Schauspielerin, Sängerin und Model Sofia Bolotina (23) aus Hamburg begeistert bei Instagram mit einem Einblick in ihr Leben und mit ihren femininen Fashionlooks. Ein Interview über ihre Entwicklung, ihre facettenreichen Tätigkeiten und modische Vorlieben.
Liebe Sofia, Du bist Schauspielerin, Tänzerin, Model und Sängerin und standest schon als Kind für Kinofilme wie „Kleine Ziege, sturer Bock“ und „Conni & Co“ vor der Kamera. Wie kam es, dass Du so früh in die künstlerische Welt eingestiegen bist?
Ich war schon als Kind ein sehr bewegungsorientierter und künstlerischer Mensch. Durch die Showakrobatik, die ich früh begonnen habe, stand ich häufig auf Bühnen und habe sehr schnell gespürt, wie sehr mich Ausdruck und Kunst in allen Formen erfüllen. Mit etwa sieben Jahren kam dann das Modeln hinzu. Ich war neugierig, ehrgeizig und vor allem begeistert von der Möglichkeit, Emotion, Haltung und Bewegung vor der Kamera miteinander zu verbinden. Meine Eltern haben mich dabei immer unterstützt, und diese Unterstützung begleitet mich bis heute. Über die Modelarbeit entstand schließlich die Verbindung zum Film. Ich wurde für viele Werbespots gebucht, unter anderem für Zott, Rama, Esprit, Tchibo, Fitz und C&A. Im Alter von elf Jahren führte mich meine Agentur dann zu meiner ersten Filmrolle. Es war gleich eine Hauptrolle im Kinofilm „Kleine Ziege, sturer Bock“ an der Seite von Wotan Wilke Möhring. Diese Erfahrung hat mir die Welt des Schauspiels geöffnet. Ich durfte ein Instrument erlernen, gesanglich arbeiten, im Ausland drehen und emotional neue Räume betreten. Das war eine prägende Zeit, die meinem künstlerischen Weg eine klare Richtung gegeben hat.
Wie hast Du es empfunden, mit so bekannten und erfahrenen Schauspielerinnen und Schauspielern zusammenzuarbeiten?
Ich habe es als großes Geschenk empfunden. Obwohl ich damals noch sehr jung war, habe ich mich am Set nie klein gefühlt, sondern wurde ernst genommen und wertgeschätzt. Am Set herrschte eine herzliche, aber professionelle Atmosphäre. Ich hatte das Gefühl, Teil eines echten Teams zu sein. Gleichzeitig konnte ich unglaublich viel lernen. Diese frühen Begegnungen haben meinen Respekt für die Schauspielkunst intensiviert und mir gezeigt, wie wichtig Vertrauen und zwischenmenschliche Verbindung am Set sind.
2023 hast Du in der ARD-Serie „Asbest“, die auf Netflix große Aufmerksamkeit erhielt, die Rolle der Dunja übernommen. Wie hast du diese Rolle erlebt?
Dunja hat mir die Möglichkeit gegeben, eine Seite zu zeigen, die ich in dieser Form noch nicht verkörpern durfte. Es war befreiend, mich von meiner eigenen Persönlichkeit zu lösen und in eine Figur einzutauchen, die komplex und zugleich verletzlich ist. Die Rolle hat meinen künstlerischen Horizont erweitert und mir gezeigt, dass ich mich in herausfordernde Bereiche intuitiv hineinarbeiten kann. Dass „Asbest“ dann auf Netflix so erfolgreich wurde und auf Platz eins der Charts gelandet ist, war ein Moment großer Freude. Für mich ist es ein Projekt, das mich als Schauspielerin nachhaltig geprägt hat.
Welche Rollen und Musikprojekte stehen bei Dir an?
Ich hatte dieses Jahr die Möglichkeit, in einer Horror-Komödie eine sehr ungewöhnliche Figur zu spielen, was mir große Freude bereitet hat. Diese Rolle war erneut ein Schritt in eine neue Richtung. Musikalisch liegt mein Fokus aktuell vollkommen auf eigenen Veröffentlichungen. Meine Single „Mädchen sein“ ist eine meiner bisher persönlichsten Arbeiten, und im Dezember ist „Spiegelbild“ erschienen. Beide Songs öffnen eine neue Ebene für mich, weil sie mein Inneres, meine Werte und meinen Blick auf das Leben transportieren. Für 2026 stehen weitere Filmproduktionen, Musikveröffentlichungen, Live-Auftritte und Modelprojekte an. Ich freue mich sehr auf dieses künstlerisch intensive Jahr.
