Ulm holt Besong
Am vergangenen Wochenende hat der SSV Ulm 1846 sich noch mal in der Offensive verstärkt. Von Dortmund II wechselt Paul-Philipp Besong zu den Spatzen. Der Deutsch-Kameruner wurde in Dortmund ausgebildet und wechselte über den 1. FC Nürnberg und Erzgebirge Aue zurück zum BVB. Dabei kam der Stürmer bisher auf 57 Einsätze in der dritthöchsten Spielklasse. In diesen erzielte der 24-Jährige zwölf Treffer und bereitete fünf weitere Tore vor. „Ich glaube fest daran, dass wir einiges bewegen können“, blickt der Neuzugang in der Pressemitteilung optimistisch in die Zukunft. „Paul ist ein Puzzleteil, das uns in der Offensive noch gefehlt hat. Wir freuen uns sehr, dass wir ihn von unserem Weg überzeugen konnten, und sind uns sicher, dass er mit seiner Qualität, die zweifelsfrei im Tempo und im Abschluss liegt, unsere Mannschaft bereichern wird“, erläutert Geschäftsführer Markus Thiele die Stärken des Angreifers. Der Vertrag bei dem Zweitliga-Absteiger läuft bis 2027. Besong wird mit der Rückennummer 17 auflaufen.
3. Liga: Azzouzi nach Aachen
Rachid Azzouzi ist neuer Sport-Geschäftsführer bei Alemannia Aachen. Das gaben die Kaiserstädter am Wochenende bekannt. Antreten wird der 54-Jährige seinen Dienst zum 1. August – und soll künftig „sämtliche sportliche Belange des Vereins von der Kaderplanung über Transfers bis hin zur strategischen Ausrichtung des Lizenz- und Nachwuchsbereichs“ verantworten, teilte die Alemannia mit. Zuletzt arbeitete Azzouzi für die SpVgg Greuther Fürth (2017-2024), davor war er für Fortuna Düsseldorf (2015-2016) und den FC St. Pauli (2012-2014) tätig.
Als Spieler bestritt der Marokkaner einst 64 Erst- und 261 Zweitliga-Partien, ehe er seine Karriere 2007 in Fürth beendete. Anschließend übernahm er beim Kleeblatt den Trainerposten bei der U17, bevor er Teammanager und Sportlicher Leiter der Profis wurde (2005-2012). Gleich zweimal stieg er mit den Franken in die Bundesliga auf. Nun zieht es den 54-Jährigen an den Tivoli, wo er die Nachfolge von Sascha Eller antritt, der Ende Mai freigestellt worden war. „Ich freue mich sehr darauf, zum 1. August meine Arbeit bei der Alemannia aufzunehmen. Als Kind der Region weiß ich, welche Strahlkraft und welches Potenzial im Verein steckt“, sagt Azzouzi, der in Alsdorf, nur 17 Kilometer nördlich von Aachen, aufgewachsen ist. Klares Ziel sei es, nachhaltige Strukturen aufzubauen, die sportlichen Erfolg ermöglichen. „Besonders wichtig ist mir dabei auch die Nachwuchsarbeit. Junge Spieler sollen bei der Alemannia wieder eine echte Perspektive haben und hier in Aachen den Sprung in den Profifußball schaffen.“ Zuletzt hatte Erdal Celik als Technischer Direktor die Kaderplanung übernommen. Der 37-Jährige wird der Alemannia in dieser Rolle auch weiterhin erhalten bleiben. Verpflichtet werden soll indes noch ein kaufmännischer Geschäftsführer, nachdem Ralf Bündgen, der das Amt zuletzt interimsweise innehatte, Mitte Juli nach nur sechs Wochen im Amt freigestellt worden war. Aller Voraussicht nach wird Dirk Kall seine Nachfolge antreten. Eine offizielle Bestätigung steht noch aus, soll aber „zeitnah“ erfolgen, wie es heißt. „Einstimmig haben wir uns im Aufsichtsrat entschieden, die Personalunion des Geschäftsführers und Sportdirektors aufzulösen und die Führung in die Verantwortung von zwei Geschäftsführern mit klarem Rollenverständnis zu geben“, erklärt Aufsichtsratsvorsitzender Ralph Gillessen.
Boyd außen vor
Im letzten Testspiel der Vorbereitung verbuchte der SV Waldhof Mannheim am vergangenen Wochenende im Duell mit dem niederländischen Zweitligisten FC Emmen ein 2:2. Nicht mit dabei war Terrence Boyd. Allerdings nicht aufgrund einer Verletzung, sondern aus Leistungsgründen.
