Der 1. FC Kaiserslautern verliert das letzte Spiel des Jahres gegen den 1. FC Magdeburg mit 2:3 und verpasst die angestrebten 30 Punkte zur Winterpause. Nach einer schwachen ersten Halbzeit und einem frühen 0:3-Rückstand zeigt die Mannschaft Moral, kommt aber nicht mehr zum Ausgleich. Die Hinrunde endet damit solide – aber unter ihren Möglichkeiten.
Der letzte Eindruck vor der Winterpause war ein widersprüchlicher. Als Schiedsrichter Florian Lechner die Partie beendete, hatte der 1. FC Kaiserslautern zwar verloren, aber nicht kapituliert. Das 2:3 gegen den 1. FC Magdeburg markierte die zweite Heimniederlage der Saison – und zugleich ein Spiel, das sich lange entschieden anfühlte und am Ende doch noch einmal offen wirkte. Moral war da, Struktur über weite Strecken nicht.
Der 1. FC Kaiserslautern begann ordentlich. In einer ausgeglichenen Anfangsphase erarbeiteten sich die Lautrer Chancen, ohne sie zu nutzen. Nach einer Ecke konnte der Ball nicht konsequent geklärt werden, weder Semih Sahin noch Fabian Kunze kamen zu einem sauberen Abschluss. Kurz darauf war Daniel Hanslik nach einer Hereingabe zu überrascht. Es waren diese Minuten, in denen sich das Spiel hätte in eine andere Richtung entwickeln können. Torsten Lieberknecht sprach später von einer Phase, „in der wir vier Abschlüsse hatten. Da kann man schon mal einen setzen“.
Stattdessen geriet der FCK in Rückstand. Nach einer Flanke von rechts hielt Julian Krahl zunächst stark gegen den eigenen Abwehrspieler, den Abpraller drückte Baris Atik über die Linie. Danach übernahm Magdeburg die Kontrolle. Die Gäste gewannen die direkten Duelle, agierten klarer im Ballbesitz und hatten das Spiel im Griff. „Danach waren wir gerade in den Eins-gegen-Eins-Zweikämpfen nicht gut drin“, analysierte Lieberknecht. Noch vor der Pause fiel das 0:2, ein Distanzschuss von Mateusz Zukowski, bei dem Krahl vehement auf Abseits reklamierte. „Ich habe einfach voll damit gerechnet, dass es ein Pass sein sollte“, erklärte der Torhüter später, „wenn er sich nicht bewegt, ist es wahrscheinlich auch kein Abseits.“
Mit dem dritten Gegentor kurz nach Wiederbeginn schien die Partie entschieden. Alexander Nollenberger durfte im Strafraum gewähren, sein Schuss landete im langen Eck. Ein früher Treffer, der das Bild der ersten Stunde bestätigte: Magdeburg war griffiger, klarer, konsequenter. Lieberknecht sprach von einer Leistung, „um das Spiel der Magdeburger komplett in Schach zu halten“, die seine Mannschaft über 90 Minuten nicht gezeigt habe.
Was folgte, war dennoch ein Aufbäumen. Nach einer starken Vorarbeit von Naatan Skyttä traf Hanslik flach ins Eck, wenig später verwandelte Marlon Ritter einen Handelfmeter. Innerhalb weniger Minuten war das Stadion wieder da, die Partie wieder offen. „Danach war es ein Dagegenstemmen, ein Aufbäumen, dass wir das Spiel noch drehen“, sagte Lieberknecht. Hanslik betonte die Phase, in der der FCK noch einmal Kontrolle entwickelte: „Wir hatten in der ersten Halbzeit so eine Phase, in der ich das Gefühl hatte, wir haben Magdeburg eigentlich ganz gut kontrolliert.“
Doch trotz aller Energie blieb es bei Andeutungen. Ein Kopfball von Mika Haas verfehlte das Tor, klare Ausgleichschancen ergaben sich nicht mehr. Ritter brachte es nüchtern auf den Punkt: „Wir haben bis zum Ende alles versucht. Es ist uns leider nicht gelungen.“ Dass Magdeburg in dieser Saison unter seinen Möglichkeiten spiele, habe man gesehen – aber auch, dass Qualität allein nicht reicht.
So blieb am Ende eine Niederlage, die sich erklären ließ, ohne sich relativieren zu lassen. „Wenn man mit einer Niederlage in so eine Pause geht, ist es immer ärgerlich“, sagte Lieberknecht, „aber sie ist sachlich erklärbar.“ Die Gründe lagen vor allem in der ersten Halbzeit, in der Effizienz, im fehlenden Zugriff – und in der fehlenden Reife, wenn es darum ging, einen weiteren Schritt nach oben zu machen. „Immer wenn wir einen Schritt machen können, um oben noch mehr anzudocken, haben wir bislang nicht die Reife.“
Mit 27 Punkten geht der FCK als Siebter in die Winterpause, sechs Zähler hinter der Aufstiegszone. Die erhofften 30 Punkte wurden verpasst. Geschäftsführer Thomas Hengen ordnete die Hinrunde dennoch ein: „Die Hinrunde war insgesamt absolut okay. Vieles ist mir schon wieder zu negativ.“ Er verwies auf die Verletzungssituation und die begrenzte Kaderbreite, ohne Ausreden gelten zu lassen. „Wir sind okay unterwegs, aber nicht zufrieden.“ Zugleich sprach er über das Umfeld: „Der Anspruch um diesen Verein ist halt unheimlich hoch. Grau gibt es nicht beim FCK, nur Schwarz oder Weiß.“
Auch Lieberknecht wählte eine nüchterne Bewertung. Die Note drei für die Hinrunde sei folgerichtig, mit klarer Tendenz zur Mitte. „Wenn wir richtig oben reinkommen wollen, bleibt uns nichts anderes übrig, als gegen alle vier Mannschaften mal zu gewinnen“, sagte er mit Blick auf die kommenden Aufgaben nach der Pause.
Weiter geht es für den FCK am 18. Januar mit dem Heimspiel gegen Hannover 96. Bis dahin bleibt Zeit zur Analyse – und die Erkenntnis aus diesem letzten Spiel des Jahres: Die Moral ist auf dem Betzenberg immer vorhanden, was fehlt ist die Konstanz nicht immer wieder auf die gute Moral angewiesen zu sein. Dann könnte der FCK auch ganz oben angreifen.