Dein Remix „Ohne Dich“ mit Veysel hat über 6,5 Millionen Streams erreicht. Was macht „Mädchen sein“ für Dich so besonders?
„Mädchen sein“ ist ein Lied, das tief aus meinem Inneren kommt. Es beschreibt die Spannung zwischen Stärke und Verletzlichkeit und die Sehnsucht, sich fallen lassen zu dürfen. Ich glaube, dass viele Frauen diesen inneren Zwiespalt kennen. Wir sollen selbstständig, diszipliniert und souverän sein, aber gleichzeitig tragen wir in uns ein Bedürfnis nach Geborgenheit und Nähe. Für mich ist es keine Schwäche, das zu zeigen. Es ist Mut.
Der Song ist aber nicht nur für Frauen geschrieben. Er richtet sich auch an Männer, weil ich fest daran glaube, dass ihre Stärke und Fürsorge noch immer eine wichtige Rolle in Beziehungen und in unserer Gesellschaft spielen. Es geht mir um Balance. Um ein Miteinander. Ich wollte mit diesem Song einen Raum schaffen, in dem Echtheit Platz hat. Das Musikvideo fängt diese Welt ein. Es ist zart, ehrlich und visuell sehr bewusst gestaltet.
Für welche Marken hast Du bereits als Model gearbeitet?
Als Kind habe ich unter anderem für Esprit, Tchibo, C&A, Fitz, Zott und Rama gearbeitet. Heute liegen meine Schwerpunkte stärker im Bereich Beauty und Fashion. Ein besonderes Highlight war ein Shooting für das Magazin „Spiegel“.
Nutzt Du Instagram vor allem beruflich oder bekommst Du über Deine Inhalte auch Aufträge im Bereich Werbung und Mode?
Mein Instagram ist ein sehr vielseitiges Abbild meiner Persönlichkeit. Ich zeige dort meine Arbeit als Sängerin und Schauspielerin, aber auch meine Liebe zu Ästhetik, Mode und Beauty. Gleichzeitig lasse ich Raum für Humor und echte Einblicke in meinen Alltag. Dadurch entstehen viele Werbeanfragen, wobei ich nur mit Marken arbeite, die wirklich zu meinem Stil und zu meinen Werten passen. Ich habe bereits mit Drunk Elephant, YSL Beauty, Transparent Lab und ähnlichen Brands zusammengearbeitet. Für mich ist eine Kooperation nur dann sinnvoll, wenn ich sie authentisch vertreten kann. Dennoch bin ich flexibel und offen für Neues.
Nach welchen Kriterien entscheidest Du Dich für oder gegen eine Zusammenarbeit?
Authentizität ist mir am wichtigsten. Eine Marke muss in Qualität, Ästhetik und Grundhaltung zu mir passen. Ich lehne Angebote ab, die nicht meinen Vorstellungen entsprechen oder nicht glaubwürdig wären. Social Media trägt Verantwortung, und ich möchte Produkte nur empfehlen, wenn ich sie selbst gut finde und dahinterstehen kann.
Wie strukturiert sich Dein Alltag aktuell?
Mein Alltag ist klar strukturiert und sehr arbeitsorientiert. Ich arbeite mit To-do-Listen und festen Routinen. Zurzeit widme ich mich intensiv meiner Musik. Ich bin regelmäßig im Studio, habe täglichen Gesangsunterricht, trainiere Ballett und bereite mich auf Live-Auftritte vor. Privat verbringe ich gerne viel Zeit mit meiner Familie und meinem Hund. Ich genieße es aber auch sehr, Zeit mit mir selbst zu verbringen. Das Alleinsein gibt mir Ruhe und Kreativität.
Was waren bisher Deine persönlichen Highlights?
Meine erste Kinofilmrolle war ein Schlüsselmoment für mich. Ebenso der Erfolg von „Asbest“ auf Netflix und der Goldstatus mit „Ohne Dich“. Im Modelbereich gehört das „Spiegel“-Shooting zu meinen schönsten Erfahrungen. Musikalisch ist „Mädchen sein“ aktuell mein bedeutendstes Projekt, weil es eine Seite zeigt, die sehr nah an meinem Inneren liegt.
Was fasziniert Dich an Showbusiness, Mode und Social Media?
