Mit der Sitcom „Full House“ wurde er in den 90er-Jahren als „Joey Gladstone“ zum Fernsehstar. Danach war er oft als Gast in TV-Serien zu sehen. Bei „Fuller House“ (2016 bis 2020) führte er auch Regie. Seit 2024 kämpft der 66-Jährige gegen eine schwere Krebserkrankung.
Dave Coulier hat eigentlich fast sein ganzes Leben lang versucht, Leute zum Lachen zu bringen und dies zu seinem Beruf gemacht. Schon als Schüler parodierte er als Stand-up-Comedian seine Lehrer. Ab Ende der 80er-Jahre eroberte er dann die Herzen des Fernsehpublikums als „Onkel Joey“ in der Serie „Full House“.
Sein Humor wurde indes in den vergangenen fünf Jahren mehrfach auf eine harte Probe gestellt. So machte der Schauspieler 2022 seine überwundene Alkoholsucht öffentlich. Er habe das Trinken und seine Rolle als Party-Unterhalter geliebt, der Alkohol habe ihn aber „nicht zurückgeliebt.“, schrieb er bei Instagram. Coulier hat rechtzeitig erkannt, dass es für ihn und sein Umfeld besser ist, wenn er mit dem Trinken aufhört: Seit 1. Januar 2020 sei er trocken, und in seinem „unglaublichen neuen Leben“ genieße er es „mehr als je zuvor, Menschen zum Lachen zu bringen, bis sie umfallen!“ Der Entzug sei für ihn sowohl mental als auch physisch eine große Herausforderung gewesen, die er nur mit Hilfe seiner Familie und seiner Freunde meistern konnte.
Alkoholsucht überwunden
Beruflich war es in dieser Zeit ziemlich still um Coulier geworden. Dann machte ihm ein weiterer Schicksalsschlag zu schaffen: Nachdem er sich 2024 wegen einer Atemwegsinfektion in Behandlung begeben hatte, entdeckten die Ärzte, dass seine Lymphknoten „auf Golfball-Größe“ angeschwollen waren. Bei weitergehenden Untersuchungen erhielt Coulier nach Computertomografie und Biopsie im Oktober 2024 den ernsten Befund, dass er Krebs habe, nämlich das sehr aggressive Non-Hodgkin-Lymphom im dritten Stadium. Nach dem anfänglichen Schock zeigte er sich etwas später in der TV-Show „Today“ aber wieder recht gefasst: Er habe ein erfülltes Leben geführt, deshalb sei es für ihn ok, wenn er jetzt gehen müsse.
Coulier hat viel Erfahrung im Umgang mit Krebs. Seine Mutter, seine Schwester und seine Nichte sind an Krebs gestorben, eine andere Schwester muss ebenfalls mit der Diagnose „Krebs“ leben. Seiner 42-jährigen Frau Melissa, die als Wellness-Trainerin arbeitet, hat er viel zu verdanken. Trotz der auch für sie großen Belastung stand sie immer an seiner Seite und hat ihn nicht nur mit seiner geliebten Pizza aufgemuntert. Sie kümmert sich um seinen Ernährungsplan, verbringt viel Zeit mit ihm in der Natur und in Infrarotsaunen und unterstützt seinen Genesungsprozess mit Atemarbeit und Massagen. „Wenn er sich gut fühlt, versuchen wir, ein Lied aufzulegen und mit den Hunden eine kleine Tanzparty zu veranstalten“, verrät Melissa Coulier eine familiäre Alltagsroutine.
Positiv Denken dank des Enkels
14 Tage nachdem der Serienstar die Krebsdiagnose erhalten hatte, begann er seine Chemotherapie und rasierte sich „präventiv“ den Kopf kahl. Dass er trotz alledem seinen Humor nicht verloren hat, bewies Coulier mit einem Foto, das er gepostet hatte, und das ihn kahlköpfig zusammen mit seinem „Full House“-Partner und Freund John Stamos zeigte, der sich mit einer (unechten) Glatze solidarisch präsentierte. Stamos erkundigt sich heute fast täglich nach dem Befinden des Freundes, und auch Full-House-Kollegin Candace Cameron Bure ruft häufig an, um den Krebspatienten aufzumuntern. Im Februar 2025 hatte Coulier seine sechste Chemo-Therapie abgeschlossen, ist wohl jetzt krebsfrei, aber immer noch sehr mitgenommen: „An manchen Tagen wollte ich gar nicht mehr aus dem Bett aufstehen“, gestand er im März vergangenen Jahres dem Magazin „Parade“. Ein kürzlich bei ihm entdeckter Lymphknoten im Nacken erwies sich nach einer Biopsie zum Glück als harmlos: „Es gab null Anzeichen von Krebs.“ Dieser Tag sei für ihn nach langer Zeit der erste, an dem er wirklich das Gefühl habe: „Wow, ich fühle mich verdammt gut. Ich fühle mich wie ich selbst.“ Auf seine volle Haarpracht muss Coulier aber wohl noch eine Zeit lang verzichten: „Es wird schön sein, wieder Haare zu haben.“
Ein richtiger Lichtblick war für ihn im März 2025 die Geburt seines ersten Enkels. Das verhalf ihm trotz seiner Krankheit zu einer positiven Einstellung, mit der er nun auch „andere Menschen inspirieren“ könne. Deshalb war es ihm eine Ehre, dass er kürzlich von der „Foundation for Cancer Research“ als Botschafter ausgewählt wurde, um anderen Krebspatienten helfen zu können.
Der frischgebackene Opa ist wegen seiner neuen familiären Rolle sehr aufgeregt und will möglichst oft zu seinem Sohn und dessen Frau nach Kalifornien reisen, um den kleinen Jungen zu sehen. Coulier möchte ihm gerne seine Begeisterung für Dinge wie Hockey und Flugzeuge weitergeben, wie der frühere College-Eishockeyspieler das schon erfolgreich bei seinem Sohn Luc gemacht hat: „Er spielt heute drei Tage die Woche Hockey. Als er noch ein Baby war, habe ich ihn zum Fliegen mitgenommen, jetzt ist er Pilot bei Fedex.“ Vielleicht gibt es ja bald für den Schauspieler Coulier auch wieder eine berufliche Perspektive.