Badeanzüge und Bikinis zeigen sich in dieser Saison nicht nur am Strand von ihrer besten Seite, sondern auch auf den Straßen der Stadt. Was früher strikt ans Wasser gebunden war, verschmilzt nun mit der Alltagsmode und beweist dabei Stilgefühl und Wandelbarkeit.
Modemutige tragen den Badeanzug als Body-Ersatz unter einer hoch taillierten Hose oder einem fließenden Sommerrock. Besonders Modelle in gedeckten Tönen oder mit edlen Details wie asymmetrischen Schnitten, tiefem Rückenausschnitt oder feiner Rippstruktur wirken elegant und modern.
Vom Strandgefühl zur Großstadtästhetik
Labels wie Isabel Marant Eres oder Totême zeigen auf ihren aktuellen Laufstegen, wie sich ein klassischer Einteiler nahtlos in einen urbanen Look einfügt. Auch das Bikinioberteil hat seinen Weg ins Stadtbild gefunden. In Kombination mit weit geschnittenen Stoffhosen, Leinenröcken oder offenen Hemden entsteht ein Look, der sowohl luftig als auch durchdacht wirkt. Dabei lässt sich das Oberteil unter einem transparenten Kleid oder einem lässigen Blazer stylen, sodass ein spannender Kontrast aus Strandgefühl und Großstadtästhetik entsteht. Besonders beliebt sind schlichte Triangel-Formen oder Bandeau-Modelle, die sich unauffällig, aber raffiniert in jedes Outfit integrieren. Stars wie Hailey Bieber, Emily Ratajkowski und Camille Charrière machen es auf Social Media vor und tragen Bikini-Tops unter Blusen oder offen geknöpften Hemden zu lässigen Jeansshorts. Ratajkowskis eigenes Label Inamorata bietet dafür eigens entworfene Swimwear-Teile, die explizit für solche Looks gedacht sind. Ergänzt durch ein elegantes Kleid aus Leinen oder Viskose lässt sich der Badeanzug stilvoll ins Abendoutfit überführen.
Marken wie Faithfull The Brand, LemLem oder Arket bieten eine große Auswahl an transparenten Kaftanen, luftigen Überkleidern und modernen Hemdblusenkleidern, die sich über der Bademode tragen lassen, ohne zu sehr nach Urlaub auszusehen. Auch klassische Materialien wie Denim oder Baumwolle harmonieren gut mit den funktionalen Stoffen der Swimwear. Eine Jeans mit weitem Bein, dazu ein Bikinioberteil und darüber ein locker fallendes Hemd ergeben ein Ensemble, das lässig und gleichzeitig gepflegt wirkt. Die Materialkontraste sorgen für Spannung im Look und verleihen Tiefe, ohne zu überladen.
Glänzende Stoffe wie Seide und Satin
Hochwertige Accessoires bringen zusätzliche Raffinesse ins Spiel. Flache Mules aus Leder, strukturierte Basttaschen von Dragon Diffusion oder Loewe, filigraner Goldschmuck und Sonnenbrillen mit Retro-Charakter verankern die Bademode im Alltag. Wer es minimalistisch mag, setzt auf monochrome Outfits, bei denen sich Farbe und Textur dezent ergänzen. Für alle, die auf der Suche nach passenden Teilen sind, bieten Labels wie Matteau Mara Hoffman und Hunza G eine breite Auswahl an Swimwear mit klaren Linien und hoher Qualität. Die passenden Citypieces finden sich bei COS, Mango, & Other Stories oder auch bei kleineren nachhaltigen Labels, die auf Naturmaterialien und feine Verarbeitung setzen. So lässt sich das Urlaubsgefühl problemlos in den Alltag holen, ganz ohne Stilbruch. Ein Badeanzug ersetzt mühelos einen Body, das Bikinioberteil wird zum Sommer-Top und mit wenigen Handgriffen entsteht ein Look, der sowohl funktional als auch elegant ist. Die neuen Kombinationsmöglichkeiten zeigen, dass Mode keine festen Orte mehr kennt, sondern sich anpasst, verändert und dabei immer wieder überrascht. Besonders reizvoll sind Einteiler mit auffälligen Prints oder drapierten Details, die sich besonders gut unter einem Hosenanzug oder einer locker geschnittenen Weste inszenieren lassen. Labels wie Zimmermann, Marysia oder Norma Kamali setzen gezielt auf verspielte Silhouetten, die zwischen Beachwear und Cocktailmode pendeln. Auch Metallic-Finishes oder strukturierte Materialien wie Crinkle-Stoffe und Netzoptiken bringen zusätzlichen Reiz. Für einen modernen Look genügt ein Badeanzug mit glänzender Oberfläche, dazu eine Marlenehose aus Leinen, eine Clutch aus Bast und eine schmale Sonnenbrille.
Wer etwas mehr Farbe wagt, entscheidet sich für kräftige Töne wie Koralle, Kobaltblau oder Zitronengelb, die in Kombination mit natürlichen Stoffen und zurückhaltenden Accessoires edel und selbstbewusst wirken. Ein Bikinioberteil mit gekreuzten Trägern lässt sich auch unter einem tief ausgeschnittenen Jumpsuit tragen, wobei das Spiel mit den Linien und Ausschnitten neue Proportionen schafft. In der Streetstyle-Szene zeigt sich dieser Trend besonders kreativ. In Mailand, Paris und Kopenhagen kombinieren Fashionistas Bikinioberteile mit Oversize-Hemden, Shorts in Anzugsoptik und sportlichen Sneakers. Dazu passen Umhängetaschen aus Leder oder filigrane Espadrilles mit Bastsohle, die dem Outfit Struktur geben, ohne es zu beschweren. Auch die Wahl des Schmucks trägt wesentlich zur Wirkung bei. Dezente Ketten mit Perlen, Ohrringe mit organischer Form oder schmale Armreifen unterstreichen den natürlichen Charakter vieler Swimwear-Stücke. Besonders raffiniert wirken Kombinationen aus glänzendem Material wie Seide oder Satin mit matten Lycra-Badeanzügen. Dabei entstehen Kontraste, die sowohl am Tag als auch am Abend funktionieren. Für den Büro-Look eignet sich ein Badeanzug mit breiten Trägern unter einem sommerlichen Blazer, einer Bundfaltenhose und geschlossenen Loafern.
Abends reicht ein Wechsel der Accessoires. Dann sorgen ein schlichter Dutt, auffälliger Lippenstift und eine Clutch mit Struktur für eine optische Verwandlung. Selbst schlichte Triangel-Bikinis lassen sich mit einem Maxirock aus Baumwollpopeline oder einem Midikleid aus Häkelspitze in Szene setzen. Wichtig bleibt stets das Zusammenspiel aus Funktionalität und Raffinesse. Qualität und Passform bilden dabei die Basis für einen gelungenen Übergang von der Strandgarderobe zum Alltagsoutfit. Einige Marken bieten mittlerweile bewusst Stücke an, die sowohl als Swimwear als auch als Ready-to-wear funktionieren. Dazu zählen Tropic of C von Candice Swanepoel oder Fisch aus Frankreich, die bewusst auf nachhaltige Materialien und urbane Schnitte setzen. Auch die großen Modehäuser greifen den Trend auf. Die Bademode öffnet sich für Experimente und lädt dazu ein, vertraute Stücke neu zu denken.