Ich liebe die Möglichkeit, unterschiedliche Ausdrucksformen miteinander zu verbinden. Schon als Kind war die Bühne mein Zuhause. Mode ist für mich ein Spiegel der Persönlichkeit und ein künstlerisches Mittel. Meine Mutter ist eine großartige Schneiderin in ihrer Freizeit und hat mir den Blick für Eleganz und die Bedeutung von Handwerk geschenkt. Social Media gibt mir die Freiheit, diese Facetten miteinander zu kombinieren und gleichzeitig authentisch zu bleiben.
Was würdest Du in diesen Bereichen gerne verändern?
Ich würde mir wünschen, dass Echtheit wieder mehr Wert bekommt. Weniger Überinszenierung und mehr innere Schönheit. Ich glaube an die Kraft von Feinheit, Eleganz und natürlicher Weiblichkeit. Und vor allem daran, dass Frauen und Männer einander mehr unterstützen sollten.
Du hast Dich äußerlich verändert und wirkst heute erwachsener. Wie stehst Du zu Beauty-Eingriffen?
Ich glaube, es ist ganz natürlich, dass sich ein Mensch verändert, der nicht mehr elf Jahre alt ist. Erwachsenwerden ist kein „Eingriff“. Es ist ein Prozess. Mein Gesicht, meine Ausstrahlung und mein Körper haben sich mit mir weiterentwickelt. Ich habe keine ästhetischen Eingriffe machen lassen, auch wenn viele Menschen es annehmen. Das gehört inzwischen fast zum Erwartungsdruck dazu. Als Frau in der Öffentlichkeit wird jede Veränderung sofort analysiert, bewertet oder kommentiert. Ich nehme das nicht persönlich. Ob ich irgendwann einmal etwas verändern würde, weiß ich nicht. Wenn ja, würde ich offen und transparent damit umgehen. Momentan bin ich sehr zufrieden mit meinem natürlichen Erscheinungsbild, denn das bin ich. Sofia Bolotina ist ein Original, keine Kopie.
Setzt Du Dich selbst unter Druck, wenn es um Aussehen oder Fitness geht?
Nein. Ich liebe Bewegung, Tanz und Training, aber mein Antrieb sind Freude und Inspiration, nicht Kontrolle oder Unzufriedenheit. Ich möchte nicht jemand anderes werden, sondern die bestmögliche Version meiner selbst. Für mich liegt ein großer Unterschied zwischen Verbesserung und Selbstkritik.
Welche Inhalte möchtest Du Deiner Community abgesehen von Beauty und Mode vermitteln?
Ich möchte Menschlichkeit, Wärme und Authentizität zeigen. Viele Menschen halten mich anfangs für distanziert und arrogant, doch ich bin ein sehr humorvoller und empathischer Mensch. Ich möchte, dass man diese Seite sieht.
Welche Botschaft möchtest Du den jüngeren Generationen mitgeben?
Bleibt euch selbst treu und verliert euch nicht in Erwartungen von außen. Zeigt eure Emotionen und eure Träume. Echtheit ist stärker als Perfektion, das muss ich tatsächlich immer noch lernen. Und Selbstliebe ist die Grundlage für alles.
Wer inspiriert Dich modisch und ästhetisch?
Ich bewundere die Eleganz von Audrey Hepburn und liebe die zeitgenössischen Stile von Hailey Bieber, Kendall Jenner und Gigi Hadid. Inspiriert bin ich aber nicht von Trends, sondern von Gefühl. Mode ist für mich ein intuitiver Ausdruck.
Warum wählst Du oft feminine Looks?
Weil es ein authentischer Teil meiner Persönlichkeit ist. Ich liebe Eleganz, klare Silhouetten und bewusst gesetzte Weiblichkeit. Ich mag es, meine langen Beine zu betonen, ohne laut oder übertrieben zu wirken. Für mich liegt viel Kraft in subtiler, bewusster Freizügigkeit.
Wie sieht ein idealer Winterlook für Dich aus?
Ein hochwertiger Mantel, schöne Stiefel, Handschuhe und stilvolle Accessoires. Obwohl ich ein Sommermensch bin, lädt der Winter dazu ein, mit Texturen und Details zu spielen.
Gibt es Trends, die Du nicht magst?
Strumpfhosen mit offenen Schuhen empfinde ich persönlich als unharmonisch.
Was erwartet Dich dieses Jahr und wo siehst Du Dich in zehn Jahren?
2026 wird für mich ein künstlerisch intensives Jahr mit neuer Musik, Filmprojekten, Modeproduktionen und Live-Auftritten. In zehn Jahren sehe ich mich international arbeiten. Ich möchte Musik, Schauspiel, Bewegung und Ästhetik zu einer eigenen Welt verbinden, die Menschen emotional berührt.