Trends
Irrtum vom Baumwollverbot
Die Schlagzeile klingt nach Kulturkampf im Kleiderschrank. Europa wolle Baumwolle verbieten, hieß es Anfang des Jahres. Die Realität fällt deutlich nüchterner aus. Ein EU-weites Verbot existiert nicht. Auch konkrete Pläne dafür liegen laut EU-Kommission nicht vor. Trotzdem entfaltet die Debatte enorme Wirkung, weil sie einen Nerv der Branche trifft. Der Ursprung des Aufruhrs lag in einem Gastbeitrag bei FashionUnited, der Baumwolle als ökologisches Auslaufmodell beschrieb. Die Argumentation bezog sich auf Wasserverbrauch, Pestizideinsatz und die begrenzte Recyclingfähigkeit der Naturfaser. Tatsächlich verschärft Europa derzeit seine Nachhaltigkeitsregeln für Textilien. Kreislaufwirtschaft, Recyclingquoten und langlebige Materialien rücken ins Zentrum der Industriepolitik. Genau daraus entstand die Erzählung vom angeblichen Baumwollverbot. Interessant wirkt vor allem die Gegenreaktion. Designer, Materialforscher und Verbraucher verteidigen Baumwolle fast emotional. Polyester gilt als Symbol billiger Ultra Fast Fashion. In Foren und sozialen Netzwerken häufen sich Klagen über Kunstfasern, schlechte Qualität und Kleidung aus Plastik.
Beauty
Sonne to Go
Gebräunte Haut erlebt ein leises Comeback. Allerdings ohne stundenlanges Sonnenbaden. Neue Kompaktpuder setzen auf transparente Texturen, feine Pigmente und einen leichten Glow, der eher nach Wochenende in Italien aussieht als nach Solarium. Entscheidend bleibt die Technik. Statt das ganze Gesicht zu pudern, landen die warmen Nuancen nur auf Wangen, Stirn und Nasenrücken. Genau dort, wo echte Sonne zuerst Farbe hinterlässt.