Sklaverei ist so alt wie die Menschheit selbst. Doch sie ist noch lange nicht tot. Auch heute noch leben Millionen von Menschen weltweit in der sogenannten modernen Sklaverei.
Ein Jobangebot über eine Social-Media-Nachricht schien der Ausweg für Ruby aus den Philippinen, um unabhängig für sich sorgen zu können. Denn nach dem Tod ihrer Eltern war die 15-Jährige auf sich allein gestellt. Doch statt wie versprochen Geld verdienen und zur Schule gehen zu können, wurde Ruby vor einer Webcam sexuell missbraucht. Das Schicksal von Ruby, deren Name geändert wurde, kann man auf der Website der International Justice Mission (IJM) nachlesen. Eine von vielen Geschichten von Menschen weltweit, die in sogenannter moderner Sklaverei ausgebeutet werden. Frauen und Mädchen, die auch in Deutschland zur Prostitution gezwungen werden, Kinder, die in Afrika in Minen schuften müssen, ganze Familien, die durch Armut in die sogenannte Schuldknechtschaft rutschten und ohne Hilfe nie mehr rauskommen. Offiziell ist die Sklaverei weltweit verboten. Doch sie ist nach wie vor eine schreckliche Realität in etlichen afrikanischen, asiatischen und lateinamerikanischen Ländern, deren schwache Rechtssysteme kaum gegen die Menschenhändler ankommen. Hier kann die Organisation International Justice Mission helfen, die weltweit gegen moderne Sklaverei ankämpft. Vorstandsvorsitzender Dietmar Roller berichtet darüber im Interview. Menschen gefangen zu halten und auszubeuten, ist fast so alt wie die Menschheit selbst. Das reicht von den Sklaven im Alten Ägypten, die sich am Bau der Pyramiden abrackerten, die sogenannten Unfreien im antiken Rom, die oft als Bedienstete eingesetzt wurden, bis hin zu den Afroamerikanern, die zu Millionen verschleppt wurden, um zum Beispiel in den USA auf Baumwollplantagen zu arbeiten. Die tragischen Geschichten dieser Menschen gehören zu einem der dunkelsten Kapitel der Menschheit.
Schwache Rechtssysteme
Ruby hatte unglaubliches Glück, wie man auf der Website von IJM erfährt. Philippinische Behörden bearbeiteten gemeinsam mit IJM einen Hinweis aus den USA. Verdächtige Online-Finanztransaktionen verwiesen auf das Konto der Täterin, die Ruby in die Ausbeutung gelockt hatte. Die hinterlegte Adresse des Kontos führte das Ermittlungsteam zu Rubys Aufenthaltsort. Zusammen mit fünf anderen Mädchen aus dem Haus konnte Ruby von der lokalen Polizei mit Unterstützung von IJM befreit werden. Die Täterin wurde zu einer hohen Haftstrafe verurteilt.
Eine Geschichte mit gutem Ausgang, der aber unzählige Schicksale von Menschen gegenüber stehen, die noch in Unterdrückung und Ausbeutung leben müssen. Es bleibt die Hoffnung, dass auch unter dieses dunkle Kapitel bald ein Strich gezogen werden kann.