Wehrlein bleibt Gesamtführender
17 Läufe hat die Formel-E-Saison, zwei davon finden jährlich auf dem früheren Flughafen Tempelhof statt. Ex-Weltmeister Pascal Wehrlein ging am 1. Mai als Gesamtführender in Lauf 7, doch von Startplatz 2 aus wurde er durchgereicht, fing sich einen Reifenschaden ein und wurde 19. Tagessieger war sein Porsche-Teamkollege Nico Müller (Schweiz). Mahindra-Pilot Edoardo Mortara wurde Vierter und zog tagesaktuell an Wehrlein in der Gesamtwertung vorbei. Tags darauf schlug Wehrlein zurück. Von der Poleposition aus fuhr er im achten Lauf auf Rang 3 hinter dem neuseeländischen Tagessieger Mitch Evans (Jaguar) und dem Engländer Oliver Rowland (Nissan). Evans ist neuer Gesamtzweiter hinter Wehrlein, der Schweizer Tagessiebte Mortara rutschte auf Rang 3 ab.
Kampf um den 2. Platz
Beim BBL-Tabellenführer FC Bayern Basketball hielt Alba Berlin am Maifeiertag lange gut mit, sammelte deutlich mehr Rebounds ein, Bayern hielt mit Dreiern dagegen. Viele Berliner Ballverluste und die individuelle Klasse der Münchener führten zum 85:79-Bayernsieg. Die Chemnitz 99ers wurden zwei Tage danach in der Uber Arena von 2.000 mitgereisten Fans unterstützt. Albas löchrige Defense und schlechte Wurfquoten ermöglichten den 99ers eine 52:39-Halbzeitführung. 19 Punkte von Jack Kayil und viele Assists von Martin Hermannsson brachten Alba mit zwei Punkten in Front kurz vor Ende. Doch Chemnitz machte das Spiel mit vier Punkten in Folge zum 82:84 zu.
Harter Brocken Veszprém
Mathias Gidsel traf 13-mal, Lasse Andersson achtmal. Die Füchse hatten am 30. April trotz fanatischer Kulisse in Ungarn das Viertelfinal-Hinspiel in der Handball-Champions-League bei MKB Veszprém im Griff. Sie führten mit bis zu fünf Toren. Doch 20 Minuten vor Schluss wehrten sich die Ungarn vehement. Ihr Keeper Mikael Appelgren lief zu Topform auf, und sie nutzten Konzentrationsschwächen der Berliner konsequent aus, sodass sie das Spiel noch gewannen. 7 Sekunden vor Schluss versenkte Tim Freihöfer einen Siebenmeter. So gehen die Füchse mit einer 34:35-Niederlage ins Rückspiel.
Spandau holt den Pokal
Am 1. und 2. Mai war die Schöneberger Schwimmsporthalle Austragungsort beider Final-Four-Turniere um den Deutschen Wasserball-Pokal. Während das Männerteam der Wasserfreunde Spandau 04 sich nicht hatte qualifizieren können (Pokalsieger wurde Waspo Hannover gegen den ASC Duisburg), holten Spandaus Frauen zum siebten Mal in Folge den Pokal. Im Halbfinale schlugen sie den SV Blau-Weiß Bochum 15:11, während der SC Chemnitz überraschend den Uerdinger SV 08 im Fünf-Meter-Werfen besiegte. Tags darauf im Endspiel ließ Spandau aber Chemnitz mit 30:7 nicht den Hauch einer Chance.
BR Volleys
Meisterlich im Finale
Die BR Volleys überfuhren die SVG Lüneburg im ersten Finale um die Deutsche Volleyball-Meisterschaft am 29. April in der Lüneburger LKH Arena in den ersten zwei Sätzen förmlich durch enormen Aufschlagdruck und ihren Top-Diagonalangreifer Jake Hanes. In Satz 3 ließ die Konzentration etwas nach, Lüneburg schaffte den Satzanschluss. Satz 4 brachte in der Crunchtime wieder Hanes‘ Urgewalt und starke Aufschläge wie die von Moritz Reichert. Drei Tage nach dem Berliner 3:1-Sieg sahen sich beide Teams zu Spiel 2 in der Max-Schmeling-Halle wieder. Lüneburgs Aufschlag, Annahme, blockfreies Einschlagen per Pipe – alles klappte. Satz 2 begann ähnlich, doch langsam steigerten sich die Hausherren, sicherten sich nervenstark Satz 2. Weiterhin blieben beide Teams auf Augenhöhe, in den entscheidenden Momenten machte aber Match-MVP Jake Hanes den Unterschied für die Berliner aus, die Satz 3 und 4 jeweils 25:23 gewannen. Das 3:1 bedeutete Matchball BRV in Spiel 3 am 6. Mai in Lüneburg.
