Auf Meisterkurs
Im 6. Halbfinale am 20. April legten die Eisbären gegen die Kölner Haie in der Deutzer Lanxess Arena stark los, gingen 2:0 in Führung. Der KEC schaffte den Anschluss aber nicht mehr. Stattdessen schossen sich die Eisbären zum 4:1 und damit zur Finalserie Best-of-7 gegen die Adler Mannheim, die vier Tage später auswärts in der SAP Arena begann. Und das gleich mit einem Ausrufezeichen. Die Berliner zeigten sich beim 7:3 vor dem Mannheimer Kasten extrem effizient. Die Adler gaben für Spiel zwei am 26. April die Festigung der Abwehr als wichtigsten Punkt an, scheiterten aber. Die Eisbären ließen beim überlegenen 5:1 erst in der Schlussphase den Mannheimer Ehrentreffer zu. Nach Spiel drei in Mannheim kehrt die Serie zu Spiel vier am 30. April wieder in die Hauptstadt zurück.
Viernheim holt den Titel
Der SC Viernheim hat sich erneut zum Deutschen Schach-Mannschaftsmeister gekrönt. Die Weltauswahl an Supergroßmeistern für den südhessischen Club gewann alle 15 Begegnungen der Saison. Den Sack final zu machte Viernheim bei der zentralen Endrunde der Schachbundesliga vom 24. bis 26. April im Berliner Willy-Brandt-Haus, der SPD-Bundeszentrale, mit dem 4,5:3,5 gegen die OSG Baden-Baden um den deutschen Weltklassespieler Vincent Keymer. Nach 2024 ist es der zweite Titel für Viernheim. Die Schachfreunde Berlin schlossen die Spielzeit auf Rang 14 von 16 ab, können sich nach möglichen Rückzügen anderer Vereine aber Hoffnung auf den eigentlich verpassten Klassenerhalt machen.
Rennen um die Königsklasse
Lange sahen die Fans in der Max-Schmeling-Halle am 23. April einen sehr nervösen Handball-Fight zwischen den Füchsen und dem VfL Gummersbach. Schließlich ging es um einen Champions-League-Platz in der nächsten Spielzeit. Zur Halbzeit stand das Fehlerfestival bei 13:12 für die Berliner, die sich fest auf ihren Top-Keeper Dejan Milosavljev verlassen konnten, der Siebenmeter um Siebenmeter und Wurf um Wurf entschärfte. Am Ende hieß es 28:26 für die Füchse.
Stabil auf Platz 2
Am 20. April empfing Alba Berlin die Telekom Baskets Bonn. 32:18 für Berlin nach dem ersten Viertel: Bonn, an der Ehre gepackt, wurde besser, konnte eine klare 76:91-Niederlage aber nicht verhindern. Zwei Tage später in Ulm wieder ein Berliner Blitzstart: 23:5. Ulm gab nicht auf, schaffte bei 74:74 den Ausgleich, nur um einem 15:3-Lauf von Alba zum Opfer zu fallen. Berlins Point-Guard Nummer 1 Martin Hermannsson schied mit einer Knieverletzung aus, fehlte auch beim Wochenabschluss am Sonntag bei den Fraport Skyliners Frankfurt. Alba lag zur Pause mit zwei Punkten zurück, dominierte dann aber bis zum 87:61-Endstand. Neuzugang Michael Rataj (self Punkte, sieben Rebounds) zeigte seinen Wert.
BR Volleys
Mit Steuerwald ins Finale
Noch während der Bundesliga-Hauptrunde hatte bei Volleyball-Rekordmeister BR Volleys Scout Alexandre Leal als Cheftrainer für Joel Banks übernommen. Umso überraschender, dass Leal nach dem zweiten Halbfinale zurücktrat, um sich in seiner Heimat Brasilien um dringende familiäre Angelegenheiten kümmern zu können. So rückte Co-Trainer Markus Steuerwald, der in der nächsten Saison Cheftrainer bei den Helios Grizzlys Giesen wird, mitten in einer Halbfinalserie gegen den alten Rivalen VfB Friedrichshafen an die Berliner Seitenlinie. Und das mit Erfolg. Im entscheidenden Spiel drei – nur drei Tage später – am 26. April in Berlin blieben die BR Volleys stabil, gewannen souverän 3:0 und treffen seit dem 29. April in der Finalserie Best-of-5 auf die SVG Lüneburg. Spiel zwei findet am 2. Mai in Berlin statt.
