Dieses Jahr zeigt sich die Männermode vielseitig und überraschend facettenreich. Klassische Silhouetten treffen auf neue Proportionen, ungewohnte Materialien und überraschende Details. Höchste Zeit, dass Mann sich mit Basics eindeckt, um die sich jetzt alles dreht.
Die Kleider-Trends für den Mann verschieben sich vom rein funktionalen Outfit hin zu einer stilvollen, persönlichen Note. Fünf Entwicklungen stechen dabei in der aktuellen Saison besonders hervor. Das Gute daran: Sie alle fungieren als solide Basics und dürfen auch in den kommenden Saisons immer wieder gern zum Einsatz kommen.
Flared Jeans kreieren eine Zeitreise
Ein zentraler Trend ist die Rückkehr der Flared Jeans. Die Schlaghose mit weiterem Saum knüpft an die 70er-Jahre an und setzt Kontrapunkte zu den vorher dominierenden Baggy- oder Skinny-Silhouetten. Die Hosen sind meist an den Oberschenkeln eher schlank geschnitten und weiten sich zum Saum hin, was eine elegante Linie erzeugt. Flared Jeans lassen sich mit Velours-Overshirts kombinieren oder mit Hemd und Cordjacke tragen. Varianten von klassischem Denim in mittleren Waschungen bis hin zu dunklen Tönen bieten eine Bandbreite für Freizeit- und Semi-Formal-Looks und sorgen dafür, dass dieser Trend den Sprung vom Laufsteg in den Alltag schafft. Günstige Alltagsmodelle gibt es bei Bershka oder Zalando. Hochwertige klassische Denimversionen bietet Levi’s an, die Retro-Silhouetten mit moderner Passform verbinden.
Ballet Flats erinnern ans Ballett
Ein weiterer Trend, der Aufmerksamkeit auf sich zieht, ist die Integration von ballerinaartigen Schuhformen in die Herrengarderobe. Klassische Ballet Flats mit flacher Sohle und rundem Zehenabschluss erscheinen als neue Alternative zu Sneakern, Sandalen oder Boots. Diese Schuhe verleihen dem Outfit eine avantgardistische Note und lassen sich perfekt mit langen Hosen, Shorts oder lockeren Stoffhosen kombinieren. Hybridinterpretationen mit Bändern zum Schnüren oder eleganten Schnallen verleihen den Schuhen zusätzliche Vielseitigkeit und machen sie zu einem auffälligen, aber dennoch tragbaren Trend. Klassische Versionen dieser bequemen Schuhe finden sich bei Marken wie Repetto oder Chanel. Sportlichere Ausführungen gibt es bei Massimo Dutti oder & Other Stories.
Fancy Fabrics machen Lust auf mehr
Ein dritter Schwerpunkt der Saison ist der Einsatz von Materialien, die bisher eher in der Damenmode verankert waren, nun aber von Designern in die Herrenlinie übertragen werden. Stoffe wie Spitze, Pailletten oder Tüll werden gezielt als Akzente genutzt, sei es in Form von Blazern mit dezenten Applikationen, Hemden mit subtilen Details oder Shirts mit schimmernden Effekten. Diese sogenannten Fancy Fabrics unterstreichen eine Bewegung hin zu mehr Experimentierfreude und Individualität in der Männermode und zeigen, dass traditionelle Geschlechtergrenzen in der Kleidungswahl zunehmend an Bedeutung verlieren. Auf den Laufstegen scheinen die Designer schockverliebt in all die Möglichkeiten, die dieser Frühlingstrend bietet. Bei den Shows zum Frühjahr 2026 präsentierten Marken wie Dior unter Jonathan Anderson überraschende Stoffkombinationen und zarte Details, die klassische Schnitte mit neuen Texturen verknüpfen, und auch bei Rick Owens waren Pailletten und schimmernde Oberflächen Teil der Kollektion. Zusätzlich setzen Designer wie Simone Rocha, Willy Chavarria und Kartik Research reich verzierte Brokat- oder Jacquardstoffe ein, die opulente Stoffstrukturen in Herrenlooks bringen und damit das Spektrum jenseits traditioneller Denim- und Baumwollmaterialien erweitern.
Grandpa Knits suchen Aufmerksamkeit
Der Trend zu Grandpa Knits bringt klassische Strickpullover mit Retrocharme zurück in die Herrenmode. Charakteristisch sind grobe Strukturen, Zopfmuster, Argyle- oder Fair-Isle-Designs und eine entspannte Passform, die an handgearbeitete Stücke vergangener Generationen erinnert und gleichzeitig modern interpretiert wird. Sie lassen sich gut über Hemden oder unter Jacken tragen und verbinden Komfort mit Stil. Dior und JW Anderson zeigen Designer Jacquardmuster, grobe Strukturen und ungewöhnliche Farbkombinationen, die klassische Strickteile neu inszenieren. Beim Einkauf bieten sich hochwertige Varianten wie 66 North Vatnajokull oder Wax London Wilde Crew an. Preisgünstigere Optionen gibt es bei Fuza oder Luxstyle. Vintage- und Second-Hand-Shops liefern authentische Modelle mit Charakter. Kombiniert mit weiten Hosen oder schlichten T-Shirts entsteht ein lässiger Look, der Nostalgie und zeitgemäße Silhouetten vereint und vielseitig im Alltag einsetzbar ist.
Mutige mit Farbe spielen
Mehr Ausdruckskraft und Vielfalt bestimmen die Farbtrends in der Männermode. Auf internationalen Laufstegen war zu beobachten, dass Designer ungewöhnliche und kräftige Töne wie Cobalt-Blau, Chartreuse-Grün oder kräftiges Gelb in ihren Kollektionen präsentierten und damit bewusst lebhafte Akzente setzten, die Energie und Optimismus vermitteln. Ebenso tauchten erdige Nuancen wie Terrakotta, Caramel und Oxblood-Rot vermehrt auf. Sie bringen Wärme und Tiefe in die Outfits und lassen sich gut mit klassischen Tönen wie Navy oder Grau kombinieren. Für den Einkauf heißt das, dass farbige Pieces nicht nur als Statement dienen, sondern auch Grundlage für vielseitige Outfits sein können. Jacken oder Hemden in Cobalt-Blau etwa gibt es bei Marken wie COS oder & Other Stories, während Terrakotta- oder Caramel-Töne bei Zara oder Massimo Dutti in Strickwaren und Jacken zu finden sind. Wer mutiger sein möchte, findet bei ASOS oder Urban Outfitters Pullover und Shirts in kräftigem Burgund oder Chartreuse-Grün, die sich gut zu neutralen Hosen kombinieren lassen. Auch Premium-Designer wie Acne Studios oder Dries Van Noten zeigen auf den Runways farbintensive Strickstücke und Jacken, die den Trend ins High-End-Segment tragen.
Damit zeigt dieses Modejahr gleich zu Beginn seine Vielseitigkeit und hebt Männermode ab vom tristen Allerlei des Winters. Im Frühling dominiert der Mut zu Farbe, Stoffen und Schnitten, die teilweise der Damenmode entliehen sind und neue Interpretationen finden. Layering ist erwünscht, Akzente müssen sein und die individuelle Note darf nicht fehlen.