Aromen von Superschnell-Pizza sowie KI-Gebrutzeltem umflirren die Gäste. Neueste Komfort-Technik beamt sich auf die Wunschzettel Richtung Weihnachten. Wir stellen aktuelle Trends der Saison vor.
Stress und Behaglichkeit gehen ineinander über. Im Herbst und Winter reihen sich Präsentationen, Messen und Ausstellungen in schneller Abfolge aneinander. Denn zeitgleich zum Rückzug ins warme Zuhause und zum bevorstehenden Weihnachtsfest erscheinen allerlei technische Neuheiten.
Wie wohltuend heimelig wirken gegenüber mancher Social-Media-Hippeligkeit Hallen und Räume, in denen es darum geht, das tägliche Leben zu erleichtern und mit technischen Verbesserungen Komfort zu schaffen. In denen Künstliche Intelligenz sich darauf beschränkt, mithilfe einer Kamera zu erkennen, welches Gericht gerade in den Backofen gestellt wurde, um via „Gerichtserkennung“ die passende Temperatur und das adäquate Programm einzustellen. So gesehen in der Premium-Geräteklasse bei Siemens, die unter dem Namen „iQ700“ auf intelligente Sensoren, Energieeffizienz, Software-Updates sowie die verbindende Home-Connect-App setzt. Ähnliches gibt es bei Bosch.
Sollte die Künstliche Intelligenz den Tofu-Auflauf versehentlich als Gänseklein identifizieren, kann der kochende Mensch natürlich noch einschreiten. Und die App eines Besseren belehren. Davon haben dann viele etwas, die sich des gesammelten Wissens der Künstlichen Intelligenz innerhalb des App-Kosmos bedienen.
PFAS-freie Beschichtungen
Doch der iQ700-Backofen soll mehr als 101 Gericht erkennen und in seiner Home-Connect-Umgebung dazulernen. Deshalb holt er sich für seine Künstliche Intelligenz neuerdings geistige Nahrung aus dem Internet. Wie auch der AI Recipe Converter für den Cookit von Bosch: Dieses Kochgerät wandelt Rezept-Favoriten aus dem Web passend für seine eigenen Dimensionen beziehungsweise die gewünschten Portionen um. Schritt für Schritt leitet die kompakte Misch-und-Mach-Maschine auch komplett ahnungslose Köche an, aus gefundenem Küchenwissen essbare Leckereien zuzubereiten. Das begeisterte kürzlich auf der Internationalen Funkausstellung, IFA, 16-jährige Schüler ebenso wie ältere Besucherinnen. Zumal junge Erwachsene Kochen gerne via Internet-Videos lernen.
Neue Rezepte auszuprobieren, ist für viele Menschen ein Freizeitvergnügen. Damit die Anleitungen aus dem Internet vom Single-Menü bis zur großen Party passen, wandelt bei Bosch der AI Recipe Converter frei zugängliche Online-Rezepte in geführte Rezepte um. Auch jene von Foodblogs, Kochplattformen oder Rezept-Portalen. Damit können Millionen von Rezepten für den persönlichen Geschmack, den eigenen Hunger und den aktuellen Kühlschrankinhalt passend gemacht werden. Die KI soll etwa die Garzeiten an die Funktionen des Cookit anpassen. Künftig sollen diese KI-gestützten Services auch bei Bosch auf weitere vernetzte Küchengeräte wie Backöfen und Kochfelder ausgedehnt werden.
Frei von per- und polyfluorierten Alkylsubstanzen sind PFAS-freie Antihaftbeschichtungen, auf die einige Hersteller neuerdings betont setzen. Da die Wirkung von PFAS auf Umwelt und Gesundheit nicht unumstritten ist, bevorzugt mancher – wo möglich – bereits jetzt, darauf zu verzichten.
Dampfschublade mit Kochassistent
Die Trendthemen „Heißluftfritteusen“ und „gesunde Ernährung“ interpretiert die fröhlich-bunt verjüngte deutsche Traditionsmarke Severin daher in den Modellen der S-Fry-Serie mit PFAS-freien Antihaftbeschichtungen betont unkompliziert und gesund. So kann mit der FR 2468 Heißluftfritteuse Duo Stack (etwa 180 Euro) mittels zweier separat steuerbarer Garkörbe und der neun Automatikprogramme flexibel und intuitiv gekocht werden. „Wir definieren Premium neu: nicht exklusiv, sondern inklusiv“, betonte CEO Gerhard Sturm ein ums andere Mal bei der IFA-Präsentation des neuen Markenkerns.
