Im neuen Jahr stehen einige teils richtungsweisende Wahlen an – unter anderem in den USA und in Ungarn, aber auch in Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt.
USA
Die Midterms, die Wahlen zum Repräsentantenhaus und zu Teilen des Senats, am 3. November könnten zum entscheidenden Stimmungstest für die Trump-Präsidentschaft werden – wenn der Präsident sie nicht unterminiert, um weiterhin seine eigene ausufernde Macht und die der Republikaner zu erhalten. Schon jetzt versucht die Administration, Trump-Getreue in wahlentscheidende Positionen in den Bundesstaaten zu bringen.
Israel
Die Parlamentswahlen im Oktober werfen ihre Schatten voraus. Premier Benjamin Netanjahu hat bereits angekündigt, wieder kandidieren zu wollen. Er steht nach wie vor unter Korruptionsverdacht und muss in mehreren Prozessen dazu aussagen. Den israelischen Präsidenten Herzog hatte Netanjahu daher bereits Ende 2025 um Begnadigung gebeten, um seinen Aufgaben als Regierungschef besser nachkommen zu können, wie Netanjahu sagte.
Europa
Auf EU-Ebene finden 2026 keine Wahlen statt, jedoch auf nationaler Ebene, unter anderem in Ungarn im April. Sie wird von vielen Beobachtern als entscheidend wahrgenommen, da Ungarns Dauer-Ministerpräsident Viktor Orban stark unter Beschuss seitens der Opposition steht: Herausforderer Peter Magyar könnte Orbans autoritärer Macht gefährlich werden. Außerdem wählen Bulgarien, Dänemark, Estland, Lettland, Portugal, Schweden und Zypern entweder ein neues Parlament oder eine neue Besetzung für das Präsidentenamt.
Deutschland
Die nächsten Landtagswahlen in Deutschland finden am 8. März in Baden-Württemberg statt. Wenige Wochen später, am 22. März, wählt Rheinland-Pfalz. Am 6. September startet der Urnengang in Sachsen-Anhalt, am 20. September in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern. In den beiden Flächenländern im Osten Deutschlands gilt die AfD in Umfragen derzeit als stärkste Kraft. Rein rechnerisch kann in beiden Landesparlamenten laut aktuellen Zahlen keine Regierungsmehrheit ohne AfD-Beteiligung gebildet werden.
Russland
Im Grunde hat Russland in einem Text über demokratische Wahlen nichts verloren. Trotzdem erwähnen wir das Land als Negativbeispiel dafür, wie freie Wahlen, die seit 25 Jahren letztlich einen Kandidaten zum Sieger haben, dort simuliert werden: Staatsbedienstete wählten in der Vergangenheit unter Aufsicht ihrer Vorgesetzten und machten ihr Kreuz pflichtgemäß bei Putin und seiner Partei „Einiges Russland; Kandidaten werden ausgeschlossen. Diese Scheinwahl soll turnusgemäß auch 2026 wieder stattfinden.