Mobil zu sein könnte teurer werden – es sei denn, es geht um den Urlaubsflug. Ab diesem Jahr steigt die CO2-Steuer, das Deutschlandticket wird teurer, Flugsteuern jedoch sinken, und es gilt eine neue E-Auto-Prämie.
Unterwegs zu sein könnte in diesem Jahr teurer werden – zumindest für alle Verbrenner-Fahrerinnen und -Fahrer. Denn der Preis an der Zapfsäule steigt erneut. Im Jahr 2026 wird der CO₂-Preis für Kraftstoffe in einer Spanne von etwa 55 bis 65 Euro je Tonne durch Zertifikatsversteigerungen gebildet, bevor der Markt mittelfristig vollständig geöffnet wird. Dadurch verteuern sich nun Benzin und Diesel wie bereits in den Jahren zuvor. Die Schätzungen der Mehrkosten reichen grob bis in eine Größenordnung von etwa drei bis vier Cent pro Liter zusätzlich, wobei der genaue Preis stark von der Entwicklung des Ölpreises und vom Wettbewerb auf dem Kraftstoffmarkt abhängt.
Sozial gestaffelte E-Auto-Förderung
Für Verbraucherinnen und Verbraucher heißt das: Der Individualverkehr mit Verbrennerfahrzeugen wird weiter strukturell Jahr für Jahr unattraktiver und belastet das Haushaltsbudget zunehmend. Ursprünglich sollten ab dem kommenden Jahr Brennstoffe wie Benzin und Erdgas auch in den europäischen Emissionshandel einbezogen werden. In diesem System würde sich der Preis dann durch das freie Spiel von Angebot und Nachfrage bilden. Doch nun kommt dieser Schritt wahrscheinlich erst im Jahr 2028. Darauf haben sich Unterhändler von Europaparlament und EU-Staaten vor Kurzem verständigt. Mit dieser Verzögerung sollen große Preissprünge für Verbraucher beim Tanken und Heizen vorerst vermieden werden, um soziale Härten abzufedern.
Parallel zu den steigenden Kraftstoffpreisen steigen jedoch auch die Preise für Kfz-Versicherungen deutlich an. Grund dafür sind teurere Ersatzteile, gestiegene Werkstattstunden und geänderte Typklassen für Millionen Fahrzeuge, was die laufenden Kosten für Halterinnen und Halter weiter erhöht. Diese zusätzliche finanzielle Belastung summiert sich über das Jahr und macht den Unterhalt eines Verbrennerfahrzeugs zunehmend zur kostspieligen Angelegenheit.
Wer sich daher jetzt entscheidet, ein günstiges E-Auto zu kaufen, profitiert womöglich von staatlicher Unterstützung: Im Jahr 2026 steht in Deutschland eine neue E-Auto-Förderung im Fokus, die nach dem Auslaufen der alten Umweltprämie im Jahr 2024 reaktiviert wird und vor allem einkommensschwächere Haushalte unterstützen soll. Die neue Förderung zielt auf bezahlbare kleinere Elektroautos ab, mit Prämien bis zu 4.000 Euro für Familien mit Kindern. Finanziert wird das Programm aus dem Klima- und Transformationsfonds sowie aus EU-Mitteln.
Die Förderung soll Menschen mit einem Jahreseinkommen von bis zu 45.000 Euro – oder einem gemeinsamen Haushaltseinkommen von 80.000 Euro – unter die Arme greifen, die ein E-Auto mit einem Kaufpreis von bis zu 45.000 Euro erwerben möchten. Damit setzt die Bundesregierung auf eine sozial gestaffelte Förderung, die gezielt dort ansetzt, wo die Anschaffungskosten für ein Elektrofahrzeug eine besonders hohe Hürde darstellen. Die Maßnahme ist Teil der Bemühungen, die Verkehrswende auch für breite Bevölkerungsschichten erschwinglich zu machen und nicht nur wohlhabende Haushalte bei der Umstellung auf klimafreundliche Mobilität zu unterstützen.
Wer den öffentlichen Personennahverkehr nutzt, kann auch weiterhin auf das Deutschlandticket zählen. Dieses wird jedoch teurer: Ab dem Jahr 2026 liegt der Preis bei rund 63 Euro im Monat. Trotz dieser Erhöhung bleibt das Ticket für Pendler im Nahverkehr ein zentrales Argument, um auf den öffentlichen Nahverkehr umzusteigen. Die Verkehrsminister von Bund und Ländern hatten sich im September darauf geeinigt, die Finanzierung des Tickets bis zum Jahr 2030 zu verstetigen und damit Planungssicherheit zu schaffen.
Da beide Seiten – also Bund und Länder – Mehrkosten über die vereinbarten drei Milliarden Euro hinaus nicht übernehmen wollten, kommt es zu jener spürbaren Preiserhöhung. Diese wurde notwendig, um die steigenden Betriebskosten der Verkehrsunternehmen zu decken und das Angebot aufrechtzuerhalten. Für viele Nutzerinnen und Nutzer bedeutet die Erhöhung dennoch eine deutliche Verteuerung ihrer täglichen Mobilität.
