Ehrenrunde auf dem Weg zur WM
Die beiden Auswahlen des Deutschen Hockey-Bundes haben sich bei der FIH Pro League auf dem Ernst-Reuter-Sportfeld nicht vorzeitig für die Weltmeisterschaft 2026 qualifizieren können. Die deutschen Frauen drohten stattdessen, sogar in die Nations League aufzusteigen. Nach einer 2:3-Niederlage am 24. und einem 5:0-Sieg gegen China am 25. Juni unterlagen sie England am 28. Juni 0:1. Doch tags darauf gelang gegen dieselben Gegnerinnen im Endspurt noch ein 4:2 – Klassenerhalt gesichert. Die deutschen Männer setzten sich in der Wochenmitte zweimal gegen Australien durch (3:2 und 5:0), stolperten aber am 28. Juni. Nach 1:1 in der regulären Spielzeit gegen Spanien, den direkten Konkurrenten um den WM-Platz, ging das Penaltyschießen 0:3 verloren. Tags darauf verloren die DHB-Männer noch einmal gegen die Spanier mit 0:2. Damit wissen die Iberer jetzt schon, dass sie bei der WM im August 2026 in den Niederlanden dabei sind. Beide deutsche Teams müssen nun auf die nächste – und letzte – Möglichkeit setzen, die WM-Teilnahme klarzumachen: die Europameisterschaft in Mönchengladbach vom 8. bis 17. August.
Nimczyk-Dominanz
Er war der große Sieger am 29. Juni auf der Trabrennbahn Berlin-Mariendorf: Michael Nimczyk gewann vier der zehn Rennen über 1.900 Meter, darunter den Stutenlauf des Adbell-Toddington-Rennens im Sulky von Sahara Firebird (5.000 Euro Siegprämie) und im Anschluss mit dem großen Favoriten, dem Hengst Aladin, das Adbell-Toddington-Rennen selbst. Hier gab es für den Sieg 10.000 Euro. Das Adbell-Toddington-Rennen ist Teil eins der sogenannten „Dreifachen Krone“. Auf der Mariendorfer Bahn folgen am 13. Juli noch das Buddenbrock-Rennen und zum Abschluss das deutsche Traber-Derby am 24. August.
Football-Ticker
Erfolgreiches Wochenende für die Footballer aus der Hauptstadtregion in der GFL: Am Samstag ließen die Potsdam Royals Gastgeber Hildesheim Invaders mit 42:0 keine Chance, die Berlin Rebels bezwangen am Tag danach im heimischen Mommsenstadion die Kiel Baltic Hurricanes knapp mit 33:27. Potsdam ist erster Verfolger der Dresden Monarchs, gefolgt von den Rebels als Dritten der GFL-Nordstaffel. In der European League of Football (ELF) lief am Sonntag für Berlin Thunder gegen Rhein Fire zu Hause im Preußenstadion speziell im zweiten Viertel nichts zusammen. Nach dem 7:44 sind Thunder Schlusslicht der ELF North.
Aubin verlängert bis 2028
Vier DEL-Meisterschaften haben die Eisbären zusammen mit Serge Aubin schon gewonnen. Drei weitere könnten dazukommen. Vergangene Woche hat der Hauptstadtclub den Vertrag mit dem 50-jährigen Kanadier bis zum Ende der Spielzeit 2027/28 vorzeitig verlängert. Außerdem wurde der Gegner für das Eröffnungsspiel der DEL-Saison am 9. September in der Uber Arena bekannt gegeben. Die Eisbären treffen dann auf die Dresdner Eislöwen, die frisch aus der DEL 2 aufgestiegen sind.
Handball
Neuer Trainer für SC Potsdam
Nach dem Wechsel von Riccardo Boieri zu Mladost Zagreb präsentierte der SC Potsdam schnell den Serben Vladimir Kapris als Nachfolger. Doch dann hatte der mehrfache Champions-League-Gewinner VakıfBank Istanbul ein Angebot für Kapris, das dieser nicht ablehnen konnte: Co-Trainer beim finanzstarken türkischen Meister. Statt seiner übernimmt nun der Italiener Stefano Micali an der SCP-Seitenlinie. Der 57-Jährige war bereits Headcoach in Bukarest, Târgoviște, Bergamo, Rom, bei Maccabi Haifa und in Radom. Micali unterschrieb bis 2027 mit Option auf eine weitere Spielzeit. Derweil hat der SC Potsdam mit Libera Leni Kirchhoff (zwei Jahre + Option), Außen Michelle Bachmann und Mittelblockerin Alina Nasin (beide ein Jahr) verlängert.
