Auf die Höhen des Saargaus oberhalb von Wehingen wandert man an den Hängen des Kewelsberges auf dem Wehinger Viezpfad durch ein Meer von grünen Kalksteinen. Der Kewelsberg bietet weite Aussichten auf den Schwarzwälder Hochwald und auf das Merziger Becken.
Ein Hinweis gleich zu Beginn: Vor dem Bistro „Alte Schule“ steht im Schatten des Brunnens etwas versteckt ein Regiomat, der mit regionalen Produkten direkt vom Erzeuger bestückt wird.
Vom Markusplatz geht es zunächst vorbei an der St.-Markus-Kapelle. Das Herzstück im Inneren ist der barocke Altar, als Zeitpunkt seiner Einweihung wird das Jahr 1707 angegeben. Wir wandern bergan zur L 170, überqueren sie und wandern nach links zur Straße „Am Sägewerk“ nach oben. Wenig später geht es im Anstieg nach links in einen Wiesenweg. Wir sind unterwegs über Wiesen mit altem Streuobstbaumbestand an den Hängen des Kewelsberges (442 Meter). Während der gesamten Wanderung werden wir immer wieder an Streuobstwiesen entlangwandern. Die Äpfel dienen der Herstellung von Apfelwein, der im Moselfränkischen als Viez bezeichnet wird. Der Name ist wahrscheinlich aus der Zeit der Römer überliefert, die Wein aus Äpfeln, den Vice-Vinum herstellten. Während wir auf der Sinnenbank die Aussicht auf das Merziger Becken und die Höhenzüge des Schwarzwälder Hochwalds genießen können, drehen sich auf dem Bergrücken hinter uns die Windräder.
Traumhafte Kulisse
Beim Abstieg wandern wir zunächst durch einen Wald von Schlehenbüschen und erreichen eine geteerte Fahrstraße. Dort befindet sich der Aussichtspunkt „In der Weizenhuf“. Es folgt ein kurzes Stück über eine Wiese. Danach sind wir am Hang entlang durch eine traumhafte Kulisse unterwegs: Kalksteine in allen Größenvariationen. Jeder einzelne Stein und Fels ist von einem dicken Moosteppich ummantelt. Auch Hecken, Gestrüpp und Bäume sind mit Moosen überzogen. Es scheint, als seien wir in einem grünen Urwald angekommen. In unzähligen Windungen, Kehren und Schleifen, mal bergan, mal bergab, schlängelt sich der schmale Waldpfad den Hang entlang.
Irgendwann verlassen wir das grüne Meer. Wir steigen nach unten und überqueren nochmals die Landstraße L 170 zwischen Wehingen und Tünsdorf. Wenig später steht am Wegesrand die Semmerhütte mit Grillplatz. Anschließend wandern wir durch Wiesen talabwärts und steigen zunächst ins große Waldgebiet ein. An der Gemarkung „Zwischen den Grethen“ wandern wir abwärts ins Tal des Bonnerbachs, der im weiteren Verlauf unserer Tour in den Tünsdorfer Bach mündet.
Vom Brandweiher, mitten im Wald, steigt der Weg nach oben bis zum Aussichtspunkt „Rehchens Kopf“. Von dort verläuft der Wanderweg ins Tal, wir überqueren den Bach über Holztrittbretter und halten uns anschließend links. Ein breiter Forstweg bringt uns zum ehemaligen Ausflugslokal „Zur Blechmühle“.
Immer wieder geht es bergauf
Kurz vor der „Blechmühle“ biegt die Wandertrasse im scharfen Winkel nach rechts. Über einen sehr steilen Anstieg durch einen Hohlweg gewinnen wir Meter für Meter rasch an Höhe. Für einen längeren Wegabschnitt sind wir im Wald unterwegs, dann wechseln sich Wiesen-, Feld- und Waldabschnitte ab. Immer wieder müssen wir einige Bergaufpassagen auf uns nehmen.
Am Aussichtspunkt „Im Gärtchen“ steht nach einem weiteren Anstieg eine Sinnenbank zum Ausruhen. Zwischen Wiesen und Weideland gelangen wir wenig später zum alten Wegkreuz „Auf Soolen“. Auf einem Wiesenstück am Waldrand stehen einige historische Landmaschinen.
Ein schmaler Waldpfad bringt uns bergab. Danach folgen wir der Wegführung auf einem breiteren Weg sacht nach oben. Nachdem der Wald hinter uns liegt, folgt eine Wiesenpassage. Nochmals müssen wir steigen. An der Pferdekoppel „Auf dem Humbacher Weg“ steht eine Bank zur letzten Rast. Vorbei an Apfelbäumen gelangen wir zu den ersten Häusern von Wehingen und wenig später zurück zum Ausgangspunkt unserer Wanderung.