Investieren auf einen Schlag oder monatsweise zahlen? Kauf, Leasing oder doch Abo? Bei der Anschaffung eines Fahrrads gibt es verschiedene Optionen.
Wer sein Rad liebt, der ... schiebt vielleicht nicht unbedingt, möchte es aber nicht täglich wechseln. Bike-Sharing (siehe Info-Kasten) kommt für Dauernutzer daher nicht infrage, da das Modell auf die Kurzzeitmiete ausgelegt ist. Der Anspruch, immer dasselbe Rad zu fahren, steht dem Ansatz des Teilens entgegen. Aber es gibt neben dem Kauf weitere Optionen, sich an einen geliebten Drahtesel zu binden: leasen oder abonnieren. Wir haben Vor- und Nachteile zusammengetragen.
Das Geld: 2.500 Euro kostet ein durchschnittlich teures Pedelec oder gern auch mal mehr. Der Kauf bedeutet eine hohe Anfangsinvestition, beim Dienstradleasing indes investiert man scheibchenweise. Einer Deloitte-Studie zufolge haben etwa zwei Fünftel der Erwerbstätigen in Deutschland die Möglichkeit, ein Dienstrad zu leasen. Aber auch für Freiberufler wird Dienstradleasing angeboten. Dienstradleasing läuft indes meist per Gehaltswandlung über den Arbeitgeber: Die monatliche Rate wird vom Bruttogehalt abgezogen. Die Rate hängt von vielen Faktoren ab, doch 60 bis 80 Euro dürften für ein 3.000-Euro-Bike realistisch sein.
Abo: Auf Dauer teuer, aber unkompliziert
Weil das Bike auch privat genutzt werden darf, muss dies als geldwerter Vorteil zu monatlich 0,25 Prozent des Listenneupreises versteuert werden. Man kennt das Prinzip von den Dienstwagen. Zum Ablauf des Leasingvertrages nach typischerweise 36, manchmal aber auch schon 24 Monaten kann das Bike oft günstig erworben werden. Eine Zusage vorab machen die Leasingunternehmen aus rechtlichen Gründen aber nicht. Weil die Leasingraten dem Arbeitnehmer auch bei den Sozialabgaben fehlen, schmälert das die gesetzliche Rente, allerdings nur marginal.
Auf Dauer teuer, aber unkompliziert ist ein monatlich kündbares Abo. Bei Marktführer Swapfiets kostet ein besser ausgestattetes E-Bike ab 140 Euro im Monat, ein einfaches Stadtrad ohne Gangschaltung ab 15 Euro. Je nach Ballungsraum variieren die Preise leicht. Während Leasing und Abo nahezu all-inclusive versprechen (siehe letzter Punkt), belasten beim Kauf laufende Kosten die Gesamtbilanz.
Das Fahrrad: Ob Gravelbike oder Trekkingrad, Faltrad oder Cargobike, beim Kauf besteht volle Auswahl, beim Leasing gibt es leichte Einschränkungen. Marktführer JobRad behält sich eine „individuelle Markenprüfung“ vor. Laut BikeleasingService GmbH, ebenfalls Vermittler, können Arbeitgeber auch einen Maximalwert festlegen. Bevor man sich also mit einem Nischenrad wie einem Trike oder teuren S-Pedelec anfreundet, sollte man vorab die Möglichkeiten ausloten.
Von vornherein klein dagegen ist die Modellauswahl bei Fahrrad-Abos: Der Fokus liegt auf beliebten Gattungen wie City- oder Trekkingbikes, als Pedelec oder ohne „E“. Die Services von weiteren Anbietern wie Dance oder Green Moves beschränken sich oft auf Ballungsräume, in ländlichen Regionen sind Abos daher weniger sinnvoll – aber nicht gänzlich unmöglich, wenn man bereit ist, Einschränkungen bei den mit dem Abo verbundenen Dienstleistungen hinzunehmen. Fahrradhersteller bieten Abos vereinzelt auch direkt an, etwa der britische Faltradhersteller Brompton. Die deutsche Marke Riese & Müller hat ihr Angebot in dem Bereich jedoch wieder eingestellt.
Kauf im Endeffekt wohl am günstigsten
Wartung, Versicherung, Schutzbrief: Bei Leasing oder Abos entweder inkludiert oder zubuchbar sind Vollkaskoversicherung und Wartungspakete. Eine Vollkasko deckt typischerweise Diebstahl, Vandalismus, Unfall- und Sturzschäden oder auch Akku-Defekte ab – und das entweder ganz ohne oder mit Selbstbeteiligung von rund 50 Euro. Je nach gebuchtem Service-Paket sind teils auch Reparaturen der wichtigsten Verschleißteile (Reifen, Kette, Bremsen) abgedeckt. Viele Pakete beinhalten zudem eine Mobilitätsgarantie mit Notfall-Service rund um die Uhr und gegebenenfalls einem Ersatzrad. Wer sein Wunschrad kauft, muss für solche Leistungen extra aufkommen – mit rund 100 Euro jährlich für ein hochwertiges E-Bike. Hinzu kommen für den, der nicht selbst Hand anlegt, jährliche Inspektionen in ähnlicher Höhe zuzüglich der Kosten für Verschleißteile.
Fazit: Am flexibelsten, aber auf Dauer auch am teuersten sind Fahrrad-Abos. Allerdings ist die Modellvielfalt mau. Service und Einsparungen bei den Zusatzkosten sind beim Leasing ähnlich, das zudem eine günstige Übernahme des Modells ermöglicht. Ein Kauf erfordert zwar Liquidität auf den Punkt und bringt laufende Extrakosten mit sich, kann aber vor allem bei jahrelanger Nutzung trotz der All-inclusive-Versprechen der Leasing-Anbieter am günstigsten sein. In jedem Fall sollten Interessenten ihren Bedarf ermitteln und auf dieser Basis genau kalkulieren.