nutzen. Dann beginnt die Waschmaschine je nach Auslastung des Stromnetzes zu laufen. So können Verbraucher „ihre Stromkosten beim Waschen reduzieren, indem sie den Strom dann nutzen, wenn er günstig ist“, erklärt die Expertin.
Interessant für viele Käufer dürfte auch die automatische Dosierhilfe sein. Moderne Waschmaschinen mit diesem Feature können den Waschmittelbedarf bei der jeweiligen Beladung selbst ermitteln und gegebenenfalls sogar das passende Programm auswählen. Chardon erklärt, warum dies praktisch und letztlich auch gut für die Umwelt sein kann: „Da die meisten Verbraucher erfahrungsgemäß eher zu viel statt zu wenig Waschmittel verwenden, lässt sich damit der Waschmittel- und Wasserverbrauch reduzieren.“