Im Fernverkehr der Deutschen Bahn sind für das Jahr 2026 ausnahmsweise keine weiteren allgemeinen Preiserhöhungen angekündigt, was Vielfahrer zumindest finanziell etwas entlastet. Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit aber bleiben wohl auch im neuen Jahr auf der Strecke. Die Bahn investiert im Jahr 2026 insgesamt 23 Milliarden Euro ins Netz, in die Digitalisierung und in Bahnhöfe. Es sind gewaltige Summen, die in die Infrastruktur fließen.
Trotz der hohen Investitionen, die inzwischen Jahr für Jahr verbaut werden, merken Fahrgäste täglich, wie schlecht es um das Schienennetz in Deutschland bestellt ist. Die Pünktlichkeit im Fernverkehr ist rekordverdächtig niedrig und frustriert Reisende regelmäßig. Viele Baustellen bremsen nach wie vor den Zugverkehr massiv aus, und unvorhergesehene Signalstörungen, Weichenschäden und andere technische Probleme gehören zum Alltag im deutschen Bahnnetz.
Mehr Flugverkehr für Deutschland
Gleichzeitig kämpfen viele Verkehrsverbünde mit erheblichem Fachkräftemangel und hohen Betriebskosten, weshalb das Angebot – besonders im ländlichen Raum – weiterhin lückenhaft bleibt. Dies geschieht, obwohl das Deutschlandticket den ÖPNV nach Angaben der Verkehrsunternehmen deutlich attraktiver gemacht hat und die Fahrgastzahlen vielerorts gestiegen sind. Die Verkehrsunternehmen stehen vor der Herausforderung, die gestiegene Nachfrage mit den vorhandenen Kapazitäten zu bewältigen.
Im Luftverkehr könnten die Ticketpreise im Sommer günstiger werden: ab dem 1. Juli, wenn die entsprechende Steuer wie von Kanzler Friedrich Merz versprochen sinken soll. Auf diese Weise will die Bundesregierung die teils drastisch gestiegenen Flugpreise wieder senken und damit auch weggebrochene Flugrouten zurück an deutsche Flughäfen holen. Die Luftfahrtbranche hatte seit Jahren eine Senkung der Luftverkehrssteuer gefordert, um im internationalen Wettbewerb nicht weiter ins Hintertreffen zu geraten.
Ob eine niedrigere Steuer letztlich auch beim Verbraucher und damit womöglich der Urlaubskasse ankommt, bleibt allerdings abzuwarten. Die Erfahrungen mit Steuersenkungen in anderen Bereichen zeigen, dass solche Entlastungen nicht immer vollständig weitergegeben werden. Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder von der CDU hat bereits darauf hingewiesen, dass die niedrigere Luftverkehrssteuer nicht automatisch zu niedrigeren Ticketpreisen führt.
„Die Absenkung der Luftverkehrsteuer dient dazu, den Standort wettbewerbsfähiger zu machen, um überhaupt wieder ein ernstzunehmender Mitspieler zu werden. Das ist das Hauptziel der abgesenkten Luftverkehrsteuer“, sagte er den Zeitungen der Funke-Mediengruppe auf die Frage, ob er erwarte, dass die Fluggesellschaften die Senkung eins zu eins an die Reisenden weitergeben würden. Es gehe in erster Linie um die Stärkung des Luftverkehrsstandorts Deutschland.
„Der Luftverkehrsstandort Deutschland hat ein Wettbewerbsproblem. Wir sind beim Passagieraufkommen lediglich bei knapp 90 Prozent des Vor-Corona-Niveaus. Andere Länder liegen bei 110 Prozent. Heißt: Es werden keine Flüge eingespart, sie finden nur woanders statt“, erklärte Schnieder die Situation. Airlines hatten ihre Flugzeuge aus Deutschland zurückgezogen und damit Routen gecancelt, die wegen hoher Steuern und Abgaben wirtschaftlich unattraktiv geworden waren. Viele Flugverbindungen wurden eingestellt oder zu ausländischen Drehkreuzen verlagert. Das soll sich nun wieder ändern.
Die Deutsche Industrie- und Handelskammer geht in ihren Forderungen sogar noch weiter: Sie fordert einen vollständigen Verzicht auf die Luftverkehrssteuer und die Kerosinsteuer, um den Luftverkehrsstandort Deutschland dauerhaft zu stärken und international wettbewerbsfähig zu halten.
Für Verbraucherinnen und Verbraucher heißt dies, im neuen Jahr ganz genau auf die Rechnungen zu schauen, egal ob es die Tank- oder Ticketrechnung ist: Die Zeit für fossil befeuerte Mobilität läuft langsam, aber sicher ab. Die Politik setzt durch die CO₂-Bepreisung klare Anreize für einen Umstieg auf klimafreundlichere Alternativen. Die Mobilitätswende ist in vollem Gange – und sie wird zunehmend auch über den Geldbeutel gesteuert.