Sechs Tore trug der 34-Jährige in der zurückliegenden Saison zum Klassenerhalt der Buwe bei. Doch welche Rolle der Stürmer in der kommenden Saison spielen wird, scheint noch offen, nachdem es im Testspiel gegen den FC Emmen nicht mal für einen Platz auf der Bank gereicht hatte. Trainer Dominik Glawogger begründete die Maßnahme im „Mannheimer Morgen“ so: „Alle hatten die Möglichkeit, sich in den Testspielen und im Training zu beweisen. Und wenn andere Spieler es besser machen als er, muss er eben mehr tun, um wieder auf sich aufmerksam zu machen.“
Große Euphorie
Mit der überraschenden Verpflichtung von Olympiasieger Fan Zhendong ist dem 1. FC Saarbrücken Tischtennis ein echter Coup gelungen – bei dem Chinesen handelt es sich in der Szene um einen absoluten Superstar, von der Größenordnung in etwa vergleichbar mit einem Cristiano Ronaldo im Fußball. Der Wechsel des 28-Jährigen hatte dementsprechend auch die Presse aufgewühlt. Die „Süddeutsche Zeitung“ etwa schrieb: „Was will der weltbeste Tischtennisspieler in Saarbrücken?“. Es ist also nicht weniger als eine Sensation, dass Fan Zhendong jetzt beim FCS TT spielt – und daher auch kein Wunder, dass es jetzt einen Run auf Fanartikel und vor allem Tickets für die kommenden Spiele des Saarbrücker Tischtennisclubs gibt.
FCS-TT-Teammanager Nicolas Barrois verriet im Interview mit dem SR, dass die ersten beiden Heimspiele binnen ein bis zwei Tagen ausverkauft gewesen seien. „Da müssen wir jetzt sogar noch Lösungen finden, wie wir die Stammzuschauer aus den letzten 15 Jahren bedienen.“ Bisher habe die Zuschauerzahl im Schnitt bei 500 bis 600 gelegen. Zum Saisonauftakt werde sie auf bis zu 2000 steigen. 90 Prozent der Ticketkäuferinnen und -käufer stammten aus Asien. Der Großteil der chinesischen Zuschauerinnen und Zuschauer werde extra nach Deutschland fliegen, um den Ausnahmespieler zu sehen. Das ist schon sehr, sehr verrückt. In der Art und Weise haben wir das nicht erwartet.“
Punktabzug droht
Dem finanziell in große Schwierigkeiten geratenen Frauenhandball-Meister HB Ludwigsburg droht in der kommenden Bundesliga-Saison ein hoher Punktabzug. Wie die Handball-Bundesliga Frauen (HBF) mitteilte, würde die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens „gemäß § 8b der Satzung des Ligaverbandes einen Abzug von acht Pluspunkten am Ende der Hauptrunde nach sich ziehen“. Die HB Ludwigsburg GmbH & Co. KG, unter deren Dach die Profiabteilung des besten deutschen Teams betrieben wird, hatte einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens beim zuständigen Amtsgericht gestellt. Der Spielbetrieb beim mehrmaligen deutschen Meister laufe zunächst aber unverändert weiter, teilte der Verein mit. Im Sommer 2024 kündigte Hauptsponsor Olymp an, seine Leistungen ab der Saison 2025/26 erheblich zu reduzieren, was zu den Problemen führte. Die HB Ludwigsburg will zu den Summen nichts sagen. Nach Informationen der Ludwigsburger Kreiszeitung aber dürften 30 bis 40 Prozent weniger Geld fließen.
Rallye: Siersburger Timo Schulz ist am Start
Nach zwei erfolgreichen Jahren in der Rallye-Europameisterschaft mit Opel startet der Siersburger Timo Schulz Anfang August beim wichtigsten Lauf der Deutschen Rallye Meisterschaft, der ADAC Rallye Mittelrhein. Vom 2. bis 3. August 2025 verwandelt sich die Region rund um Trier-Föhren in eine Hochburg des Rallyesports. Schotterpisten, atemberaubende Wertungsprüfungen in den Weinbergen und rasante Asphaltetappen – alles, was das Herz eines Motorsportfans höherschlagen lässt, versprechen die Veranstalter. Die Rallyestrecken sind auf den legendären Wertungsprüfungen der früheren Rallyeweltmeisterschaft: In den Mosel-Weinbergen bei Trittenheim und Piesport sowie auf schnellen Landstraßen in der Vulkaneifel. Der zentrale Servicepark befindet sich in Trier-Föhren, wo die Fans hautnah den Mechanikern über die Schulter blicken oder mit den Fahrern fachsimpeln können. Die ADAC Rallye Mittelrhein ist der vierte von sieben Läufen zur Deutschen Rallyemeisterschaft 2025. Der eingesetzte Opel Corsa Rally4 ist ein echtes Topfahrzeug seiner Klasse: 212 PS aus einem 3-Zylinder mit 1,2 Litern Hubraum und nur 1080 kg Gewicht – ein Hightech-Bolide und die aktuelle Benchmark in der Rally4-Wertung. Eingesetzt wird der Wagen vom österreichischen Team Waldherr Motorsport. Das Ziel für das Team ist klar gesteckt: Direkt beim ersten Einsatz auf nationaler Ebene ein starkes Ausrufezeichen setzen und den Sieg in der Rally4-Kategorie für frontgetriebene Fahrzeuge anzupeilen. An der Seite von Timo Schulz sitzt der 22-jährige Pascal Raabe aus Wathlingen in Niedersachsen. Beide sind ein vertrautes Duo: Bereits 2022 konnten sie gemeinsam drei Rallyes gewinnen.