Fundstück der Woche
Anna Wintour verlässt „Vogue“
Nach 37 Jahren gibt Anna Wintour ihren Posten als Chefredakteurin der „American Vogue“ ab. Seit 1988 war sie das stilprägende Gesicht der internationalen Modewelt, ihr Name ein Synonym für Eleganz und Durchsetzungskraft. Mit ihrem allerersten Cover, einem Model in Jeans und einem schlichten Pullover, bewies sie Mut zur Veränderung. Sie setzte Prominente auf den Titel, modernisierte den Stil des Magazins und verwandelte die Met Gala in das wichtigste Fashion-Event des Jahres. Nun verkündete Wintour überraschend ihren Rückzug, jedoch nur aus der vordersten Reihe. Denn sie bleibt dem Verlagshaus Condé Nast als Global Chief Content Officer und Global Editorial Director der weltweiten „Vogue“-Ausgaben erhalten. In dieser Funktion wird sie strategisch die Ausrichtung der Marke prägen, Events begleiten und redaktionelle Entwicklungen mitgestalten. Ihre Nachfolge ist bislang nicht bekannt.
Beauty
Schutz wird Basis
Die neuen Sonnenschutz-Produkte sind leicht, pflegend, oft getönt und ersetzen Primer und Foundation in einem. Besonders gefragt: Fluids mit Lichtschutzfaktor 30 bis 50, die mattieren, Feuchtigkeit spenden und sich wie ein Finish anfühlen. Marken wie La Roche-Posay, Ulé oder Beauty of Joseon setzen auf cleane Texturen, die schnell einziehen, nicht weißeln und sich perfekt schichten lassen – ob mit Blush, Balm oder gar nichts. Das Ziel: eine Haut, die geschützt ist, aber sichtbar bleibt.
Neue Frische
Blush ersetzt Contouring, nicht zur Formung, sondern für Frische. Rouge wird großzügig aufgetragen, wandert über die Wangen und den Nasenrücken bis hinauf zu den Schläfen. Es entsteht ein sonnengeküsster Effekt, der nach Bewegung aussieht. Besonders gefragt: Cremeblushes mit leichtem Glow. Marken wie Rare Beauty, Dior oder Chanel setzen auf Formeln, die mit den Fingern verblendet werden und mit der Haut verschmelzen. Farblich dominieren warme Töne: Pfirsich, Mauve, Ziegelrosa. Der Blush-Look wirkt bewusst unperfekt, als hätte man ihn nicht aufgetragen, sondern bekommen.
Trends
Weiche Konturen
Blazer bleiben – aber sie werden weicher. Statt Power-Schultern und formellem Chic geht es um fließende Linien, entspannte Schnitte und Leichtigkeit. Labels wie Jil Sander, The Row oder Ferragamo zeigen luftige Zweiteiler aus Leinen, Tencel oder Baumwolle, kombiniert mit ärmellosen Tops, Shorts oder weich fallenden Röcken. Die klassischen Elemente des Tailorings – Kragen, Knöpfe, Abnäher – sind noch da, verlieren aber ihre Strenge. Der Blazer sitzt locker, wird offen getragen und wirkt fast wie ein Cardigan. Farblich dominieren neutrale Töne: Stein, Sand, Milchkaffee. Dazu flache Loafer, offene Slingbacks oder schlichte Slides. Auch Details wie aufgesetzte Taschen, Gürtel oder strukturierte Revers setzen zurückhaltende Akzente. Diese neue Blazer-Silhouette passt ins Büro, zum Stadtbummel oder auf eine Sommerfeier.
Nichts zu verbergen
Transparenz bleibt auch im Spätsommer ein großes Thema, allerdings subtiler getragen. Labels wie Coperni, Simone Rocha oder Cecilie Bahnsen zeigen Chiffon, Mesh und Organza nicht mehr als reine Verhüllung, sondern als Gestaltungselement. Der Reiz liegt im Layering: transparente Blusen über Tanktops, transparente Röcke über Shorts, Mesh-Longsleeves unter Trägerkleidern. So entsteht ein Look, der andeutet, aber nicht entblößt. Farblich bleibt es pastellig bis neutral, die Stoffe schweben, aber sind tragbar. Transparenz wird nicht mehr als „sexy“, sondern als modern und wandelbar gelesen, ein Spiel mit Licht, Material und Struktur.