3. Halbzeit: Auf dem Boden der Tatsachen
Kurz vor dem Saisonfinale und damit vor Beginn der absoluten Crunch Time hat Handball-Drittligist HG Saarlouis eine Niederlage hinnehmen müssen, die aufhorchen lässt. Lange Zeit hat es so ausgesehen, als würde die Meisterschaft in der Süd-West-Staffel zwischen den Saarländern und dem hessischen Vertreter TV Gelnhausen entschieden. Dann patzte der Zweitplatzierte, und die HGS war bereits vor dem Top-Spiel am vorletzten Spieltag so gut wie Meister. Daran wird das noch ausstehende Saar-Derby gegen Absteiger TV Homburg auch nichts ändern. Doch wie hoch die Trauben in der Relegation hängen, musste das Team von Jörg Lützelberger am vergangenen Samstag feststellen. Denn in Gelnhausen setzte es eine ganz üble Pleite. Nur in der Anfangsphase waren die Saarländer halbwegs in der Lage, mitzuhalten. Danach setzten sich die Gastgeber mehr und mehr ab. Am Ende stand eine 41:32-Niederlage.
Passiert ist im Endeffekt gar nichts, doch die Klatsche von Gelnhausen hat die Saarländer auf den Boden der Tatsachen befördert. Es wird am Ende auf die Nerven ankommen, auf die Fähigkeit, sich zu wehren und in schwierigen Momenten nicht auseinanderzufallen. Mehr als 40 Gegentore in einem Spiel sind eines Meisters kaum würdig. Es gehört wenig Vorstellungskraft dazu, dass ein solcher Auswärtsausrutscher in der Relegation ausreichen wird, um eine ganze Saison in die Tonne zu kloppen. Zu Hause wird die HGS in der Lage sein, gegen jeden Gegner zu gewinnen. Aber auswärts muss sie sich raffen. Am Ende so auseinanderzubrechen wie in Gelnhausen, ist ein Alarmsignal.
Klar, am Ende ist die HGS ihren Plänen eine Saison voraus. Doch die Chance ist da, die Auslosung bietet Möglichkeiten. Diese sollte man nicht leichtfertig verspielen. Billige Fehlwürfe, unnötige Zwei-Minuten-Strafen und verworfene Siebenmeter – ausgerechnet von den Erfahrensten: Das Spiel in Gelnhausen dient quasi als Vorlage, wie man es nicht machen sollte. Bisher hat sich das Team von Lützelberger nach Rückschlägen schnell wieder gefangen. Doch der zweite rapide Leistungseinbruch innerhalb weniger Wochen darf nicht als Betriebsunfall abgetan werden.
Dominique Rossi, Sport-Redakteur bei FORUM
Canes im Ellenfeld
Die Saarland Hurricanes werden in der kommenden Saison ihre Heimspiele im Ellenfeld austragen. Das American-Football-Team, das in der German Football League (GFL) spielt, erklärt den Schritt so: „Aufgrund sehr kurzfristiger, unvorhergesehener Entwicklungen in Völklingen haben wir uns für einen Umzug nach Neunkirchen entschieden“, heißt es in einem Instagram-Beitrag des Teams. Ob der Umzug mit dem maroden Tribünendach im Völklinger Hermann-Neuberger-Stadion zusammenhängt – der bisherigen Heimat der Hurricanes – geht nicht aus dem Beitrag hervor.
Ursprünglich hieß es, die Canes wollten längerfristig in Völklingen bleiben. Die Footballer sind aber auch keine Unbekannten in Neunkirchen: Bereits zwischen 2016 und 2020 absolvierten die Canes ihre Spiele im Ellenfeld. „Wir freuen uns auf die Rückkehr und auf geile Gamedays in Neunkirchen“, schreibt das Team entsprechend auf Instagram.
Leichtathletik
Erste Zusagen
Das traditionsreiche Pfingstsportfest wartet bei der 61. Ausgabe am 24. Mai 2026 wieder mit hochkarätigen Top-Athleten auf. Das Organisationsteam kann als ersten Topathleten das schwedische Diskus-Ass Daniel Ståhl präsentieren. Der Ausnahmewerfer kommt als amtierender Weltmeister von Tokio ins Bungertstadion. Bei der WM im September 2025 schleuderte der erfahrene Hüne die Zwei-Kilo-Scheibe 70,47 Meter weit und bezwang in einer legendären Regenschlacht den 22-jährigen Weltrekordler Mykolas Alekna (Litauen), der mit 67,84 Metern Silber gewann. Nach 2019 in Doha und 2023 in Budapest war dies Ståhls dritter WM-Titel. Den Höhepunkt seiner außergewöhnlich erfolgreichen Karriere bildete der Olympiasieg 2021 in Tokio vor seinem Landsmann Simon Pettersson. Als weitere Spitzenkraft für das traditionsreiche Pfingstsportfest hat sich die Kugelstoß-Olympiasiegerin Yemisi Ogunleye (MTG Mannheim) angekündigt. Die 27-Jährige feierte am 28. März in Macon im US-Bundesstaat Georgia ihre Hochzeit mit Football-Profi Tyler Mabry.