Das neue Jahr bringt einige finanzielle Änderungen mit sich – einerseits Entlastungen für Familien, Rentner, Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Auf der anderen Seite steigen die Kosten, etwa für die Autoversicherungen und das Deutschlandticket im ÖPNV.
Die gute Nachricht vorweg: Die Inflation im Vergleich zum Vorjahresmonat ist etwas zurückgegangen, vor allem wegen günstigerer Energiepreise. In Deutschland lag sie bei zwei Prozent laut europäischem Verbraucherpreisindex. Die Preise für Lebensmittel aber bleiben spürbar hoch, die etwas geringere Inflation wird sich nicht über das gesamte Jahr 2026 halten können, sagen Experten der DZ Bank voraus.
Mehr Kindergeld und höherer Mindestlohn
Verantwortlich dafür ist unter anderem, dass die Deutschen ab 2026 etwas mehr Geld in der Tasche haben, was Unternehmen dazu verleiten kann, die Preise zu erhöhen. Denn zu Beginn des Jahres steigt der Mindestlohn auf 13,90 Euro pro Stunde. Auch für Auszubildende ist etwas mehr Geld drin, die Mindestvergütung im ersten Lehrjahr steigt auf 724 Euro. Auch in den weiteren Ausbildungsjahren gibt es höhere Mindestsätze: im zweiten Jahr 854 Euro, im dritten 977 und bei einem vierten Ausbildungsjahr 1.014 Euro monatlich. Parallel zur Mindestlohnerhöhung steigt auch die Obergrenze für sogenannte Minijobs. Diese erhöht sich ab Januar von 556 auf 603 Euro im Monat.
Auf steuerlicher Seite steigt auch der Grundfreibetrag, also das Einkommen, bis zu dem keine Steuer gezahlt werden muss. 2026 liegt er bei 12.348 Euro. Der Kinderfreibetrag wird auf 9.756 Euro angehoben. Für Familien mit Kindern gibt es etwas mehr Kindergeld, genauer vier Euro mehr und damit 259 Euro pro Monat. Wer zur Arbeit pendelt, freut sich dagegen über eine deutlich höhere Pendlerpauschale: Sie wird dauerhaft auf 38 Cent ab dem ersten Kilometer erhöht. Für ein Deutschlandticket muss man jedoch tiefer in die Tasche greifen. Seit Januar ist der Preis von 58 auf 63 Euro pro Monat gestiegen. Rund 14 Millionen Menschen nutzen nach Branchenangaben das Abo, das bundesweit Fahrten im Regional- und Nahverkehr ermöglicht.
Gaskunden könnten in Zukunft auch etwas weniger zahlen, denn die Gasspeicherumlage fällt zumindest in diesem Jahr weg. Bislang kostete sie einen Vierpersonenhaushalt je nach Verbrauch rund 30 bis 60 Euro pro Jahr. Die Umlage diente dazu, die staatlich angeordnete Befüllung der Gasspeicher nach der Energiekrise 2022 zu finanzieren und machte bei Privatkunden rund 2,4 Prozent des Gaspreises aus. Die Kosten übernimmt nun einmalig der Bund. Da sich der Gaspreis aber aus mehreren Bestandteilen zusammensetzt, sinken die Endpreise nicht automatisch. Der Bund will 2026 außerdem die Übertragungsnetzentgelte mit 6,5 Milliarden Euro bezuschussen. Die niedrigeren Entgelte sollen Verbraucherinnen und Verbrauchern ebenfalls ab dem 1. Januar 2026 zugutekommen.
Wer Bürgergeld bezieht, bekommt künftig Grundsicherung – nicht nur eine Namensänderung, sondern auch mehr Sanktionen als im Jahr zuvor. Wer Termine im Jobcenter ohne zwingenden Grund versäumt oder eine Arbeitsaufnahme verweigert, soll dies härter zu spüren bekommen. Künftig soll direkt mit einer 30-prozentigen Kürzung bestraft werden können, falls jemand zum Beispiel eine Weiterbildung abbricht oder Bewerbungen nicht abschickt. Wer Termine im Jobcenter ohne wichtigen Grund nicht wahrnimmt, dem droht ab dem zweiten verpassten Termin ebenfalls eine Kürzung um 30 Prozent, ab dem dritten Termin eine komplette Streichung der Zahlung. Das Gesetz soll großteils am 1. Juli in Kraft treten. Zunächst wird der Entwurf nun in Bundestag und Bundesrat beraten.
Essen gehen könnte in Zukunft wieder etwas billiger werden: Die Umsatzsteuer für Speisen in der Gastronomie wird dauerhaft von 19 auf 7 Prozent reduziert. Das galt auch schon während der Corona-Pandemie. Gastronomen aber dämpfen bereits die Hoffnung auf günstigeres Ausgehen: Denn auf der anderen Seite steigen die CO2-Preise, Tarifrunden für Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie der gestiegene Mindestlohn für Aushilfskräfte erhöhen die Kosten in der Gastronomie.
Gute Nachrichten gibt es auch für Rentner. Ihre Renten sollen zum 1. Juli angehoben werden. Die Erhöhung könnte sich um die 3,7 Prozent bewegen, wie aus einem Entwurf für den jährlichen Rentenversicherungsbericht hervorgeht. Der Wert ist aber nur eine Schätzung. Wie stark die Rente steigt, legt das Bundeskabinett immer erst im Frühjahr je nach aktueller Konjunkturlage und Lohnentwicklung fest. Beschäftigte im Rentenalter dürfen außerdem mit der sogenannten Aktivrente bis zu 2.000 Euro monatlich steuerfrei dazuverdienen. Die Vorteile gelten nicht für Selbstständige, Freiberufler, Land- und Forstwirte, Minijobs und Beamte. Dazu passend steigt auch die Steuerpauschale für Übungsleiter von 3.000 auf 3.300 Euro. Die Ehrenamtspauschale wird von 840 auf 960 Euro angehoben. Das betrifft etwa Trainer im Sportverein oder auch ehrenamtliche Chorleiter.
Zusatzbeiträge vieler Kassen steigen
Allerdings gilt: Wer gut verdient, soll auch mehr Sozialabgaben zahlen. In der gesetzlichen Rentenversicherung werden künftig voraussichtlich bis zu einem Monatseinkommen von 8.450 Euro Beiträge fällig. Wer mehr verdient, zahlt nur bis zu dieser Grenze Rentenbeiträge. Die Beitragsbemessungsgrenze für die gesetzliche Kranken- und Pflegeversicherung soll auf 5.812,50 Euro pro Monat steigen.
Auch die Zusatzbeiträge steigen bei vielen Krankenkassen im neuen Jahr. Bei der Techniker Krankenkasse (TK) steigt der Zusatzbeitrag beispielsweise von 2,45 Prozent auf 2,69 Prozent. Die DAK-Gesundheit erhöht ihn von 2,8 auf 3,2 Prozent.
Autofahrer müssen für ihren Versicherungsbeitrag wahrscheinlich ebenfalls tiefer in die Tasche greifen: Zum 1. Januar ändert sich für rund jeden vierten Versicherten in der Kfz-Haftpflicht die Regionalklasse und damit möglicherweise auch der zu zahlende Beitrag. Rund fünf Millionen Autofahrerinnen und Autofahrer rutschen in eine höhere Einstufung, für knapp 5,3 Millionen wird es günstiger. Für die Mehrheit ändert sich aber nichts. Entscheidend ist, wie oft und wie teuer Unfälle im eigenen Zulassungsbezirk waren, das heißt, Regionen mit vielen Schäden landen in höheren Klassen.