Berlin ist nicht nur ein beliebtes Reiseziel für Touristinnen und Touristen, auch die Berlinerinnen und Berliner selbst können in ihrer Stadt immer wieder Neues entdecken.
Vor Gott“, soll Theodor Fontane gesagt haben, „sind eigentlich alle Menschen Berliner“. So gesehen ist das, was jedes Jahr in der Stadt passiert, ein großes Heimkehren. Berlin ist nämlich eines der beliebtesten Städtereiseziele Europas – hinter London, Paris und Istanbul.
Die mehr als 700 Beherbergungsbetriebe in der Stadt – vom Luxushotel bis zur Jugendherberge – verzeichneten laut Senatsverwaltung im vergangenen Jahr 29,4 Millionen Übernachtungen von rund 12,4 Millionen Gästen. Wobei die meisten Besucherinnen und Besucher aus Deutschland kamen. Die jüngste Statistik, die aus dem Mai dieses Jahres, verzeichnet 1.120.421 Gäste, 739.077 davon aus Deutschland und 381.344 aus dem Ausland. Die meisten der ausländischen Touristinnen und Touristen kommen aus Europa: 276.646. Die anderen reisen aus Amerika und Asien an.
Berlins Wirtschafts-Senatorin, Franziska Giffey, interpretiert die stabilen Zahlen so: „Mit knapp 30 Millionen Übernachtungen und über zwölf Millionen Gästen können wir klar festhalten: Berlin zieht unvermindert an. Unsere Stadt gilt international als Sehnsuchtsort und Kulturmetropole von Weltrang. Der Berlin-Tourismus behauptet sich auch in schwierigen Zeiten mit geändertem Reise- und Konsumverhalten. Die aktuelle Bilanz zeigt, dass wir das Niveau des Vorjahres in etwa stabil halten. Wir gehören damit immer noch zu den wenigen Städten weltweit, die solche Besucherzahlen erreichen. Unser Fokus für 2026 ist klar: Mit gezielten Investitionen und einer engen Zusammenarbeit stärken wir den Tourismus – als einen der wichtigsten Wirtschaftsfaktoren der Stadt. Gleichzeitig arbeiten wir weiter daran, Berlin noch besser international anzubinden und weitere Großevents in die Stadt zu holen.“
Sehr viel Kultur und sehr viel Natur
Vieles, was Besucherinnen und Besucher anlockt, ist auch für die rund 3,9 Millionen Berlinerinnen und Berliner ein Grund, ihre Stadt zu mögen und in ihr immer Neues zu entdecken. In der Stadt gibt es 175 Museen, inklusive der Opernhäuser 90 Theater, dazu Galerien, Festivals wie die Berlinale, die Berlin Art Week und die Berlin Fashion Week. David Bowie beschrieb Berlin bereits in den 70ern – und da war West-Berlin noch eingemauert – als „das größte Kulturspektakel, das man sich vorstellen kann“.
Und Berlin ist eine Stadt mit vielen Naherholungsmöglichkeiten. „18 Prozent der Stadtfläche sind Wald, etwa gleich viele Flächen sind als Schutzgebiete ausgewiesen. Berlin gehört zu den wasserreichsten Gegenden Europas“, sagt Derk Ehlert von der Umwelt-Senatsverwaltung – und ergänzt: Berlin hat mehr Brücken als Venedig. Außer den Menschen gibt es in Berlin rund 20.000 Tier- und Pflanzenarten. Wer sich erholen möchte, sagt Derk Ehlert, müsse dafür nicht ins Umland. „Es gibt alles hier in Berlin“, schwärmt er.
Auch was Essengehen und Feiern angeht, bietet Berlin sowohl seinen Bewohnerinnen und Bewohnern als auch Touristinnen und Touristen ein Spektrum wie sonst keine Stadt in Deutschland. Da sind nicht nur die bekannten Clubs und Restaurants, die auch Prominente aus der ganzen Welt anlocken. Je nachdem, ob jede Eisdiele mitgezählt wird oder nicht, sprechen die Statistiken von 3.000 bis gut 6.000 registrierten Restaurants in der Stadt.
„Eine seltsame Stadt“ sei Berlin, sagt Matthias Lilienthal, der Intendant der Volksbühne. „Sie verändert sich, aber man weiß nicht, wohin und weshalb.“ Berlin ist ein eigner Kosmos. Den zu erfassen schaffen nicht einmal die Berlinerinnen und Berliner selbst, denn die Stadt ist ständig in Bewegung. Aber es lohnt sich, immer neu damit anzufangen – denn vor Gott sind wir ja, wer will schon Theodor Fontane widersprechen, alle Berlinerinnen und Berliner.