Am Ende kann die SV Elversberg mit dem Punkt gegen Schalke 04 zufrieden sein, wirklich zufrieden ist sie allerdings nur bedingt. In einer durchwachsenen Partie trennen sich die beiden Aufsteiger torlos.
Wär‘ da mehr drin gewesen? „Uns war klar, dass Schalke defensiv sehr stabil stehen wird – wir letztes Jahr auch“, sagt Felix Keidel nach dem Spiel in der Veltins-Arena. Dennoch: Wirklich glücklich wirken die Elversberger nach 90 torlosen Minuten nicht. „Wenn wir die eine oder andere Chance besser nutzen, zielstrebiger sind, dann können wir mehr mitnehmen“, so Keidel.
Dicke Chance für Darvich
Dabei begann das Aufsteiger-Duell zwischen dem FC Schalke 04 und der SV Elversberg bereits mit ordentlich Schwung. Während Francis Onyeka dieses Mal auf der Bank Platz nehmen muss, starten die Saarländer mit Noah Darvich – und der startet so richtig. Das Spiel läuft noch keine Viertelstunde, als der Startelfdebütant mit einem hohen Schuss die Schalker kurz zittern lässt. Das war’s dann aber auch schon an Chancen für die SVE …
Schalke hingegen deutlich bemühter vor dem Tor der Gäste. Dort kommt es in der 21. Minute auch erst einmal zu einem kurzen Schreckmoment: Ausgerechnet SVE-Kapitän Lukas Pinckert erwischt den Ball schlecht und versenkt diesen fast im eigenen Tor. Schlussmann Nicolas Kristof kann das Schlimmste zwar verhindern, zeigt sich aber im Nachgang durchaus unzufrieden: „Von Pinckert habe ich nicht erwartet, dass er den aufs eigene Tor bringt“, so der 26-Jährige. Wiedergutmachung kann Pinckert aber kurz vorm Pausenpfiff leisten, als er einen Schuss von Edin Dzeko abblockt.
Nach dem Seitenwechsel geht es ähnlich weiter. Es bleibt hart umkämpft. Auch die Einwechslung von SVE-Joker Maurice Krattenmacher für Darvich ändert dieses Mal nichts – beide Mannschaften trennen sich 0:0.
„Im Großen und Ganzen“, so Keeper Kristof, „haben wir heute sehr gut verteidigt. Ich glaube, im letzten Drittel waren wir dann aber zu unsauber und ungenau.“ Die Einschätzung teilt auch Trainer Vincent Wagner: „Wenn ich sehe, wie unsere Innenverteidiger heute gespielt haben, ist das aller Ehren wert“, betont dieser. „Sie werden sich in den nächsten Spielen aber noch steigern dürfen.“ Auch die Offensive hat Hausaufgaben für die kommenden Wochen: „Wir verlieren noch zu oft den Ball, sind dann unsauber. Aber auf der anderen Seite: Die Jungs marschieren“, so Wagner „So wie wir Fußball spielen, brauchst Du in der offensiven Dreierkette einfach Qualität, Leidenschaft und Potenzial. Ich glaube, man hat in den ersten Spielen schon gesehen, dass wir das Potenzial auch haben.“ Alles in allem zeigt sich Wagner zufrieden: „Ich hätte auch gerne drei Punkte geholt“, sagt er. „Aber man soll auch nicht zu gierig sein.“ Dass das Spiel gegen Schalke hart werde, habe er schon vorher gewusst. „Nachdem wir letztes Jahr in beiden Spielen nicht geschafft haben, einen Punkt gegen Schalke mitzunehmen, haben wir das heute immerhin getan. Ich glaube, auch nicht ganz unverdient“, sagt er.
Jetzt geht es für die Liga erst einmal in die lange Länderspielpause, bevor es für die SV Elversberg auswärts bei Union Berlin (10. Oktober, 15.30 Uhr) weitergeht. Dass diese in der laufenden Saison so groß ausfällt, wertet Wagner keineswegs als Nachteil: „Ich finde, es macht Sinn, eine längere Pause zu haben als mehrere kleinere“, sagt er. Für einige Elversberger kann von einer „Pause“ allerdings kaum die Rede sein.
Gleich vier A-Nationalspieler
Vier Spieler wurden für ihre aktuellen A-Nationalmannschaften nominiert – darunter neben Nicholas Mickelson (Thailand), Lukas Petkov (Bulgarien) und Cole Campbell (USA) auch der 23-jährige Felix Keidel, dem Jürgen Klopp in seinen ersten Zügen als deutscher Bundestrainer eine Chance geben will. Dieser konnte seine Nominierung erst einmal selbst kaum glauben, wie er gegenüber „Sport1“ erzählt: Co-Trainer Mike Frantz habe ihn nach dem Training in die Kabine beordert und ihm dort die Neuigkeiten überbracht. „Ich habe ihn zuerst gefragt, ob er mich verarscht“, sagt Keidel und lacht.
Am Nachmittag habe er dann den Anruf von Klopp erhalten. Damit sind die Elversberger der Berliner Union schon einmal einen großen Schritt voraus: Von den Eisernen hat es keiner in den XXL-Kader der Deutschen geschafft. Ob das beim Spiel in der Alten Försterei dann wirklich den Unterschied macht, das bleibt abzuwarten.