Die 22. Europäische Kinder- und Jugendbuchmesse Saarbrücken findet vom 12. bis 15. Oktober statt. Auf dem Programm stehen eine internationale Bücherschau sowie Workshops und Lesungen. Der Autor Nils Mohl wird sein Buch „Henny & Ponger" vorstellen.
Herr Mohl, Henny und Ponger erleben in Ihrem gleichnamigen Roman einen literarischen Roadtrip mit Romantik und Retro-Feeling. Bitte stellen Sie uns die beiden Helden vor.
Es sind zwei junge Leute, die sich das erste Mal in der S-Bahn begegnen. Sie lesen beide das gleiche Buch. Was kein Zufall ist. Ponger verdient sein Geld damit, alte Flippergeräte zu überholen. Und Henny braucht dringend jemanden, der ihr hilft, ein defektes Fahrzeug auf der Nordseeinsel Amrum zu reparieren. Und da geht die Reise schließlich auch hin. Weil Ponger sich in Henny verguckt hat. Und weil das Hennys letzte Chance ist, noch rechtzeitig den dicken Schwierigkeiten zu entkommen, in denen sie steckt. Beide halten sich ohne gültige Papiere im Land auf. Ponger ist vorsichtig und ein wenig schüchtern, hat aber das Herz am richtigen Fleck. Henny wiederum ist schlagfertig und wirkt wie von einem anderen Stern.
Das Buch enthält nach Angaben des Verlags „202 kurze Kapitel voller Sprachwitz und Charme". Wie beschreiben Sie diesen Schreibstil, der längst zu Ihrem Markenzeichen geworden ist?
Häufig höre ich, dass der Schreibstil als sehr filmisch empfunden wird. Das gefällt mir gut. Im besten Fall soll beim Lesen ja ein Film im Kopf abspulen. Deshalb mag ich wohl auch kurze und knackige Sätze, klare Sprachbilder und besonders Verben mit ein bisschen Wumms.
Wie viele andere Ihrer Bücher wird „Henny & Ponger" zwar für Jugendliche ab 14 Jahren empfohlen, doch auch Erwachsene lesen es mit Vergnügen. Wie gelingt es Ihnen, gleich zwei Lesergruppen erfolgreich anzusprechen?
Naja, für wen sind die ganzen Popsongs im Radio? Hauptsächlich für junge Menschen? Ich glaube ja, dass Musik, Film und Literatur keine strikten Altersbeschränkungen haben und brauchen. Ein guter Song ist ein guter Song. Und eine gute Geschichte ist eine Geschichte. Vermutlich entdecken wir Älteren, die wir mit dem Erwachsenwerden schon ein bisschen weiter sind, einfach andere Sachen in einem Roman wie „Henny & Ponger" als Teenager. Unterm Strich ist es aber eine Liebesgeschichte und vor allem eine Liebeserklärung an das Lesen, die Abenteuerlust und die Jugend. Alles Dinge, die uns im Leben immer und immer wieder umtreiben.