Warum Heizen mit Wärmepumpen Pulswärmer attraktiv aussehen lässt
Die Taktik war raffiniert: Erst heizte russisches Billig-Gas unsere Häuser und Wohnungen T-Shirt-warm. Jetzt machen uns ältere Herren mit ihren energie-, klima- und weltpolitischen Ego-Trips die Hölle heiß: Gas und Öl werden wieder knapp.
Der Anschluss des Südens an die ganzjährig große Windkraft aus dem Norden erstarrte zu lang im politischen Kalkül. Technische Möglichkeiten, die reiche Ernte an Sonnenenergie aus dem Sommer in den strombedürftigen Winter zu überführen, werden erst rudimentär erschlossen und genutzt. Wärmepumpen wissen derzeit nicht, ob ihr Weg hinein ins Haus oder hinaus aus dem Heizungssystem-Planen führt: Die politischen Signale drehen sich wie die Fähnchen im Wind.
Doch wir können uns wehren: Wir können stricken. Und so mithilfe unserer hurtig fliegenden Nadeln und wolliger Schafe klappernde Zähne vermeiden. Das auch, wenn wir die Heizung vorsichtshalber knapp um die 20 Grad-Marke einstellen, um Energie zu sparen und den Strompreis nicht unnötig hochzudrehen. Denn nicht jeder, der ein Haus besitzt, verfügt über ein kuscheliges Finanzpolster. Deshalb ergibt es weiterhin Sinn, nicht nur gemeinsam zu stricken, sondern die Wärmewende mithilfe des Klima- und Transformationsfonds beziehungsweise des Sondervermögens „Infrastruktur und Klimaneutralität“ solidarisch zu stemmen.
Die Verbraucherzentralen helfen uns indes dabei, Fehler beim Frieren, die unseren Wohnhüllen schaden könnten, zu vermeiden. Beispielsweise sollen kühlere Räume gut belüftet werden und Türen zu wärmeren Räumen geschlossen sein. Sonst kann sich an kälteren Stellen Feuchtigkeit aus der wärmeren Luft niederschlagen und Schimmelbildung zur Folge haben.
Dumm nur, wenn Hausheiz-Anlagen, etwa Fußbodenheizungen, nicht auf die guten Empfehlungen hören: Wenn die Schlafzimmer trotz Thermostat-Einstellung auf 16 bis 18 Grad den ganzen Tag heizen, dass die Teppichböden glühen. Immerhin droht dort nicht so leicht Schimmel. Schwieriger ist es mit Bädern, in denen die Thermostate-Lämpchen ständig leuchten, die Heizung aber überhaupt nicht warm wird: Strickpullis, Pulswärmer und dicke Socken sind beim Duschen eher hinderlich.
Ein Dilemma, zumal die Luft-Wasser-Balance in den Heizungsrohren ein sehr weites Feld ist. „Klopf, klopf, klopf, knatter, knatter“: Sind Einbrecher im Haus, Wintergeister? Oder liegt es am Wärmeabgabesystem? Obwohl es mehrfach entlüftet worden ist, nachdem ihm eine klimafreundliche Wärmepumpe an die Seite gestellt worden war. Sollen wir etwa schon wieder die Möbel zur Seite rücken und den Entlüftungsschlüssel zücken? Oder einmal mehr den Heizungsmonteur zum Check bitten?
Die kalten Füße auf dem nicht warm werdenden Boden ausgerechnet in dem Raum, in dem geistig gearbeitet wird, stören den Denkfluss und behindern die Entschlussfähigkeit. Ein Paar dick gestrickte Socken und Beinstulpen bringen Linderung, wenn auch keine Lösung.
Ein Blick auf die App zur Wärmepumpe wärmt immerhin das Gemüt: Sie arbeitet wunderschön effizient. Auch wenn die Wärmepumpe mit den Heizanlagen und Heizkreisen im Haus und deren Luftproblemen erst noch richtig warm werden muss. Womit sich ihr Gas verschlingender Vorgänger aber auch immer wieder schwertat. Fangen wir deshalb mit Stricken für die Wärmewende an. Und mit Videos dazu. Bestrickend anzusehen. Denn am besten heizt es ein, möglichst viele „Wärmebrücken“ am Körper zu schließen. Also Kopf, Hals, Handgelenke, Hüften und Füße mit (Selbst-)Gestricktem gut einzupacken. Am besten grob und dicht gestrickt, im Rippen- oder Patentmuster, mehrere Lagen im Zwiebellook übereinander gezogen.
Pullover oder Ganzkörper-Strickanzüge dauern etwas länger. Socken sind für Ungeübte kompliziert. Daher beginnen Männer und Frauen am besten flugs damit, Stirnbänder, Mützen, Pulswärmer sowie Beinstulpen schnell zu stricken. Und sobald die Luft aus den Rohren und die Energie aus dem Norden da sein werden, wird auch die Wärmewende zumindest gefühlt besser aussehen und keine fröstelige Nachrede mehr fürchten müssen. Und der nächste Winter kommt bestimmt.