Mit „Vera am Mittag“ talkte sie sich in die Herzen des Fernsehpublikums. 14 Jahre lang versuchte sie in „Schwiegertochter gesucht“, Paare zu verkuppeln. Sie schrieb Bücher, verkaufte ihre TV-Gesellschaften. Heute produziert die 57-Jährige Öl, Essig und Gewürze.
Seit Vera Int-Veen 2021 ihren Rückzug vom Bildschirm angekündigt hat, ist es ruhig um die quirlige Moderatorin geworden, die als heutigen Beruf „Privatier“ angibt. Denn die 57-Jährige war nicht nur über 30 Jahre ein bekanntes Fernsehgesicht, sondern auch eine erfolgreiche Geschäftsfrau. Zehn Jahre lang war sie auch Produzentin ihrer täglichen Talkshow „Vera am Mittag“ und leitete jahrelang als Geschäftsführerin ihre Unterhaltungsfirmen „time 2 talk show GmbH“, „time 2 talk service GmbH“, „time 2 talk productions GmbH“ und „people mania GmbH“, die sie für gutes Geld an einen Medienkonzern verkaufen konnte. In einem RTL-Interview verriet sie 2023, dass es ihr „finanziell super gut“ geht und sich ihr Vermögen auf „eher mehr“ als 1,5 Millionen Euro beläuft: „Ja, ich habe ausgesorgt!“
Lässt ihr Geld für sich arbeiten
Schon in den letzten Jahren ihrer TV-Tätigkeit habe sie nicht mehr für Geld arbeiten müssen, „sondern für den Sinn und den Spaß“. Int-Veen betont, dass sie mit ihrer Frau Obi trotzdem keinen aufwendigen Lebensstil pflegt: „Wir sind keine Leute, die mit dem Helikopter zum Shoppen nach London fliegen und 7.000 Handtaschen im Schrank haben.“ Sie besitzen schon länger ein kleines Häuschen, das sie sich „gut erlauben können“ und das jetzt etwas umgebaut werden soll.
Untätigkeit ist aber nicht das Ding der beiden seit 2016 verheirateten ehemaligen Fernseh-Frauen, die künftig verstärkt gemeinsam reisen wollen. So soll die in den ersten Ehejahren versäumte Hochzeitsreise mit einer Tour „kreuz und quer durch die Welt“ nachgeholt werden. Auch als „World-of-Vision“-Botschafter sind Vera und Obi gelegentlich unterwegs, zuletzt 2024 in Simbabwe. Ansonsten treffen sie sich regelmäßig mit Freunden und widmen sich mit viel Freude ihrem Garten: „Für mich ist Zeit das größte Geschenk“, betont die Kult-Moderatorin.
Ihr Gespür fürs Geschäft kann sie auch als Privatier nicht unterdrücken: Seit einiger Zeit hat sie ihren Fokus auf den Food-Markt gelegt. Sie hat 2020 ein Kochbuch geschrieben, postet Rezepte bei Instagram und produziert „nach jahrelanger Vorbereitung“ hochwertige Essige und Öle, die sie online vermarktet. „Wir produzieren wunderbare High-End-Produkte und sind mittlerweile in der Genussmittelindustrie zu Hause. Das läuft richtig gut“, erklärt Int-Veen gegenüber der „Münchner Abendzeitung“. Das Sortiment wird ergänzt durch Gewürze, die sie auf ihren Reisen aufstöbert und nach eigenem Geschmack zusammenstellt. Dieses Geschäft „gibt uns ganz viel Freiheit und so eine ganz große Lässigkeit: Wir dürfen, aber müssen nicht“, erklärte sie kürzlich bei RTL.
Ihr Geld lässt Int-Veen für sich arbeiten und investiert schon seit Längerem an der Börse. Nach anfänglichen kleinen Fehlschlägen habe sie sich immer mehr in das „spannende Thema Aktien“ eingearbeitet und investiere jeden Monat in ihr Depot, ohne das alles ständig im Auge zu behalten: „Ich gucke so einmal im Jahr und wenn ich dann sehe: Oh, 15 Prozent plus, dann sage ich: Tschakka!“ Auf ihrem Bankkonto habe sie inzwischen immer so viel Geld, dass sie „Minimum zwei Jahre leben könnte, ohne irgendeinen Euro zu verdienen.“ Von ihren Fernsehhonoraren hatte Int-Veen auch regelmäßig Gold und vor allem Immobilien gekauft: „Zunächst eine kleine Eigentumswohnung, dann wurde es ein bisschen größer, dann habe ich mich an Häuser getraut, sodass wir heute ein Immobilienvermögen haben.“
Talk-Format ist ausgeschlossen
Bei so viel finanzieller Absicherung hat Int-Veen kein Interesse daran, noch mal auf den Bildschirm zurückzukehren. Zwar sei sie nach wie vor begeisterte TV-Zuschauerin, liebe auch die neuen Medien und habe immer noch Kontakt zu einigen ihrer damaligen TV-Kandidaten: „Nur eine eigene Sendung kommt jetzt für mich nicht mehr infrage.“ Sie habe eine „großartige Talkshow“ gehabt: „Davon sollte man nun wirklich keinen Aufguss mehr machen. Ich habe auch nicht mehr die Energie“, sagt Int-Veen gegenüber RTL und schließt damit ein Talk-Format „komplett aus“. Sie beobachte die TV-Landschaft noch immer und habe viele gute Kollegen: „Aber für mich war es genug!“, weil sie immer aufhören wollte, solange der Job ihr noch Spaß macht.
Wenn Int-Veen sich nicht um ihre trendigen Food-Produkte und ihre Vermögensverwaltung kümmert, hat sie neuerdings wieder ihr Herz für einen Hund entdeckt. Nachdem ihre Hündin Emma vor ein paar Jahren verstorben war, wollte sie eigentlich kein neues Haustier mehr anschaffen. Im Vorjahr hat sie sich jedoch in einem rumänischen Tierheim in den Mischling „Poppy“ verliebt und ihn im Dezember zu sich nach Hause geholt.
Heute möchte sie ihn nicht mehr missen: „Wir sind ein tolles Team“, schwärmte sie unlängst im Online-Magazin „Petbook“. Mithilfe einer Hundetrainerin wird „Poppy“ derzeit zum Besuchshund für Altenheime ausgebildet. Und wenn Int-Veen verreist ist, kümmern sich ihre Freunde um den unproblematischen Vierbeiner.