Erschwingliche Lebensqualität für viele statt Luxus für wenige soll bei Severin durch smarte, langlebige Produkte, hochwertiges Design und unerbittliche Qualitätskontrolle funktionieren. Beispielsweise sind die praktischen Flachbettmikrowellen der S-Wave-Serie leicht und hygienisch zu reinigen, da keine Drehteller-Mechanik das Putzen kompliziert. Besonders smart: Die Mikrowellenstrahlung erhitzt bei Mikrowellen mit Flachbett-Technologie das auf einem Glasboden stehende Essen – obwohl unbewegt – auch in größeren und eckigen Behältern und über mehrere Verteilerpunkte gleichmäßig im gesamten Garraum.
Ein wenig erinnern die Dampfschubladen, die es auf der IFA an mehreren Ständen als Innovation zu sehen gab, an traditionelle Garmethoden auf anderen Kontinenten. Oder an den von früheren Generationen gepriesenen Dampfkochtopf. Näher besehen hat sich die Autorin dieser Zeilen beispielsweise „die weltweit erste Dampfschublade von Siemens“. Diese Schublade dämpft nicht einfach klassisch schonend. Sie soll „natürliche Aromen und Vitamine durch Automatikprogramme und intelligente Sensoren“ bewahren. Intuitiv bedienbar über eine LED-Touch-Steuerung. Ein Kochassistent und eine Sprachsteuerung lassen sich über die Home-Connect-App freischalten. Wer Teig gären oder die nächste Mahlzeit auftauen oder aufwärmen will, kann ebenfalls die Dampfschublade anstelle einer Mikrowelle nutzen. In der auswischbaren Schublade sind Behälter, die die Koch-Menschen zum Spülen herausnehmen können.
Die Haustechnik-Trends „Dampf“ und „KI“ kombiniert ein Backofen von AEG, der damit wirbt, dass er „erkennt, was gekocht wird“. Dieses Vermengen von Kochen und Backen verwundert zunächst ein wenig. Da aber Künstliche Intelligenz und Kamera dem AEG 9000 ProAssist Dampfbackbackofen mit SteamPro über die ab 2026 verfügbare CamCook®-Technologie Dampf machen will, erweitern sich die Möglichkeiten, wie backende Köche die Methoden der Essenszubereitung vermengen können. Das System soll sich die individuellen Kochgewohnheiten des Nutzers abgucken und so künftig schnell und personalisiert starten.
Pizza-Backen im Düsentempo
Viele Star-Köche und Essens-Experten rührten bei der IFA in den neuen Geräten und redeten mit dem Publikum. Menschenmassen zog etwa Tiziano de Filippis mit einer zweieinhalb-Minuten-Pizza am Stand von AEG an. Tiziano de Filippis leitet die Scuola Italiana Pizzaioli, eine Institution für die Kunst und Wissenschaft der Pizzazubereitung, und wirkt dort auch als Master-Instructor. Christopher Duncan (SVP, Head of Product Line Taste, Business Area Europe Apac&Mea bei der Electrolux Group) gab mit ihm Pizza-Versuchsstücke zur neuen AEG-Küchenlinie aus, die neben KI auch auf Ressourcen-Effizienz setzen soll. Und im Fall der AEG-Pizza-Expert- Funktion auf Pizza in Restaurantqualität.
Im AEG 7000 Meal-Assist-Ofen sollen Hobby-Pizzabäcker ab 2026 mithilfe eines speziell entwickelten Gusseisenblechs, der AEG-App sowie der von der Scuola Italiana Pizzaioli zertifizierten Pizza-Expert-Funktion bei 340 Grad Backtemperatur eine knusprig-luftige Pizza zubereiten können. Sozusagen Pizza-Backen zu Hause im Düsentempo. Zu Weihnachten gibt es das Gerät mit seinem Zubehör noch nicht. Aber fürs Plätzchenbacken ist die Pizza-Expert-Funktion ja auch nicht ausgelegt. Zumindest noch nicht.