Straßenrad-Meisterschaft
Überraschung auf Rang drei
Große Überraschung bei der Deutschen Straßenrad-Meisterschaft in Linden bei Kaiserslautern: Während sich Georg Zimmermann nach 198 Kilometern und 4.000 Höhenmetern den Titel sicherte, sorgte Anton Schiffer für das Highlight aus saarländischer Sicht. Der 25-jährige Kölner, der für das saarländische Team Bike Aid fährt, kam zeitgleich mit dem Zweitplatzierten Felix Engelhardt ins Ziel und belegte Rang drei. „Das hätte ich mir nicht erträumen können“, sagte Schiffer im SR-Interview. „Hier waren einige große World Tour-Fahrer am Start, da ist man als Conti-Fahrer eher der Underdog.“ Schiffer profitierte von den extrem heißen Bedingungen im Pfälzerwald, bei denen viele Favoriten wie Emanuel Buchmann und Maximilian Schachmann früh zurückfielen. „Am letzten Berg habe ich noch mal alles gegeben, um dranzubleiben“, so Schiffer. Für Bike Aid ist es der bislang größte nationale Erfolg der Teamgeschichte.
Erfolgreiche Premiere
Mutige wagten sich am Freitag in St. Wendel beim „Speedklettern in der City“ an die 17 Meter hohe Wettkampf-Speedkletterwand auf dem Schlossplatz. Der offene Kletternachmittag bildete den Auftakt der zweitägigen Veranstaltung. Über vier Stunden waren beide Routen durchgehend belegt. Viele Neulinge nutzten die Gelegenheit, den Sport auszuprobieren – selbst spontan in Alltagskleidung oder, wie eine Abiturientin, im Abendkleid und hohen Schuhen. Profiboxer Jürgen Doberstein lobte den Sport gegenüber der „Saarbrücker Zeitung“: „Das Klettern ist auch gut für die Körperbeherrschung, Koordination und Beweglichkeit.“ Jan David vom Saarländischen Bergsteiger- und Skiläuferbund hofft, dass Speedklettern im Saarland durch solche Events an Popularität gewinnt. „Im Saarland fehlt es aber noch an Infrastruktur“, sagte er. Speedklettern ist seit 2024 olympische Disziplin. Neben der Kletterwand lockten Bouldern, Fußball-Dart und eine Hüpfburg viele Besucher auf den Schlossplatz.
Vier Medaillen für Saar-Ringer
Die Deutschen Ringer-Meisterschaften in Elsenfeld brachten dem Saarland vier Medaillen. Etienne Kinsinger (KSV Köllerbach) wurde seiner Favoritenrolle gerecht und holte im griechisch-römischen Stil bis 63 kg seinen fünften nationalen Titel. Im Freistil bis 57 kg sicherte sich Nico Altmeyer (AC Heusweiler) Silber, nachdem er erst im Finale Nationalmannschaftsringer Niklas Stechele unterlag. Bronze gewannen Valentin Seimetz (KSV Köllerbach, 65 kg Freistil) sowie Kilian Schäfer (KSV Köllerbach) im griechisch-römischen Schwergewicht bis 130 kg. Medaillenanwärter Gennadij Cudinovic musste krankheitsbedingt absagen. Bei den Frauen verpasste Sophie Seimetz verletzungsbedingt Bronze, während Franziska Blaumeiser und Oliwia Makuch ihre Auftaktkämpfe verloren. Auch weitere saarländische Starterinnen und Starter blieben ohne Podestplatz. Der Saarländische Ringerverband zeigte sich dennoch zufrieden mit den Ergebnissen.
Süddeutsche Meisterschaften
Gleich doppelt rückte die Kreisstadt St. Wendel am Wochenende in den sportlichen Fokus: Neben dem Speedklettern traf sich auch die Leichtathletik-Elite zur Süddeutschen Meisterschaft. Bei den 100 Metern sollte Edelmetall ans Saarland gehen: Ksenia Helios vom SV GO! Saar 05 holte bereits am ersten Tag Bronze (11,60 Sekunden). Auch mit der 4x100-Meter-Staffel trat Helios an und verpasste mit den Frauen des SV GO! Saar 05 mit Rang vier nur knapp das Podest.
Ebenfalls Bronze gab es für Celina Rolgeiser vom LC Rehlingen im Dreisprung und Hanna Kubera (LSG Saarbrücken-Sulzbachtal) im Hammerwurf. Die Disziplin sollte für die Saarländer generell gut verlaufen: Gleich drei Frauen schafften es unter die besten Acht (Kristin Stickdorn, LAC Saarlouis, Rang vier; Amelie Lambert, SV Saar 05, Rang acht), und mit Andreas Sahner vom LC Rehlingen gab es noch einmal Bronze bei den Männern.
Erfreulich verlief auch die 400-Meter-Hürden der U18: Santiago Kalkes (LAC Saarlouis) erlief mit 56,65 Sekunden Silber.