3. Halbzeit: Die Reform muss kommen
Der Aufstieg aus der Regionalliga verkommt seit der vergangenen Woche endgültig zur Farce. Die Regionalliga Bayern, vor Jahren vom damaligen DFB-Vize und bayerischen Landesfürsten Rainer Koch gegen alle Widerstände durchgeboxte Spielklasse, nominiert den Drittplatzierten Kickers Würzburg für die Aufstiegsspiele gegen den Nordost-Meister. Der wird vermutlich Lok Leipzig heißen, der traditionsreiche Vereine wie Jena, Halle und Zwickau hinter sich lässt. Schon im Vorjahr stand die Lok in den Entscheidungsspielen, scheiterte dort am TSV Havelse. Während die Leipziger bis zum Ende kämpfen müssen, können sich die Würzburger ruhig auf den Saisonendspurt konzentrieren. Tabellenführer Nürnberg 2 hat auf den Aufstieg verzichtet, die Spielvereinigung Unterhaching ebenso. Und Würzburg ist der einzige Club der ersten Acht, der überhaupt eine Drittliga-Lizenz beantragt hat. Seit Monaten tobt ein Glaubenskrieg um eine Regionalliga-Reform, in der alle Meister aufsteigen. Eine Reduzierung von fünf auf vier wollen fast alle. Ob man dabei das Regionen- oder Kompass-Modell präferiert, ist nahezu zweitrangig. Dass der Präsident des bayerischen Verbandes als Gegenentwurf eine Aufstockung der Dritten Liga auf 22 vorschlägt, um seine eigene Liga zu retten, macht sprachlos. Eine Liga, wohlgemerkt, die zuletzt vor allem Drittliga-Absteiger produziert hat und deren Zuschauerschnitt unter 1.000 pro Spiel liegt, was auch daran liegt, dass zahlreiche kleine Vereine in ihr spielen. Die können übrigens nichts für das Verhalten der Verbandsspitze. Und ob es Eichstätt oder Aubstadt Fans kosten würde, wenn man gegen die Bayern-Reserve in der Oberliga und nicht der Regionalliga spielt, darf bezweifelt werden. Es geht beim BFV seit Jahren um Besitzstandsdenken und nicht um den Sport. Deswegen muss die DFB-Spitze Flagge zeigen. Vier Regionalligen sind genug. Die Reform muss kommen, die Zeit ist reif für ein Machtwort. Denn: Eine Liga, aus der fast niemand aufsteigen will, hat ihre Existenzberechtigung verloren. Man stelle sich nur vor, die Bayern-Regio hätte in dieser Saison einen festen Aufstiegsplatz gehabt.
Dominique Rossi, Sport-Redakteur bei FORUM.
Trauer um Albert Wagner
Der frühere Präsident des Landessportverbandes, Albert Wagner, ist nach langer, schwerer Krankheit im Alter von 93 Jahren gestorben. Das Lebacher Urgestein galt als einer der prägenden Funktionäre im saarländischen Sport – in vielen unterschiedlichen Positionen. Das Amt im Landessportverband des Saarlandes (LSVS) hatte er von 1993 bis 2002 inne, im selben Zeitraum war Albert Wagner – genannt „Ali“ Wagner – auch Chef des Saarländischen Fußball-Verbands (SFV). Im April 2023 erhielt er das Bundesverdienstkreuz. Innenminister Reinhold Jost (SPD) sagte damals: „Ali Wagner hat den Sport im Saarland nachhaltig geprägt und sich auf vielfältige Weise ehrenamtlich für die Gesellschaft, das Gemeinwohl und seine Heimatstadt Lebach eingesetzt.“ Der diplomierte Bauingenieur war von 1985 bis 1995 einer von zwei Geschäftsführern der Saarland Sporttoto GmbH. 1993 wurde er als Nachfolger des verstorbenen Hermann Neuberger an die Spitze des LSVS gewählt. LSVS-Aufsichtsrats-Chef Tim Meyer sagte: „Sein unermüdliches Engagement, insbesondere für die Entwicklung des Geländes des heutigen Sportcampus Saar, wird uns allen in Erinnerung bleiben. Er war nicht nur ein prägender Funktionär, sondern auch eine Leitfigur, die den Sport in unserer Region nachhaltig bereichert hat.“
Titelgewinn perfekt
Das Etappenziel nach dem Erreichen der Aufstiegsrunde auf dem Weg in die 2. Bundesliga ist geschafft: Die HG Saarlouis ist nach 2009 wieder Meister im Handball-Südwesten – und das mit einem 41:17-Sieg (20:13) gegen Absteiger TV Homburg. Fast 1.500 Zuschauer gaben dem Derby-Finale einen würdigen Rahmen.
Nun geht der Blick zur Relegation. Wer da dann aber in der Gruppe 1 die Gegner der HGS sein werden, und wer in der Gruppe 2 mit Emsdetten und Gelnhausen den Aufstiegsplatz ausspielen wird, entscheidet sich im Nord-Westen (Hamm oder Vinnhorst) und im Nord-Osten (Braunschweig oder Aue) erst am Wochenende. Sehr zufrieden und stolz auf seine Jungs zeigte sich nach der Partie dann auch „Meister-Trainer“ Jörg Lützelberger. Nachdem man die ersten beiden Schritte im Plan gemacht habe, gelte es jetzt, auch den nächsten Schritt zu gehen und in der Aufstiegsrunde gegen Top-Gegner zu bestehen. Lützelberger: „Ich freue mich über alles, was war, und freue mich auf das, was kommt.“