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WAS MACHT EIGENTLICH...

Diana Körner, Mikael Martin und Franz Buchrieser 1985 in der TV-Serie „Bas-Boris Bode“
Foto: picture alliance / Sammlung Richter

Diana Körner?

Mit Fernsehserien wurde sie in den 1980ern zur beliebten Darstellerin. Mit Ryan O’Neal stand sie 1975 vor der internationalen Film­kamera und spielte in einigen Pilcher-Verfilmungen. Die 81-Jährige wirkt derzeit in der TV-Serie „WaPo Bodensee“ mit und spielt Tournee-Theater.

Mit ihren 81 Jahren will Diana Körner von Ruhestand noch nichts wissen: Das sei ein „blöder Begriff“, gegen den sie eine Allergie entwickelt habe. Sie verstehe nicht, warum sie Ruhe geben und den Rest des Lebens „nur noch auf den Tod warten“ soll. Deshalb ärgere es sie auch, wenn man ihr im Lokal einen Seniorenteller anbietet oder die Post ihr ungefragt eine Seniorenzeitung in den Briefkasten stecke: „Ich finde das degradierend!“, betonte sie kürzlich im „Münchner Merkur“.

Körner liebt ihren Beruf immer noch, auch weil er ihr bis heute ein gewisses Maß an Selbstständigkeit und Unabhängigkeit sichert. Seit 2017 gehört Körner zur Stammbesetzung der Vorabend-Krimiserie „WaPo Bodensee“ und setzt damit ihre erfolgreichen Einsätze in TV-Mehrteilern fort, die bereits 1970 mit 13 Folgen von „Meine Tochter – Unser Fräulein Doktor“ begonnen hatten. Danach erreichte sie in „Der Fuchs von Övelgönne“ (1981), „SOKO 5113“ (1984 bis 1992), „Liebling Kreuzberg“ (1988 bis 1994), „Der Bergdoktor“ (1993 bis 1998), „Der Bulle von Tölz“ (1996 bis 2002) oder „Samt und Seide“ (2000 bis 2005) hohe Beliebtheitswerte beim Fernsehpublikum.

„Wir entwickeln uns zurück“

Dass man sie noch heute oft vor allem auf ihre Rolle als Staatsanwältin und Anwalts-Beziehung in „Liebling Kreuzberg“ anspricht, stört Körner überhaupt nicht, weil sie diese Rolle gerne gespielt habe. „Und ich hätte heute nicht den Namen, wenn ich dadurch nicht etliche Jahre so präsent gewesen wäre. Alles, was ich gemacht habe, im Positiven wie im Negativen, hat zu meiner Entwicklung beigetragen und mich zu der Persönlichkeit werden lassen, die ich heute bin.“ Gerne erinnert Körner sich auch an die vielen interessanten Filmpartner und Szenenpersönlichkeiten der damaligen Zeit wie Stanley Kubrick, der sie für „Barry Lyndon“ gecastet hat, Playboy Gunther Sachs, Chansons-Star Adamo oder Film-Bösewicht Klaus Kinski. Ihrem „Barry Lyndon“-Partner Ryan O’Neal ist sie wohl nähergekommen: „Wir fanden uns gegenseitig sehr anziehend“, verrät sie und schweigt diskret über Weiteres. Ohnehin habe sie damals „nichts anbrennen lassen“ und habe ihr Leben voll ausgekostet. „Da war ja noch Hippie-Zeit, also eine sehr freie, offene Gesellschaft“, bekannte sie im Jahr 2024 gegenüber dpa.

Diana Körner 2026 bei der Premiere des Theaterstücks 'Wer schießt auf Frau Hummel?' in der Komödie im Bayerischen Hof
Diana Körner 2026 bei der Premiere des Theaterstücks 'Wer schießt auf Frau Hummel?' in der Komödie im Bayerischen Hof - Foto: picture alliance / Geisler-Fotopress

Die Gegenwart findet Körner dagegen als gesellschaftlichen Rückschritt im Vergleich zu den 70ern: „Wir entwickeln uns gerade zurück“, auch wenn das Gendern oder die Anerkennung eines diversen Liebes- und Lebensstils vielleicht anderes nahelegten. „Dafür gibt es aber so unglaublich viele Verbote, Mykonos war damals das Paradies. Heute ist es nur noch ein Society-Ort.“

Neben den unzähligen TV-Einsätzen hat Körner immer auch gern auf der Theaterbühne gestanden, wo 1965 ihre Karriere begonnen hat. Beim Theater schätzt sie die „unmittelbare Reaktion beim Publikum“. Auch deshalb hat sie im Vorjahr das Angebot angenommen, ab Oktober mit dem Stück „Liebe ohne Schuld“ auf Tournee zu gehen. Am Tourneetheater findet sie es spannend, „im selben Stück und in derselben Inszenierung die regional oft sehr unterschiedlichen Publikumsreaktionen zu erleben“. Diese Art der Unterhaltung sei auch nicht aus der Zeit gefallen: „Ich erlebe in letzter Zeit wieder immer stärker das Verlangen der Menschen, ins Theater zu gehen. Die Leute haben die Nase voll vom Sterilen. Und KI oder Avatare verfügen über keinerlei Ausstrahlung und Wärme“, sagte sie 2025 der „Frankfurter Neuen Presse“.

Zusammenziehen ist nicht mehr

Körner genießt heute mit 81 Jahren ihr Leben und hält sich gesund: „Ich esse richtig und bewege mich viel. Mehr Sport brauche ich nicht“, sagt sie und geht das Älterwerden trotz kleinerer Problemchen entspannt an. Grundsätzlich habe sie die Angewohnheit, „Dinge erst einmal an mich herankommen zu lassen und dann zu versuchen, sie mit der Familie und Freunden zu lösen!“ Sie hält deshalb guten Kontakt zu ihren Töchtern Jenny Joy (44) und Lara Joy (47), die beide als Schauspielerinnen tätig sind. Viel Freude bereiten ihr auch ihre fünf Enkelsöhne, auch wenn sie diese nicht regelmäßig sieht, weil sie ihr eigenes Leben leben. Sie gebe deshalb weder ihren Kindern noch ihren Enkeln Ratschläge: „Das kommt ganz schlecht an!“, verriet sie im Vorjahr in einer TV-Talkshow. 

Das Mutter- und Großmuttersein habe sie nie als Last empfunden. „Du wirst geliebt und gebraucht. Das ist doch wundervoll.“ Körner musste in ihren Beziehungen einige tragische Rückschläge hinnehmen. Alle drei Ehemänner sind während der Ehe verstorben. Trotzdem empfindet sie ihr Leben nicht als traurig, sondern als reich und erfüllend: „Wenn du dreimal verheiratet bist, kannst du dreimal verwitwen. So ist das eben“, resümierte sie im Vorjahr in der „Gala“. 

Trotzdem will sie nicht ausschließen, sich auch im hohen Alter noch mal zu binden, auch wenn sie mit einem neuen Partner nicht mehr zusammenziehen möchte. Dies habe auch schon ihrer letzten Ehe gutgetan. 

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